For the Future 3: Veganismus als Widerstand gegen Rassismus, Sexismus und Ableismus

Als ich jung war, wusste ich über Vegetarismus Bescheid, aber nicht wirklich über Veganismus. Als ich zuerst davon hörte, fragte ich mich in meiner Unwissenheit: “Was ist man dann überhaupt?” Damals konnte ich verstehen, warum man sich entscheiden könnte, kein Fleisch zu essen, jedoch nicht, warum man aufhören sollte, andere tierische Produkte zu sich zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir schlichtweg der Grausamkeit der Massentier-Haltung im Ganzen unbewusst und kannte nicht die zahlreichen pflanzlichen Alternativen. Daher dachte ich: “Wenn man kein Fleisch isst, sterben keine Tiere”.

Was mein 10-jähriges Ich ebenfalls nicht wusste, war, dass diese Annahme ein Irrglaube ist. Wer Ei- und milchbasierte Produkte konsumiert, ist immer noch dafür verantwortlich, dass die Tiere ein Leben lang leiden und für unser Konsumverhalten sterben. Allerdings konnte ich damals noch nicht diese logische Schlussfolgerung ziehen. Ungefähr 10 Jahre später, als ich aufhörte, Fleisch zu essen, merkte ich endlich, dass Veganismus die einzig reale Option ist, um zu vermeiden, dass für den eigenen Konsum andere Lebewesen leiden und sterben. Daher verringerte ich die Menge an tierischen Lebensmitteln konstant, um zu einer veganen Ernährungsweise überzugehen.

Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen, die anfangen, sich aus moralischen Gründen vegetarisch zu ernähren, es basierend auf der oben genannten Logik tun. Daher möchte ich im heutigen Post Vegetarismus und Veganismus einander gegenüberstellen. Ich werde nicht lediglich die grundlegende Unterscheidung vornehmen, sondern auf einer tieferen Ebene darüber sprechen. Heute werde ich über die moralische Bedeutung einer omnivoren Ernährungsweise (Tier- und Pflanzenprodukte), einer vegetarischen und einer veganen Ernährung sprechen und erklären, warum Veganismus die einzig sinnvolle moralische Ernährungsweise ist.

Da ich ein einem vorangegangenen Post bereits über die umweltlichen Aspekte von Veganismus gesprochen habe, werde ich mich heute auf die moralischen Aspekte beschränken. Wenn ihr euch jedoch dafür interessiert, lest gerne den ersten Post: https://sovlpvnk.com/2020/06/13/for-the-future-2-veganismus-die-wohl-simpelste-form-der-partizipation/

Disclaimer: Meiner Meinung nach sollte dies selbstverständlich sein, aber ich möchte es hier dennoch kurz ansprechen: Ich spreche aus einer privilegierten Position, da ich in Deutschland lebe und erwarte vor diesem Hintergrund nicht von Menschen in Entwicklungsländern oder indigenen Völkern, sich vegan zu ernähren, da die Situation vor Ort eine ganz andere ist. Auch behinderte Menschen können je nach Lebenssituation nicht unbedingt vegan leben. Allerdings ist Veganismus für die breite Masse in Industrienationen wie Deutschland und der gesamten westlichen Welt eine tolle Möglichkeit zur täglichen Einflussnahme, mit der man sein Privileg für etwas Größeres nutzen kann.

‘The weak are getting weaker. And the youth are dead or pacified. You’re living your tv dream. While the innocent are bred to die’ -Antagonist AD sprechen über unsere Gleichgültigkeit gegenüber anderen Lebewesen

1. Die (Un)Moral des Fleisch-Essens

Wie der Name impliziert, nimmt man bei einer omnivoren Ernährungsweise alles zu sich: Obst, Gemüse, Tiere und deren Produkte, sprich Milch und Eier. Moralisch ist diese die verwerflichste der drei Ernährungsweisen.

Alle tierischen Produkte bringen das Leid von Tieren und deren Leben als Kosten mit sich. Logischerweise werden Tiere getötet, um Fleisch zu proudzieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es “Bio” und “nachhaltig” ist, zumal “nachhaltiges Fleisch” nicht exisitert. Es gibt keine humane Art zu töten und die Tiere leiden so oder so ihr Leben lang bevor sie sterben, selbt in vermeindlich “tierfreundlichen” Zweigen der Industrie. In beiden Zweigen werden Tiere misshandelt und der Profit über ihr Wohlergehen gestellt, da der Profit auf ihrem Tod basiert.

Die folgenden Beispiele sollten euch eine Perspektive verschaffen: In der US-Massentierhaltung leben bis zu zehn Hühner in einem Käfig mit der Größe einer Aktenschublade (Vgl. ASPCA). Unter diesen Bedingungen können die Tiere abnormales Pick-Verhalten und Kannibalismus entwickeln, weshalb, um dies zu vermeiden, ihre Schnäbel oftmals verstümmelt werden (Vgl. ebd.). Zudem können die Tiere sich in solchen Käfigen weder setzen, noch hinlegen oder natürlichen Verhaltensweisen, wie Sandbaden nachkommen, was zusätzlich ihre Lebensqualität verringert (humanesociety).

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Freunde, kein Essen: Schweine sind höchtsintelligente Tiere und zum Zeitpunkt der Schlachtung sind sie ungefähr auf dem kogniviten Stand eines Kleinkindes

Auf ähnliche Art und Weise verhalten sich Schweine. Sie sind intelligente Tiere und aus Langeweile und Verzweiflung fangen sie an, die Schwänze anderer Tiere anzukauen. Um das zu vermeiden und zu verhindern, dass das Fleisch an Wert verliert, werden ihnen die Schwänze oftmals amputiert (Vgl. ebd.). Diese Praxis ist in Deutschland verboten, wird aber dennoch durchgeführt, wie man in einem Artikel der Süddeutschen sieht. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tierhaltungs-report-warum-deutsche-bauern-schweinen-den-ringelschwanz-abschneiden-obwohl-das-verboten-ist-1.3879958

Da das Fleisch männlicher Schweine mit Geschlechtsreife einen unangenehmen Geruch entwickeln kann, werden sie ohne Betäubung kastriert, um den sogenannten Ebergeruch zu vermeiden (Vgl. Keenan). Dazu wird in Deutschland noch bis Ende diesen Jahres keine Betäubung benötigt, sprich den Tieren werden die Hoden bei vollem Bewusstsein herausgeschnitten (Verbraucherzentrale). Die genannten sind nur ein paar Beispiele, doch sie zeigen sehr effektiv die grundlegende Grausamkeit der Tier-Industrie.

Wie man sehen kann, liegt der Industrie nicht viel am Wohlergehen der Tiere, die schlicht zu Produkten degradiert und für den Profit missbraucht werden. Das englische Wort für die Massentierhaltung, “Factory Farming”, verdeutlicht dies. Die Tiere werden als ein Produktionsmittel genutzt und in Massen produziert wie in einer Fabrik. Sie haben darüber hinaus keinen Wert, sondern dienen nur dem Profit.

