Meine Lieblingskünstler und -Alben

Wie in meinem letzten Blog angekündigt, werde ich einige meiner Lieblingskünstler vorstellen, um euch zu zeigen, welche Musik ich persönlich höre und was ihr auf meinem Blog erwarten könnt. Das Folgende ist keine Top Ten. Außerdem sind meine Song-Empfehlungen nur ein paar Empfehlungen. Es gibt viel zu viele gute Songs von den genannten Künstlern als dass ich sie alle in dieser Liste nennen könnte. Darum nenne ich immer einen oder zwei Songs vom besprochenen Album und einen weiteren von einem anderen Album des Künstlers. Viel Spaß.

Enter Shikari – A Flash Flood of Colour

Mein erstes Post-Hardcore-Album und meine Einführung in die Welt von Hardcore und seinen Subgenres. Das ist meine subjektive Auffassung, aber für mich ist dieses Album das beste Shikari-Album, da es genau einfängt, worum es dieser Band geht. Enter Shikari überschreiten auf diesem Album alle möglichen Genre-Grenzen und ihre Musik repräsentiert somit die Nachricht dieses Albums: die Herkunft, ob Genre in der Musik oder Nationalität im echten Leben, sollte keine Rolle spielen. Dabei bezieht das Quartett Inspiration von Drum n Bass, Jungle und Dubsteb und kombiniert diese unter anderem mit Hardcore und Progressive Rock. Dadurch schaffen sie ein Album mit kaum herkömmlichen Songstrukturen.

Auf diesem Album thematisieren Enter Shikari Themen wie Nationalismus, übersteigerten Konsum und Klimawandel und missachten dabei alle möglichen Genre-Grenzen. A Flash Flood of Colour ist ein Album für Fans experimenteller Musik mit starken politschen Nachrichten.

Trackempfehlungen: System … Meltdown, Sssnakepit und Rabble Rouser

letlive. – Fake History

Ich stoß wegen Enter Shikari auf diese Band und Fake History war mein erstes Album von letlive. (der Punkt gehört zum Namen). Es war ihr zweites Full-Length Release und die Band fand darauf ihren eigenen Stil. Fake History ist eine Mischung aus Post-Hardcore, Punk, Funk, Jazz und allen möglichen weiteren Genres. Wenn man es kurzfassen möchte, könnte man sagen, Michael Jackson trifft auf Glassjaw, Refused und At The Drive – In.

 Die Themen auf dieser LP variieren zwischen Politik, zum Beispiel Religion und der Amerikanischen Geschichte, Emotionen, dem Verlust von Freunden und ähnlichen Tiefs. Das Album hat etwas für jeden, da die Band sehr vielseitig ist und wenn man der oben genannten Bands mag, sollte man auf jeden Fall Fake History hören.

Letlive haben sich 2017 aufgelöst, allerdings singt der Sänger aktuell bei Fever 333 und Pressure Cracks. Fever 333 sind eine poppigere Version von letlive. mit Hip-Hop-Elementen und Pressure Cracks eine reine Hardcore-Band. Beide Bands sind unten verlinkt.

Fever 333: http://www.fever333.com/vinyl/?ref=https://www.google.com/

Pressure Cracks: https://www.pressurecracks.com/

Trackempfehlungen: Le Prologue + The Sick, Sick 6.8 Billion, Casino Columbus, Another Offensive Song und Copper Colored Quiet

Astroid Boys – Broke

Broke war das Debut-Album von Astroid Boys und gleichzeitig deren letzte Veröffentlichung vor ihrer Auflösung. Die Jungs aus Cardiff in Wales machten auf diesem Album alles, was sie auf ihren vorherigen Releases gemacht hatten, nur noch besser.

Astroid Boys kombinierten Grime, D’n’B und allgemein elektronische Musik mit Elementen von Punk und Hardcore. Zu ihrer Musik kann man perfekt entspannen, ob allein oder mit Freunden. Obwohl ihre Musik hauptsächlich auf Grime basiert und weniger mit Hardcore zu tun hat, hat sie starke alternative Vibes und manche Songs sind perfekt zum Moshen.