Auch der Lebenszyklus eines Schweines verdeutlicht dies. Die Vierbeiner können bis zu 15 Jahre alt werden, doch in der Industrie werden sie mit ungefähr sechs Monaten geschlachtet (Vgl. PETA). Ihre Lebensbedingungen davor sind bereits unangemesen, doch wenn es zum Schlachter geht, wird es noch schlimmer. Auf dem Weg dort hin werden sie in Laster getrieben und unter miserablen Bedingungen transportiert. Viele von ihnen sterben bereits auf dem Weg, zum Beispiel durch Erstickung, wenn sie fallen und unter anderen Tieren begraben werden oder durch Herzattacken, die sie durch den Stress erleiden. Das umfasst noch nicht einmal die Misshandlung, die sie durch die Schlächter erfahren. Diese gibt es in zahllosen Videos online zu sehen, weshalb ich an dieser Stelle keine zeige. Es handelt sich nicht um Einzelfälle und die Schuldigen sind keine “schwarzen Schafe”. Tiere werden in der Massentierhaltung permanent misshandelt und ob auf einer Fleischpackung Bio oder ähnliches steht, ändert hieran nichts.

In Anbetracht der genannten Umstände ist es nicht überraschend, dass Menschen in dieser Industrie nur ein weiteres Mittel zum Profit sind. Das sieht man an den Arbeitsbedingungen in einer Vielzahl von Arbeitsstätten. Die letzte Zeit gab es viele Skandale, da sich von Schlachthäusern ausgehend weitere Corona-Wellen ausbreiteten und bereits in den Jahren zuvor wurden die Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben moniert. Die Arbeitsbedingungen vor Ort und die Lebensbedingungen der Gastarbeiter*innen begünstigten deren Infektionen. Der größte deutsche Fleischproduzent, Tönnies, war einer von vielen, die hiervon betroffen waren (Vgl. Ziady, RND). Die Industrie misshandelt nicht nur Tiere, sondern missbraucht auch Menschen, um größtmöglichen Profit zu generieren.

Ein weiterer Aspekt, der sowohl die moralischen, als auch die umweltlichen Folgen des Fleischkonsums zeigen, ist die Zerstörung der Umwelt durch die Massentierhaltung.

Der Konsum tierischer Produkte ist nicht nur wegen der Gewalt gegenüber den Tieren unmoralisch, die herangezogen werden, um zu sterben, sondern trägt auch zur Zerstörung der Regenwälder bei, was ebenfalls zu Leid und Toden führt, die jedoch auch uns Menschen betreffen.

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Momentan betrifft uns diese Zerstörung in Form von Corona ganz direkt. Die Pandemie entsprang dem Eindringen der Menschen in Naturräume, welche in großen Teilen auf die Massentierhaltung und damit verbundene Rodung zurückzuführen ist. Laut National Geographic führt Entwaldung zu mehr ansteckenden Krankheiten bei Menschen (Vgl. Zimmer). Laut Andy McDonald, einem Krankheits Ökologen vom Earth Research Institute der Universität in Kalifornien, Santa Barbara, “handelt es sich um ein Summenspiel, je mehr wir Waldgebiete abbauen und abholzen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Epidemien und ansteckende Krankheiten vorkommen” bemerkte McDonald 2019, vor Ausbruch der Pandemie (zitiert nach Zimmer). Wie in meinem vorangegangenen Post und hier veranschaulicht, tragen die Massentierhaltung und die damit verbundene Futtermittelindustrie maßgeblich zur Entwaldung und somit zur Verbeitung ansteckender Krankheiten und Epidemien wie Corona bei. Seit mehr als einem halben Jahr tragen wir nun alle die Konsequenzen davon. Die aktuelle Pandemie ist nur eine weitere Folge der unverantwortlichen Tierindustrie.

Wannimmer ihr entscheidet, tierische Produkte zu essen, ist es als würdet ihr den Lauf einer Waffe an den Kopf eines anderen Lebewesens halten und abdrücken. Was für euch nur eine Mahlzeit sein mag, die euch für eine kurze Zeit sättigt, ist für die Tiere, deren Produkte ihr konsumiert, ein Leben und Sterben voller Qualen. Wenn ihr Produkte kauft, die auf Ausbeutung basieren, unterstützt ihr eine Industrie, die Lebewesen tötet. Jemanden dafür zu bezahlen, nimmt nicht die Verantwortung, die ihr dafür tragt, von euren Schultern und es ist euer Geld, das diese Grausamkeiten finanziert. Also bitte fragt euch zukünftig, ob es das wert ist, insbesondere, da wir in einer Zeit leben, in der es unzählige Alternativen gibt, die der breiten Masse zugänglich sind. Außerdem, warum sollten wir eine Industrie unterstützen, die nachgewiesenermaßen zur Zerstörung des Planeten beiträgt und sich negativ auf andere Menschen, wie auch uns selbst auswirkt?

2. Das Moralische Versagen des Vegetarismus

Da ich die moralischen Aspekte von Fleischkonsum im vergangenen Kapitel erarbeitet habe, werde ich in diesem Kapitel zunächst eine kurze Geschichte des Vegetarismus präsentieren und danach erklären, in wie fern moralischer Vegetarismus irrational ist.

Bereits im antiken Griechenland gab es Verfechter eines vegetarischen Lifestyles, wie Pythagoras, der sich weigerte Fleisch zu essen, da er der Auffassung war, dass alle Lebewesen Seelen haben (Vgl. Butler, 2018). Auch im späteren Verlauf der Geschichte war diese Ernährungsweise stark vertreten, auch wenn es nicht immer eine freiwillige Entscheidung war. Im Mittelalter war Fleisch hauptsächlich den reicheren Schichten zugänglich, während sich ärmere Menschen meist kein Fleisch leisten konnten. Daher mussten beispielsweise Bauern oftmals vegetarisch leben (Vgl. Adams, 48).

Vegetarismus als moralische Bewegung wurde erstmals im 18. und 19. Jahrhundert relevant, als im England des 19. Jahrhunderts die Vegetarian Society gegründet wurde. Einige bekannte Vegetarier*innen dieser Zeit waren Mary Shelly, die Autorin des ersten Science Fiction Werkes “Frankenstein”, wie auch andere große Autoren und öffentliche Personen, wie George Bernard Shaw (Vgl. Butler).

Vor diesem Hintergrund, warum macht moralisch motiverter Vegetarismus keinen Sinn? Nun, zur damaligen Zeit gab es keine Massentierhaltung und diese Ernährungsweise war somit eine Option, um den Tod von Tieren zu vermeiden, da lediglich Fleisch dazu führte, dass sie starben. Heute allerdings, ist eine vegetarische Ernährung komplett inkonsequent, sowohl auf moralischer als auch umweltlicher Basis. Wer sich entscheidet, wegen der Tiere kein Fleisch mehr zu essen, jedoch Milchprodukte und Eier zu sich nimmt, unterstützt trotz guter Absichten weiterhin die Industrie, die Tiere quält und tötet. Selbst wenn ihr kein Fleisch esst, unterstützt ihr mit dem Kauf anderer tierischer Produkte die Ausbeutung und Tötung der Tiere.

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Das passiert mit männlichen Küken nach der Geburt

Wie mittlerweile jeder gehört haben sollte, sind männliche Küken in der Eier-Industrie nicht profitabel und werden somit kurz nach ihrer Geburt in einen Fleischwolf geworfen, um zu Chicken-Nuggets oder ähnlichen Produkten weiterverarbeitet zu werden. Für die Industrie sind diese Lebewesen lediglich ein unnützes Abfallprodukt, weshalb es profitabler ist, sie schnellstmöglich zu töten, da sie keine Eier legen können. Lediglich Fleisch zu boykottieren, wirkt dem nicht entgegen, da dies in der EIER-Industrie passiert (Vgl. ASPCA).

Was ist mit den Kühen? Bevor ich darauf eingehe, möchte ich euch eine Frage stellen: Wann geben Frauen Milch? NUR wenn sie schwanger sind und auch dann nur für eine bestimmte Zeit nach der Geburt. Das gleiche gilt für Kühe und andere Säugetiere. Die logische Konsequenz und Realität in der Lebensmittelindustrie ist die folgende: Kühe werden konstant per Zwang geschwängert, um sicherzustellen, dass sie Milch geben. Wenn sie gebähren, werden ihnen die Kälber weggenommen, damit diese keine Milch trinken können, da diese an die Konsumenten verkauft werden soll (University of Veterinary Medicine, Vienna).

Um sicherzustellen, dass sie weiter Milch produzieren, werden die Kühe permanent geschwängert und ihrer Kinder beraubt. Kühe haben soziale Strukturen und sogar beste Freunde. Hinzu kommt der mütterliche Instinkt, den sie als Säugetiere haben. Stellt euch das Trauma vor, das Kühe erleiden, wenn ihnen ständig ihre Kälber genommen werden und das Trauma der Kälber. Das wäre vergleichbar mit einer Frau, die permanent geschwängert und ihrer Kinder beraubt wird, einfach nur für Profit. Wenn euch diese Idee nicht gefällt, solltet ihr euch vegan ernähren, da ihr ansonsten täglich eine Industrie unterstützt, in der dies die Realität ist.

Kleiner Fakt am Rande, um die Perversion hinter Milchkonsum zu verdeutlichen: in der Natur nimmt keine andere Tierart im Erwachsenenalter Milch zu sich, bis auf uns Menschen. Hinzu kommt, dass in der Natur keine andere Tierart Milch einer anderen Spezies zu sich nimmt, außer uns Menschen. Die Milch ist für die Kälber bestimmt, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass man wegen Milchkonsum vermehrt Luxuskrankheiten, beispielsweise Herzprobleme, bekommt (Physicians Committee for Responsible Medicine). Man sieht an anderen Tieren, Beispielsweise Katzen, dass artenübergreifender Milchkonsum nicht natürlich ist, da die Stubentiger, wenn sie Kuhmilch trinken, Durchfall bekommen können. Weil sie nur bis zu einem bestimmten Alter das Enzym haben, dass zur Verdauung von Lactose nötig ist, können die meisten Katzen danach keine Milch mehr verdauen (Prestige Animal Hospital). Kuhmilch ist für die Kälber bestimmt und nicht für erwachsene Tiere anderer Spezies.

Vegan Street -- The Daily Meme Archive | Animal agriculture, Vegan ...
Die tierische Agrarindustrie als Ganzes ist das Problem. All die Probleme in dieser Karikatur resultiern aus ihr und lediglich auf Fleisch zu verzichten, erreicht nichts.

Vegetarier*innen erkennen an, dass Fleischkonsum unmoralisch ist, doch in Zeiten der Massentierhaltung und Massenproduktion, in der Massen an Tieren zum Profit getötet werden, ist Vegetarismus keine Option, wenn man das Leiden der Tiere unterbinden will. Die Idee, dass Vegetarismus die Tiere rette, ist veraltet und trifft nicht auf unsere Zeit zu. Ich möchte niemanden verurteilen, aber moralisch motivierter Vegetarismus basiert heute größtenteils auf Doppelmoral und hat keinen wirklichen Einfluss, da Vegetarier lediglich eines von vielen Produkten boykottieren, die zur Zerstörung unseres Planeten beitragen. Moralisch erkennt Vegetarismus nämlich nicht an, dass Kühe und Küken dennoch in den entsprechenden Industrien getöter werden und ein Verzicht auf Fleisch allein daran nichts ändert. Aufgrund der genannten Doppelmoral ist Vegetarismus auf moralischer Basis also wenig sinnvoll.

Aus Perspektive des Umweltschutzes ist es besser, sich vegetarisch zu ernähren, als nichts zu tun und lediglich ohne Bewusstsein über die Konsequenzen zu konsumieren. Davon abgesehen ist diese Ernährung jedoch auch aus dieser Perspektive fragwürdig. Wenn man Milch, Eier und die darauf basierenden Produkte kauft, unterstützt man weiterhin die Industrie und die Zerstörung, die diese mit sich bringt. Nur eines der Produkte zu boykottieren ist inkonsequent, insbesondere wenn man sich den langfristigen und immensen Einfluss der Milch-Industrie und der damit verbundenen Futter-Industrie vor Augen führt. Als Vegetarier*in unterstützt man weiterhin den schlimmsten und schädlichsten Teil der Industrie, nämlich die Milchindustrie und den damit verbundenen Ressourcenverbrauch, wie auch die damit verbundene Entwaldung und Umweltverschmutzung. Diese wirken sich alle auf die Menschheit im allgemeinen aus, weshalb auch aus ökologischer Perspektive Vegetarismus moralisch fragwürdig ist.

Wer ernsthaft etwas gegen den Klimawandel oder die Ausbeutung von Tieren unternehmen möchte, sollte sich vegan ernähren, da dies die einzig konsequente und logische Option ist, aus einer moralischen und umweltlichen Perspektive. Vegetarismus ist somit ein Schritt in die richtige Richtung, sollte aber im Optimalfall als Übergang zu Veganismus dienen.

3. Veganismus ist auch Widerstand gegen Rassismus, Sexismus und Ableismus

https://withwar.bandcamp.com/track/connection

WithxWar sind eine Vegan Straight Edge Band, die sich gegen all die oben genannten Formen von Diskriminierung einsetzt und sich mit dem Song “Connection” deutlich positioniert. “Für die Abschaffung von Rassismus, Colourismus, Sexismus, Transphobie und Homophobie und in Widerstand gegen die Zerstörung der Erde und aller, die sie bewohnen, Menschen und Tiere gleichermaßen”. Sich für Tierrechte einzusetzen, ist lediglich eine logische Erweiterung von sozialer Gerechtigkeit.