Mit Broke schufen Astroid Boys eine perfekte Mischung aus diesen beiden Welten und ein Album, das man an einem entspannten Morgen aber auch auf einer Party hören kann. Ich werde mir dieses Album noch sehr oft anhören. Wer Nu-metal, Rap-core oder Hip-Hop mag und etwas sehen möchte, das sich von der breiten Masse abhebt, sollte definitiv Astroid Boys abchecken.

Die beiden Frontmen, Traxx und Benji haben mittlerweile eigene Projekte, auf die man auf jeden Fall ein Auge werfen sollte.

XL Life: https://www.instagram.com/xllifeworldwide/

SUMOZ: https://www.instagram.com/sumozofficial/

Trackempfehlungen: Money, Scrambled Eggs und Minging

Denzel Curry – Imperial

Das erste Hip-Hop-Album, das ich mir je gekauft habe. Denzel Curry ist ein junger Rapper aus Florida, der echt gute Musik macht. Eines seiner bekannteren Lieder ist der Song Ultimate, der 2015/16 Teil eines Memes war. Trotzdem ist es einer von vielen großartigen Songs. Dieses Jahr hat er bereits zwei starke EPs herausgebracht, die ich an dieser Stelle herzlich empfehlen möchte.

Die Beats auf Imperial sind sehr atmosphärisch und perfekt zum Chillen aber auch zum Feiern geeignet. Denzels Flow wechselt zwischen entspannt und aggressiv. Auf manchen Tracks flext er mit höhnischer Stimme, auf anderen rastet er aus und schreit seine Bars beinahe. Wegen Denzels Energie war dieses Album der perfekte Einstieg für mich in Trap und anderen modernen Hip-Hop. Gleichzeitig ist das Album auf eine ähnliche Art und Weise entspannt wie Yung Leans Songs aus der Gleichen Zeit, allerdings kann ich Imperial komplett ernsthaft feiern, was bei Yung Lean nicht der Fall ist. Wer Hip-Hop mag, aber noch nicht Denzel Curry hört, verpasst etwas.  

Trackempfehlungen: This Life, Ultimate und Vengeance

Your Demise – The Kids We Used To Be

Meine erste “echte” Hardcore-Band. Your Demise bezogen Inspiration von verschiedenen Genres und kombinierten diese auf einem fiesen Hardcore-Album.

 Die Vocals des Lead-Sängers sind rau und dreckig und passen gut zu den Riffs, die von Hardcore, Punk und Metal inspiriert sind. Auf diesem Album tastete sich die Band bereits an softere Genres heran, aber alles in allem war das Album immer noch hart. Die Band bekam für ihre softeren Songs auf dem Nachfolger The Golden Age eine Menge Hass, aber diese Elemente gab es bereits auf diesem Album, also wen interessiert’s, dass sie anfingen, mehr Pop-punk in ihre Musik einzubringen?

Ich freue mich darauf, endlich diese Band zum zehnjährigen Debut dieses Albums live zu sehen und werde definitiv im Pit zu finden sein.

Trackempfehlungen: Scared of the Light, Forget About Me und Karma

Glassjaw – Everything You Ever Wanted To Know About Silence

Eines DER Post-Hardcore-Alben der frühen 2000er. Gefühlt die Hälfte der modernen Hardcore-Bands ist von dieser Band und insbesondere diesem Album inspiriert.  Everything You Ever Wanted To Know About Silcence wurde 2000 veröffentlicht, als Nu-metal auf seinem Zenit stand. Glassjaw fangen dessen Atmosphäre in ihrer Mischung aus New York Hardcore mit softeren Genres und klarem Gesang ein.

Ein Aspekt, den ich hier gesondert ansprechen möchte, sind die Texte. Der Sänger schrieb diese nach einer unangenehmen Trennung und betont auf einigen Songs des Albums sehr klar, dass er seine Ex hasst. Dabei nutzt er recht drastische Worte. Mittlerweile hat sich der Sänger jedoch davon distanziert und Glassjaw spielen die entsprechenden Songs nicht mehr live. Dennoch muss ich sagen, dass ich interessant finde, wie es der Sänger schaffte, auf diesem Album Gefühle zu übermitteln, auch wenn man manche davon vielleicht nicht nachvollziehen und gutheißen kann.

Glassjaw werden oft mit Deftones verglichen und ich würde dem zustimmen. Beides sind Legenden, die man sich anhören sollte, falls man sie noch nicht kennt. Vein sind eine von vielen Bands, die von diesem Album inspiriert wurden. Ich kann EYEWTK jedem empfehlen, der 2000er Post-Hardcore mag und die Einflüsse einiger der meist gehypten modernen Bands wie Vein hören möchte.

Trackempfehlungen: Siberian Kiss, Radio Cambodia und My Conscience Weighs A Tone

Vein – Errorzone

Was würde passieren, wenn Nu-metal-Bands wie Deftones, Slipknot und Korn eine Orgie mit Post-Hardcore und Mathcore-Bands wie Glassjaw, The Dillinger Escape Plan und Converge hätten? Wer sich diese Frage jemals gestellt hat, sollte Errorzone, mein Album des Jahres 2018, hören.

Darauf kombinieren Vein Elemente aller oben genannten Bands und schaffen daraus wirklich fiesen, harten Mathcore. Als ich das Album zufällig entdeckte und es zum ersten Mal hörte, jubelte ich mehrere Male und hörte es mit einem anhaltenden Grinsen in einer Sitzung durch.

Vein mischen die dunkle Atmosphäre von Nu-metal mit der Aggression and Brutalität von Mathcore und das Ergebnis hat mich einfach weggeblasen. Sowohl die Lyrics als auch die Performance und die Instrumentals sind einfach brutal und handeln von negativen Gefühlen, die im Alltag unterdrückt werden. Sogar das Cover spiegelt diese Idee wider. Es zeigt ein Auge, dessen Augenlider entfernt werden und verdeutlicht dadurch, wie die Musik von Vein den Zuhörer dazu zwingt, sich kompromisslos diesen Gefühlen zu stellen. Wer harte Musik mag und dieses Album noch nicht gehört hat, sollte das möglichst schnell nachholen.

Letzte Woche haben einige der Bandmitglieder übrigens ein neues Projekt veröffentlicht. Auf Bandcamp findet man die erste EP von Fleshwater, welche sich irgendwo zwischen Alternative Metal, Shoegaze und Grunge bewegt und echt Spaß macht.

https://fleshwater.bandcamp.com/releases

Trackempfehlungen: Virus:// Vibrance, Old Data In A Dead Machine, Errorzone und Terror’s Realm

Papa Roach – Infest

In meinem Vorstellungsblog habe ich bereits erwähnt, dass ich Nu-metal liebe. Die Band, die mich in dieses Genre einführte, war Papa Roach, insbesondere mit ihrem Album Infest aus dem Jahre 2000.

Ursprünglich machte mich das Album extrem nostalgisch, als ich den Song Blood Brothers wiedererkannte, der im Soundtrack von Tony Hawk’s Proskater 2 enthalten war. Abgesehen davon mochte ich die Mischung aus Rap und Metal bereits bei Linkin Park, aber bei Papa Roach gefiel mir diese Mischung noch besser.

Als weinerlicher Teenager resonierten ihre Songs einfach besser mit mir. Infest ist für mich ein sehr nostalgisches Album. Ohne diesen nostalgischen Mehrwert hätte es dieses Album wahrscheinlich nicht auf diese Liste geschafft, aber da es einen massiven Einfluss auf mein 14/15-jähriges Ich hatte, musste ich es einfach hier nennen.

Trackempfehlungen: Snakes, Between Angels and Insects

Show Me The Body – Dog Whistle

Show Me The Body treffend zu beschreiben, ist schwer. Ich würde sagen, dass sie eine Crossover Band mit Wurzeln im Punk und Hardcore sind.  Sie kombinieren Punk und Hardcore mit Noise und Hip-Hop und überschreiten dabei, wie die meisten Artists in dieser Liste, Genre-Grenzen.

Die erste LP war ein Mixtape, auf dem Künstler verschiedenster Genres gefeatured waren, unter anderem Denzel Curry. Das Album repräsentiert sehr gut den Sound der Band und ich kann es herzlich empfehlen, da Show Me The Body eine der diversesten Gruppen auf dieser Liste sind.