Während eine Person, die sich lediglich plant-based, also pflanzlich, ernährt nicht zwingend von Speziezismus weiß, ist dieses Konzept ein wichtiger Aspekt im Tierrechtsaktivismus. Um zu verdeutlichen, wie sich Speziezismus und verschiedene Formen menschlicher Diskriminierung überschneiden, werde ich nun den Begriff “Speziezismus” erklären.

Es gibt verschiedene Definitionen des Begriffes Speziezismus, welcher vom Psychologen Richard Ryder geprägt wurde. Das Collins Dictionary definiert ihn als Glaube der menschlichen Überlegenheit gegenüber Tieren, welcher die Ausbeutung nicht-menschlicher Tiere zum menschlichen Profit rechtfertigt ohne das Leiden, das sie dadurch erfahren, in Erwägung zu ziehen (Vgl. Collins Dictionary). Diese Definition deckt sich mit der von dictionary.com, laut der Speziezismus Diskriminierung zugunsten einer Spezies beschreibt (Dictionary). Allerdings verdeutlicht letztere zusätzlich, dass Speziezismus zur Rechtfertigung der Ausbeutung von Tieren durch Menschen dient (Vgl. ebd.). Wenn man es kurz fassen möchte, ist Speziezismus Diskriminierung basierend auf einer angenommenen Überlegenheit von Menschen gegenüber anderen Tieren.

Dieses Konzept wird oftmals stark kritisiert und Menschen zeigen sich verständnislos, da sie oft annehmen, dass es Tiere vermenschliche oder andere Formen von Diskriminierung, zum Beispiel Rassissmus, herunter spielen würde. Speziezismus soll jedoch nicht das Leid von nicht-menschlichen Tieren und POC oder anderen marginalisierten Gruppen von Menschen in Verhältnis setzen. Es handelt sich dabei lediglich um ein Label für eine Ideologie, die sehr real ist und sich auf verschiedenste andere Formen von Diskriminierung auswirken kann, wie ihr in diesem Kapitel sehen werdet.

Indem wir die Vorurteile, die wir Menschen gegenüber anderen Tieren haben, anerkennen, können wir andere Formen von Diskriminierung vertieft und in ihrer Beziehung zu Speziezismus betrachten, beispielsweise Speziezismus und Rassismus, Speziezismus und Ableismus und Speziezismus und Sexismus. Somit erweitert Speziezismus den Dialog und ermöglicht es, über Nuancen zu sprechen, die oftmals von Analysen ausgeschlossen werden, wie man beispielsweise an Mary Shelley “Frankenstein” sieht. Dieses wird meist auf seine feministischen Inhalte reduziert, wobei der vegetarische Subtext ausgelassen wird. Speziezismus hilft also, Nuancen anderer Formen von Diskriminierung zu betrachten. Des weiteren scheint die Ideologie des Speziezismus als Mittel zu dienen, um diese Diskriminierung zu bewerkstelligen. Um das zu verdeutlichen, werde ich intersektionale anti-speziezistische Literatur nutzen.

Es gibt keine klare Definition zu Anti-Speziezismus, weshalb ich dieses Wort lediglich nutzen werde, um Bewegungen anzusprechen, die sich gegen die Ideologie des Speziezismus stellen.

Ich weiß, dass diese Theorie etwas abstrakt wirken kann, doch sie kann dabei helfen, eine Perspektive zur Schaffung von Hierarchien zu entwickeln. Daher finde ich sie sehr interessant und wie man in den kommenden Kapiteln sieht, gibt es dafür einige praktische Anwendungsformen.

Die Verbindung zwischen Speziezismus und Rassismus

Sexual Politics of Meat

In “The Sexual Politics of Meat” spricht Carol J. Adams sowohl die Verbindungen zwischen Speziezismus und Sexismus, als auch von Speziezismus und Rassissmus an. Dadurch schafft sie eine interessante Perspektive und verdeutlicht das Potential, das das Therorem Speziezismus für Diskurse über Diskriminierung mit sich bringt. In diesem Unterkapitel werde ich über die Verbindung zwischen Speziezismus und Rassissmus sprechen. Darauf folgen die Zusammenhänge zwischen Speziezismus und Sexismus und Speziezismus und Ableismus in den folgenden Kapiteln.

Adams erklärt, dass Fleischkonsum und die Ideologie, die damit in Verbindung steht, half, rassistische Systeme zu etablieren und aufrecht zu erhalten, von denen lediglich Weiße profitieren.

‘I mean racism as the requirement that power arrangements and customs that favor white people prevail, and that the acculturation of people of color to this standard includes the imposition of white habits of meat eating’ (Adams, 53).

Sie sieht Fleischkonsum als Basis eines rassistischen Systems, das zum Profit weißer Menschen geschaffen wurde und deren Essverhalten anderen Menschen, insbesondere POC aufzwingt.

Hauptsächlich thematisiert Adams, wie Weiße Fleischkonsum als Mittel nutzten um Klassen zu konstruieren und ihre Gewalt gegenüber People of Colour zu rechtfertigen, insbesondere im Kolonialismus.

Dabei unterscheidet sie zwischen einigen Kernannahmen. Eine davon ist der Glaube, dass Fleisch Macht verleihe, weshalb in den Augen der Kolonisten allein weiße Menschen Zugang zu Fleisch haben und POC keinen Zugang dazu haben sollten (Vgl. Adams, 53). Anhänger einer weißen Vorherrschafts-Ideologie des 19. Jahrhunderts dachten, dass höhere, weiße Klassen Fleisch zur Entwicklung des Gehirnes brauchten. Da niedrigere Klassen, denen POC angehörten, den ihnen auferlegten Fleischentzug überlebten und es nicht zum Leben brauchten, wurde basierend auf dieser Ideologie Rassismus gerechtfertigt (Vgl. ebd.). Im folgenden Paragraph wird dies verdeutlicht.

Das verdeutlicht, wie Fleisch als Mittel zur Konstruktion von Klassen und Hierarchien basierend auf Rasse diente. Fleisch wurde als nötig für höhere, weiße Klassen angesehen und als zu gut für POC. Basierend auf der Evolutionstheorie wurden Menschen zudem als höher als andere Tiere betrachtet, da sie diese essen können. Da man POC kein Fleisch gab und sie dies überlebten, schrieb man ihnen basierend auf dieser Logik zu, weniger entwickelt und nicht im Stande zu sein, Fleisch zu essen. Somit erhielt man die rassistischen Hierarchien durch Nutzung von Fleisch in einem rassistischen Narrativ aufrecht (Vgl. ebd., 54).

Im Kolonialismus wurde die Einteilung in “überlegene Fleischfresser” und “unterlegene Pflanzenfresser” als weitere Legitmierung für Unterdrückung genutzt (Vgl. ebd.). Adams nennt dafür folgendes Beispiel “The rice-eating Hindoo and Chinese and the potato-eating Irish peasant are kept in subjection by the well-fed English” “Die Reis-essenden Hindus und Chinesen und die Kartoffel-essenden Iren werden von den gut genährten Engländern in Schach gehalten”. Auf ähnliche Art und Weise wurde Kannibalismus als Narrativ genutzt, um indigene Völker als Kannibalen darzustellen. Darauf basierend konnten die europäischen Invasoren ihre Gewalt gegenüber diesen rechtfertigen indem sie sich somit auf eine höhere moralische Ebene stellten (Vgl. ebd., 55).

Adams dekunstruiert diese Narrative von “Wilden und Kannibalen” und zeigt auf, warum diese offensichtlich falsch und lediglich propagandistisch motiviert waren:

“The eyewitnesses fail to describe just how they were able to escape the fate of consumption they report witnessing. Nor do they explain how the language barrier was overcome, enabling them to report verbatim conversations with “savages.” In addition, their reports fail to maintain internal consistency” (Adams, 55).

Auf Deutsch: Die Augenzeugen erklären oftmals nicht, wie sie um Haaresbreite entkamen und nicht gegessen wurden. Auch erklären sie nicht, wie die Sprachbarriere überwunden wurde und in ihren Geschichten finden die verbalen Unterhaltungen mit den vermeintlich “Wilden” einfach statt. Zudem fehlen oft eine interne Logik und ein klarer Zusammenhang (Vgl. ebd.).

Es ist also recht offensichtlich, dass es sich bei Berichten über Kannibalismus um Propaganda handelte, welche die weißen Eindringlinge auf eine moralisch höhere Ebene als die Ureinwohner stellen sollten, um Gewalt zu rechtfertigen .

Abschließend fasst Adams zusammen, dass die Idee, Fleisch sei eine bessere Proteinquelle, die genannten Narrative und den damit verbundenen Rassismus weiter fortsetzt.

‘Racism is perpetuated each time meat is thought to be the best protein source. The emphasis on the nutritional strengths of animal protein distorts the dietary history of most cultures in which complete protein dishes were made of vegetables and grains. Information about these dishes is overwhelmed by an ongoing cultural and political commitment to meat eating’ (ebd. 55).

Im oben genannten Ausschnitt verdeutlicht Adams erneut, wie Fleischkonsum von Europäern als Narrativ zur Rechtfertigung ihrer Invasionen genutzt wurde und wie sie diese nutzen, um ihre eigene Weltanschauung vor Ort durchzusetzen. Wenn man gemäß dieser sozial-darwinistischen Ideologie annimmt, das Fleisch stark macht, führt man somit diese rassistischen Motive fort, die bereits im Kolonialismus genutzt wurden. Indem wir also Speziezismus anerkennen und vertieft betrachten, können wir besser Position gegen Rassismus beziehen.

Speziezismus diente als Basis zur Rechtfertigung und Fortsetzung von Rassismus und wurde von Kolonialisten genutzt, um POC zu entmenschlichen und somit Gewalt gegen diese zu rechtfertigen. Zudem half er Weißen, rassistische Klassensysteme zu errichten. Allerdings trägt diese Ideologie auch zu anderen Formen von Diskrimnierung bei, wie ihr in den folgenden Kapiteln sehen werdet.

Die Verbindung zwischen Speziezismus und Sexismus

Wie bereits erwähnt, setzt sich Adams in “The Sexual Politics of Meat” mit der Konstruktion von Klassen durch Fleischkonsum auseinander. Dies beschränkt sich jedohc nicht auf die Hautfarbe, sondern betrifft auch das Geschlecht. Laut ihr drücken Ernährungsgewohnheiten Klassenaufteilungen, sowie patriarchische Unterteilungen aus (Vgl. ebd., 48). Adams bemerkt, dass Fleischkonsum hauptsächlich als männliches Attribut gesehen wird und nennt dafür Beispiele:

‘Worldwide this patriarchal custom is found. In Asia, some cultures forbid women from consuming fish, seafood, chicken, duck, and eggs. In equatorial Africa, the prohibition of chicken to women is common’ (Adams, 50).

Darauf basierend verdeutlicht die Autorin, dass Gemüse oftmals weiblich konnotiert und als weniger männlich dargestellt werde (ebd., 51). Ich habe dies selbst gesehen. In verschiedenen Medien und im echten Leben habe ich oft gesehen, wie Männer stolz auf ihren Fleischkonsum sind, weil es eine “männliche Eigenschaft” sein soll. Adams zeigt, dass sich diese Idee durch den Verlauf der Geschichte zieht und noch heute besteht, was verdeutlicht, wie stark diese Ideen in uns einprogrammiert werden. Wir werden dazu erzogen, zu glauben, dass Fleisch für Männer die bessere Nahrungsquelle sei und wer dem widerspricht, wird als feminin dargestellt.

“Männer, die Vegetarier werden, fordern einen essentiellen Teil der männlichen Rolle heraus. Sie tendieren zu weiblicher Nahrung. Wie können sie das wagen? Sich weigern, Fleisch zu essen, heißt, man(n) ist verweiblicht […] Als Antwort auf die vegetarische Bewegung zu dieser Zeit setzte man diese und den Verzicht auf Fleisch mit einer selbst auferlegten Kastration gleich, dem Aufgeben eines männlichen Privilegs” (Vgl. ebd., 63).

Das verdeutlicht den patriarchischen Zeitgeist im 19. Jahrhundert und verdeutlicht weiter die Verbindung zwischen Fleischkonsum und Männlichkeit, welche bereits damals existierte und heute immer noch fortbesteht. Es scheint so, als wäre im Verlauf der Geschichte Fleischkonsum mit Männlichkeit gleichgesetzt und als Mittel zur Aufrechterhaltung des Patriarchats genutzt worden.

Mit einem Konzept, das sie den “abwesenden Referenten” nennt, verdeutlicht Adams die Verbindung zwischen Sexismus und Speziezismus und spricht sich dadurch für einen intersektionalen Ansatz zu Feminismus aus. Kurz gesagt ist der abwesende Referent ein Platzhalter für eine marginaliserte Gruppe, welche im Sprachgebrauch durch andere Worte ersetzt wird. Dies trägt weiter zu deren Marginaliserung bei. Wenn beispielsweise das Opfer einer Vergewaltigung erklärt, sich wie ein Stück Fleisch gefühlt zu haben, übermittelt dies deren Gefühl, zu einem nicht-lebenden Objekt degradiert worden zu sein. Auf ähnliche Weise reduzieren wir Tiere zu essbaren Produkten und auf ihre Eigenschaft als Fleisch und Lebensmittel. Hier sind die abwesenden Referenten die Frau und Tiere, welche beide durch Fleisch ersetzt werden. Diese sprachliche Marginalisierung hilft dabei, Hierarchien in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten, in diesem Fall Sexismus und Speziezismus. Insbesondere in Werbung kommt dies zum Ausdruck, wie das folgende Gif verdeutlicht.