Das Album, das ich auf dieser Liste hervorheben möchte, ist jedoch ihr neustes Album, Dog Whistle von 2019. Die Vocals des Lead Singers sind sehr roh und geben ihm einen Punk-Sound. Das kombiniert er mit einem Flow und einem Stil, der stark Death Grips ähnelt. Die Beats auf diesem Album sind typische Hardcore-Beats, allerdings werden sie eher in einer Art und Weise gespielt, die Punk ähnelt. Es gibt einige Parts, zu denen man twosteppen kann, allerdings auch sehr atmosphärische, entspannte Abschnitte, in denen die elektronische Seite ihrer Musik dominiert.

Dog Whistle ist ein atmosphärisches Album mit starken alternativen Vibes. Die Themen auf diesem Album sind stark politisch, was wahrscheinlich auf den Punk-Hintergrund der Band zurückzuführen ist. Außerdem thematisieren Show Me The Body Themen, die nicht viele Bands ansprechen, zum Beispiel Auschwitz. Wer sich immer schon eine Hardcore-Version von Death Grips gewünscht hat, die weniger kryptische (um nicht zu sagen x-beliebige) Texte schreibt, sollte auf jeden fall Dog Whistle abchecken.

Trackempfehlungen: Camp Orchestra, Talk und In A Grave

Trophy Eyes – Mend, Move On

Als ich anfing, Pop-punk zu hören, war ich niedergeschlagen und unglücklich mit meinem Leben. Eine der Band, die mir halfen, mit dieser Situation umzugehen, waren Trophy Eyes.

Mend, Move On kam 2014 raus und war für mich der perfekte Übergang von Hardcore zu Pop-punk. Auf diesem Album spielten Trophy Eyes soften Melodic Hardcore mit Elementen von Pop-punk und Emo.

Ich weine nicht oft wegen einem Opening Track oder allgemein wegen Musik, aber My Name On Paper trieb mir einige Tränen in die Augen. In dem Song geht es um die Demenz der Großmutter des Sängers und er endet mit den Worten: “Mom made it to a show last night, she said you would be so proud”. Diese Zeile ist eine von vielen auf diesem Album, die genau ins Herz treffen.

Mend, Move On von Trophy Eyes ist a großartiger Übergang von Hardcore zu Pop-punk, da es die Energie von Hardcore mit Elementen von Pop-punk kombiniert, um sehr emotionale Texte zu vermitteln. Das Album ist außerdem perfekt, um emotionale Tiefs zu überstehen.

Trackempfehlungen: Ugly Pattern, Heaven Sent und Chlorine

Dasselbe gilt übrigens auch für die erste EP von Belmont, Vicissitude, aus dem Jahr 2015. Belmont sind eine Easycore band mit deutlichen Hardcore-Einflüssen. Sie sind eine weitere perfekte Einsteigerband in Pop-Punk für Fans härterer Musik.

https://belmont-il.bandcamp.com/album/vicissitude

Trackempfehlungen: Masquerade, Convalescence und Write Me Off

Damit sind wir am Ende dieser Liste angekommen. Als Bonus habe ich noch eine weitere Empfehlung. 27 Miles Underwater von Higher Power ist mein bisheriges Lieblingsalbum dieses Jahres, weil es mich stark an Nu-Metal und 2000er Post-Hardcore erinnert. Es ist sehr Deftones und Glassjaw, aber immer noch Higher Power und ich liebe es. Die Band hat ihren Sound komplett verändert, aber man merkt trotzdem, dass man gerade Higher Power hört.

Trackempfehlungen: Lost in Static, Rewire (101) und Burning

Welche sind eure Lieblingsbands und Künstler? Und wie fandet ihr die Alben auf dieser Liste? Schreibt es gerne in die Kommentare. Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal.

-sovlpvnk

Nächstes Mal bei sovlpvnk: Kekse töten Menschenaffen – Was können wir tun?

https://sovlpvnk.com/2020/03/09/palmol-totet-menschenaffen-was-konnen-wir-tun/

Published by sovlpvnk

This is my personal blog about culture and sustainability. It is mainly concerned with topics that I'm interested in, mostly the alternative music scene and its ethics as well as LGBTQIA+ -related topics and veganism. I post my content in English and German.

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