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Dieses Gif ist ein gutes Beispiel für die Überschneidungen zwischen Speziezismus und Sexismus. Sowohl Tiere als auch Frauen werden zu Objekten degradiert und ihres Wertes beraubt. Die Frau wird als Sexobjekt dargestellt, während das Tier getötet und zu einem Burger gemacht wurde. Beide werden also zu einem Konsumgut, das der Befriedigung eines Triebes dient..

Laut Adams werden sowohl Frauen als auch Tiere im alltäglichen Sprachgebrauch zu Objekten degradiert. Daher lassen sich leicht Parallelen zwischen Fetischen zu Frauen als Sexobjekt und Tieren als Nahrungsmittel ziehen. Beide werden zu einem Fetisch gemacht und auf diesen reduziert. Frauen werden zum Objekt der sexuellen Begierde und Tiere zum Ziel der ebenfalls männlichen Begierde nach Fleisch. Somit werden sie lediglich zu Mitteln zum Zweck der Befriedigung dieser Fetische, wodurch sie ihres Wertes als Lebewesen beraubt werden.

Die Autorin spricht ebenfalls die Überschneidungen zwischen Feminismus und Anti-speziezismus an und bermerkt, dass Menschen, die den Status quo in Frage stellen, verstummt und als Träumer oder “Snowflakes”, sprich als überempfindliche einfältige Gören, behandelt werden. Das trifft sowohl auf Feminist*innen und Veganer*innen zu. Erstere setzen sich gegen das Patriarchat ein, während letztere gegen Speziezismus und dessen Folgen Position beziehen. Somit fordern beide den Status quo heraus, in dem Frauen und Tiere unterdrückt werden und werden von den Anhängern dieses Status quo diskreditiert (Vgl. ebd., 109). Adams nutzt Mary Shelleys “Frankenstein” als Beispiel, um diese Verbindung aufzuzeigen.

‘The Creature embodies both vegetarian and feminist meaning. While the women in Frankenstein enact Mary Shelley’s subversion of sentimentalism by fulfilling feminine roles and dying as a result, and the men represent inflexible masculine roles, it is the New Being who represents the complete critique of the present order which Shelley attempted’ (ebd., 159). Die Kreatur verkörpert Vegetarismus und Feminismus. Während die Frauen weibliche Rollen erfüllen und dabei sterben und Männer an unflexiblen männlichen Rollen festhalten, verkörpert das neue Wesen eine grundlegende Kritik der aktuellen Ordnung, welche Shelley hoffte, zu übermitteln (Vgl., ebd.).

Veganer und zu Shelleys Zeit, Vegetarier stellen eine Herausforderung gegenüber dem sexistischen Status quo dar und Frankensteins “Monster” ist sowohl feministisch als auch ein Vegetarier. Auf ähnliche Weise werden Veganer, Feministen und die Kreatur von jenen, die von der aktuellen Lage profitieren und sie aufrecht erhalten wollen, abgelehnt. Die Kreatur ist anders als normale Menschen, weshalb diese Angst vor ihm haben. Sie lehnen ihn ab und für ihn entsteht eine Abwärtsspirale. Das Verhalten der anderen Charaktere ihm gegenüber ist übrigens ebenfalls speziezistisch, da sie ihn verurteilen, da er für sie nicht menschlich ist. Dies ähnelt außerdem der Ablehnung von Feminismus und Veganismus im heutigen Mainstream. Dass “Frankeinstein” zu Beginn des 19 Jahrhunderts veröffentlicht wurde und dermaßen bahnbrechende Themen verarbeitete, erstaunt mich heute noch und ich kann das Buch jedem ans Herz legen.

Sexismus und Speziezismus sind verbunden, weil Frauen und Tiere von Anhängern des Patriarchats entwertet und als weniger wertvoll dargestellt werden. Allein der Sprachgebrauch bezüglich Frauen, in dem diese als Tiere dargestellt werden, verdeutlicht, wie stark Sexismus und Speziezismus verbunden sind. Worte wie “bitch”, “blöde Kuh” sind alle weiblich konnotiert und entmenschlichen Frauen, was stark auffällt. Währenddessen sind tierische Bezüge zu Männern meistens positiv, beispielsweise “stark wie ein Stier”. Auch fällt auf, dass dies auf verschiedene Sprachen zutrifft. -Sprache schafft Realität und unter anderem durch negative Assoziationen zwischen Tieren und Frauen scheint das Patriarchat fortzubestehen.

Wie Rassismus scheint Sexismus teils auf Speziezismus zu basieren und letzterer scheint ein Mittel zu sein, ersteres aufrecht zu erhalten. Daher spricht sich Adams für einen intersektionalen Ansatz aus, der berücksichtigt, wie Speziezismus zur Aufrechterhaltung des Patriarchats genutzt wird. Das verdeutlicht den Nutzen dieses Theorems: indem wir über Speziezismus sprechen, können wir Nuancen erfassen, die andernfalls ausgelassen werden würden und unser Wissen zur Diskrimnierung verschiedenen Menschengruppen erweitern. Neben Sexismus und Rassismus trifft dies auch auf Ableismus zu.

Die Verbindung zwischen Speziezismus und Ableismus

Beasts of Burden: Animal and Disability Liberation: Amazon.de ...

In “Beasts of Burden: Disability and Animal Liberation” erläutert Sunaura Taylor die Verbindungen zwischen Speziezismus und der Diskriminierung von Menschen wie folgt:

‘Systems of species classification have relied heavily on hierarchies that have placed humans above animals, and these hierarchies have always been entangled with constructions of human difference'(Taylor). “Systeme der Klassifikation von Spezies stützen sich stark auf Hierarchien, die Menschen über Tiere stellen und diese Hierarchien waren immer mit Konstruktionen menschlicher Verschiedenheit verwoben”.

Dies verdeutlicht, dass Hierarchien und darauf basierende Diskriminierung von Menschen konstruiert werden. Menschen setzen sich dabei nicht nur selbst über nicht-menschliche Tiere, sondern übertragen diese Hierarchie auch auf andere Menschen, wie POC, Frauen und behinderte Menschen. Somit entmenschlichen sie diese. Diesen Aspekt fasst Taylor mit den folgenden Zeilen in andere Worte und verdeutlicht dadurch, erneut die Verbindung zwischen der Diskriminierung von Menschen und Tieren:

‘it’s important to emphasize that histories of dehumanization invariably exposed Western understandings, assumptions, and bigotry; understandings that were bound up with racism, ableism, and prejudice toward animals’ (Taylor). “Es ist wichtig, hervorzuheben, dass Geschichten der Entmenschlichung allesamt westliche Verständnisse, Annahmen und Hassrede offenbarten, Verständnisse, die mit Rassismus, Ableismus und Vorurteilen gegenüber Tieren verbunden waren”.

Speziezismus kann genutzt werden, um marginaliserte Gruppen weiter zu marginalisiern und dient denen, die vom Status quo profitieren, diesen aufrecht zu erhalten. Wie in den vergangenen Kapiteln dargestellt, diente dies der Konstruktion von Rassismus und Sexismus und das gleiche scheint für Ableismus zu gelten.

Aus diesen Gründen spricht auch Taylor sich für einen intersektionalen Ansatz aus, der auf diese wechelseitigen Verbindungen Augenmerk legt. Taylor war selbst Opfer von Ableismus, was ihre Position beeinflusst und somit extrem interessant macht. An dieser Stelle empfehle ich ihre Arbeit herzlich!

Taylor zeigt in ihrer Arbeit die menschliche Doppelmoral gegenüber Tieren auf. Einerseits geben wir ihnen menschliche Eigenschaften und bewundern sie, wenn sie sich menschlich verhalten. So verhetscheln und vermenschlichen wir Haustiere und bewundern zum Beispiel Primaten, wenn sie um tote Kinder trauern. Andererseits werden Veganer oftmals von den gleichen Menschen dafür kritisiert, dass sie Tiere vermenschlichen würden. Auch werden Tiere in Zoos und Zirkussen vermenschlicht, da man ihnen dort menschliche Eigenschaften auferlegt und sie zur Unterhaltung nutzt, was erneut die menschliche Doppelmoral aufzeigt, da ganz offensichtlich Nicht-Veganer Tiere vermehrt vermenschlichen. Sie werden lediglich sauer, wenn man sie mit ihrer Doppelmoral konfrontiert.

Taylor bringt bei der Dekonstruktion dieser Doppelstandards ihre persönlichen Erfahrungen mit ein und verdeutlicht dadurch, wie behinderte Menschen entmenschlicht und mit tierischen Eigenschaften beschrieben werden.

‘the ways we lack control when our bodies relieve themselves at inappropriate times, the way we transgress social etiquette by “eating like dogs,” the way we fail to stand erect on two feet—all of these things have been used to confirm disability’s perception as an “unruly,” “beastly,” and “animal-like” state of being. Animals make powerful insults precisely because we have imagined them as devoid of subjective and emotional lives that would obligate us to have responsibilities toward them’ (Taylor).

Die Tier-Industrie beraubt die Tiere ihres Wertes als Lebewesen. Dies trägt zu speziezistischer und ableistischer Sprache in Form von Entmenschlichung behinderter Menschen bei, wie man an den oben genannten Beispielen sehen kann. Da Tiere als wertlose Objekte für den Profit genutzt werden, ist es umso degradierender, Menschen mit ihnen gleichzusetzen, weshalb die Gleichsetzung von behinderten Menschen mit Tieren umso verletzender ist.

Außerdem werden den Tieren Behinderungen angezüchtet, was eine weitere Überschneidung zwischen den beiden Themen ist. Da sie keinen Auslauf haben, leiden Schweine oft an Herzproblemen, die Euter von Kühen schwellen aufgrund der Belastung in der Industrie unnatürlich groß an und Legehennen legen weitaus mehr Eier als für Hühner üblich, was sich schlecht auf ihre Gesundheit ausübt. Zudem werden sie oftmals verstümmelt (Vgl. PETA, Vgl. Albert Schweitzer Stiftung, Vgl. ASPCA).

Zum Höhepunkt des Buches verarbeitet Taylor einen Gedanken von Erevelle, nämlich, dass die Tier-Industrie Behinderungen fördert. Die Industrie zerstört und verschmutzt die Umwelt und Menschen leiden unter den Konsequenzen. Zudem nahmen dadurch Wohlstandskrankheiten zu. Die Autorin stellt darauf basierend folgende Frage:

“Wie kann man das Erlangen einer Behinderung zelebrieren?” (Vgl. Taylor). Taylor verweist auf die angesprochenen Verbindungen zu Rassissmus und anderen Formen systematischer Ausbeutungen, wie Polizei-Brutalität, Neokolonialismus und Mangel an Zugang zu einer Gesundheitsversorgung und betont erneut, dass die Massentierhaltung dazu beiträgt, dass mehr Menschen krank oder behindert werden und insbesondere Menschen mit geringem Einkommen darunter leiden werden, da diese mit erhöhter Wahrscheinlichkeit davon betroffen sein werden (Vgl. Taylor).

Hier lässt sich eine Parallele dazu ziehen, wie die Tiere in der Industrie überzüchtet werden. In der tierischen Agrarindustrie werden nicht nur Tiere überzüchtet und erleiden Behinderungen, sondern sie trägt auch dazu bei, dass mehr Menschen behindert werden. Dies sind alles Folgen menschlichen Handelns und von Speziezismus, welcher die verantwortliche Industrie rechtfertigt. Speziezismus ist die Ideologie, die all diese Zerstörung, sowie Rassismus und andere Formen systematischer Unterdrückung rechtfertigt. Er trägt dazu bei, dass mehr Menschen an Krankheiten wie covid-19 leiden und langfristige gesundheitliche Probleme und Behinderungen davon tragen werden.

Warum sollte man sich mit Veganismus und Speziezismus beschäftigen?

Es gibt keine “ethischen” tierbasierten Produkte. Sie alle sind Produkte von Ausbeutung und Tod. Eine vegetarische Ernährung ist besser als eine komplett unbewusste omnivore Ernährung, aber sie ist dennoch moralisch und in ihrer Logik fragwürdig. Sie trägt nach wie vor zur Ausbeutung von Tieren und der Zerstörung der Umwelt bei. Wenig überraschend liegt einer Industrie, die auf Ausbeutung und Mord basiert, nicht viel am Wohlergehen ihrer menschlichen Arbeiter. Wegen der ganzen genannten Punkte ist eine vegane Ernährung die einzig wirklich moralische.

Speziezismus ist eine Ideologie, die als Grundlage für Rassismus, Sexismus und anderen Formen von Marginalisierung, Ausbeutung und Hierarchien dient, während Veganismus gegen diese Ideen arbeitet und sie in Frage stellt. Implizit ist dies auch der Grund, weshalb einige Menschen Veganismus ablehnen und seine Anhänger*innen als intolerant darstellen: in der Realität sind nicht Veganer*innen intolerant, sondern eher die Menschen, die nicht möchten, dass man ihren Status quo in Frage stellt. Da sie nicht zu diesem Status quo beitragen und sich dagegen aussprechen, konfrontieren Veganer*innen diese mit ihrem unmoralischen Verhalten, worauf (toxische) Omnivoren mit Beleidigungen und falschen Anschuldigungen reagieren, zum Beispiel: “Veganer vermenschlichen Tiere”.

Speziezismus könnte man als Standardbeispiel dafür betrachten, wie ein objektiv unmoralischer und grausamer Status quo von denjenigen, die davon profitieren, aufrecht erhalten wird, sprich von der Massentierhaltung, ihren Lobbyisten und Unterstützern in der Politik, sowie all jenen, die sie mit ihrem Konsum unterstützen und sich nicht mit der moralischen Verwerflichkeit ihres Handelns auseinandersetzen möchten.

Jeder einzelne von uns kann jeden Tag Stellung beziehen und etwas dagegen unternehmen, also warum sollten wir diese Chance nicht nutzen? Daher:

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Ich habe bereits einige Posts zu dem Thema verfasst, die euch helfen können, vegan zu werden, falls ihr Motivation oder Tipps braucht. Außerdem gibt es online eine Unmenge an Quellen und Hilfsmöglichkeiten, weshalb es heute leichter denn je ist, sich vegan zu ernähren. Veganismus ist mit die leichteste Form von Teilnahme.

Wenn ihr durch diesen Post eure Ansichten zum Thema geändert habt, zieht bitte in Betracht, vegan zu werden. Generell, handelt gemäß eurer Moral und handelt. Es geht um den Fortbestand der Menschheit und aller anderen Lebewesen und je länger wir warten, umso fataler werden die Auswirkungen des Klimawandels werden. Noch haben wir Zeit, aber mit jedem Tag verschlechtern sich die Chancen, dass sich die Lage bessert, während die Folgen der Erderwärmung zunehmend extrem werden.

Selbst vermeintlich kleine, irrelevante Entscheidungen können große Auswirkungen haben und selbst unsere Ernährung kann sich global auswirken. Wir können damit zum Status quo beitragen oder dagegen arbeiten, also ist es in unserer Verantwortung, diese Chance zu nutzen solange wir noch die Möglichkeit dazu haben. Wegen den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels wird zunehmend klar, dass eine Veränderung nötig ist und durch unseren Konsum können wir zumindest im Alltag auf eine Veränderung hinarbeiten.

Eine Sache, die ich nicht mehr hören kann, ist die Annahme, dass das keine Rolle spiele und die Lage sich so oder so verschlechtere, durch die oftmals Stagnation und Untätigkeit gerechtfertigt werden. Wer an dieser Einstellung festhält, muss sich nicht wundern, dass sich nichts ändert und ist selbst Teil des Problems. Nichts zu unternehmen, weil man annimmt, dass es ohnehin nichts ändern würde, ist keine Option und ich würde solche Menschen gerne darum bitten, sich zu informieren und ihre Einstellung zu überdenken, da solches Denken uns nirgendwo hinführt. *hustet* Zentristen und Konservative

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht vegan leben kann, kann dafür natürlich nicht moralisch belangt werden, weil es nicht die Schuld dieser Person ist. Allerdings wäre es trotzdem schön, wenn Menschen unter solchen Umständen dennoch ihr bestes tun würden, um nachhaltig zu leben.

Veganismus allein wird die Welt nicht retten, aber es ist eine ganz grundlegende, simple Sache, die die breite Masse in ihren Alltag einbinden könnte, um irgendwann vielleicht eine systemische Veränderung anzuregen. Wie bereits bemerkt, ersetzt er jedoch nicht anderen Formen von Aktivismus und sollte mehr als Ergänzung betrachtet werden. Gleichzeitig sollte er nicht zur Ausbeutung anderer Menschen beitragen, was bei Trendfoods wie Avocados oder auch Kokosöl der Fall ist. Seid euch bitte der Konsequenzen eurer Ernährung bewusst und zieht eine vegane Ernährung in Betracht, durch die weder Menschen noch Tiere ausgebeutet werden.

Wie immer vielen Dank für’s Lesen und bis zum nächsten Mal.

-sovlpvnk

Quellen:

Adams, Carol J. The Sexual Politics of Meat. A Feminist Vegetarian Theory, In: The Continuum International Publishing Group Inc, 1990, p.47-246.

Albert Schweitzer Stiftung. Milchkühe. In: albert-schweitzer-stiftung, URL: https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/milchkuehe/2, Accessed on August 10, 2020.

ASPCA. ‘Animals on Factory Farms’, In: aspca.org, URL: https://www.aspca.org/animal-cruelty/farm-animal-welfare/animals-factory-farms, Accessed on August 10, 2020.

Butler, Stephanie. ‘Beans and Greens. The History of Vegetarianism’, In: history.com, Published on August 22, 2018, URL: https://www.history.com/news/beans-and-greens-the-history-of-vegetarianism, Accessed on August 10, 2020.

PETA. ‘Pig Transport and Slaughter’, In: peta.org, URL: https://www.peta.org/issues/animals-used-for-food/factory-farming/pigs/pig-transport-slaughter/, Accessed on August 10, 2020.

Physicians Committee. ‘Health Concerns About Dairy’, In: pcrm.org, URL: https://www.pcrm.org/good-nutrition/nutrition-information/health-concerns-about-dairy, Accessed on August 10, 2020.

Prestige Animal Hospital. ‘Why Cats and Cow’s Milk Don’t Mix’, In: prestigeanimalhospital, URL: https://www.prestigeanimalhospital.com/services/cats/blog/why-cats-and-cows-milk-dont-mix, Accessed on August 10, 2020.

Proveg. ‘Massentierhaltung von Legehennen in der Eierproduktion’, In: proveg.com, URL: https://proveg.com/de/5-pros/tiere/massentierhaltung-legehennen/, Accessed on August 10, 2020.

RND. ‘Das Elend der Tönnies-Arbeiter: Krank zur Arbeit und 200 Stunden für knapp 1200 Euro Netto-Lohn’, In: rnd.de, URL: https://www.rnd.de/wirtschaft/tonnies-arbeitsbedingungen-von-werkvertragsarbeitern-200-stunden-fur-1200-euro-NEQENI2JN7YQGPYVAX243ETUSI.html, Accessed on August 10, 2020.

Taylor, Sunaura. Beasts of Burden: Disability and Animal Liberation, New York, The New Press, 2017.

The Humane Society of the United States. ‘Cagefree vs. battery-cage eggs. Comparison of animal welfare in both methods’, In: humanesociety.org, URL: https://www.humanesociety.org/resources/cage-free-vs-battery-cage-eggs, Accessed on August 10, 2020.

University of Veterinary Medicine, Vienna. ‘Early separation of cow and calf has long-term effects on social behavior’, In: sciencedaily.org, publised on April 28, 2015, URL: https://www.sciencedaily.com/releases/2015/04/150428081801.htm, Accessed on August 10, 2020.

Verbraucherzentrale. ‘Ferkelkastration ohne Betäubung. Unsicherheit beim Einkauf bleibt’, In: verbraucherzentrale, published on April 17, 2020, URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/ferkelkastration-ohne-betaeubung-unsicherheit-beim-einkauf-bleibt-32028, Accessed on August 10, 2020.

Ziady, Hanna. ‘The giant meatpacking company at the heart of Germany’s new coronavirus hotspot’, In: cnn.com, published on June 27,2020, URL: https://edition.cnn.com/2020/06/22/business/meat-plant-germany-coronavirus-outbreak/index.html, Accessed on August 10, 2020.

Zimmer, Katarina. ‘Deforestation is leading to more infectious diseases in humans’, In: nationalgeographic.com, published on November 22, 2019, URL: https://www.nationalgeographic.com/science/2019/11/deforestation-leading-to-more-infectious-diseases-in-humans/, Accessed on August 10, 2020.

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Published by sovlpvnk

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