Ace-Rep #3: LGBTQ Gatekeeping – Bisexuelle und Ace Erasure

Als ich von Asexualität erfuhr und mich zunehmend mit LGBTQIA-Themen befasste, bemerkte ich schnell, dass es Tendenzen dazu gibt, dass bestimmte Menschen ausgeschlossen werden. Viele Menschen, die sich entlang des asexuellen Spektrums identifizieren, wurden bereits ausgeschlossen, wenn sie mit anderen LGBT-Menschen in Kontakt kamen und bereits davor wurden Bisexuelle auf ähnliche Weise ausgeschlossen. Zusätzlich zum Status als ausgestoßene Person, den man ohnehin empfindet, wenn man nicht hetero ist, kann man sich also zunehmend isoliert fühlen, wenn man selbst in vermeintlichen Safe Spaces ausgeschlossen wird. Das kann also zusätzlich zum Gefühl des Allein-Seins beitragen.

Aus diesem Grund möchte ich heute über Gatekeeping in der LGBT-Community sprechen und zwei Themen, die oftmals damit verbunden sind: Bi- und Ace-Erasure. Erasure kommt von to erase, was so viel wie auslöschen heißt: Bisexualle und Asexuelle werden oftmals ihrer Identität beraubt, da diese als nicht existent dargestellt und komplett verleugnet wird. Leider gibt es immer noch Menschen, die denken, dass es ok sei, zu versuchen, für andere über deren Identität zu bestimmen. Daher werde ich heute versuchen, aufzuzeigen, warum das nicht der Fall ist. Da es um zwei Identitäten geht, werde ich das Ganze in zwei Posts aufteilen. Heute spreche ich über die Grundlagen und verdeutliche die Ähnlichkeiten zwischen Bisexualität und Asexualität und im nächsten Post werede ich mediale Beispiele zu Erasure beider Identitäten nennen.

Bevor wir anfangen: Ihr seid legitim in eurer Identität und lasst euch von niemandem da reinreden oder euch von anderen definieren. Außerdem sollte es keinen Wettbewerb geben, in dem es darum geht, wer am meisten diskriminiert wird. Solche Dinge in ein Verhältnis zu setzen, macht überhaupt keinen Sinn und ist einfach nur unangemessen. Heute werdet ihr sehen, weshalb.

Trigger Warnung: sexuelle Nötigung

Disclaimer: Pansexuelle können natürlich auch Erasure erfahren und ich wollte sie nicht außen vor lassen. Ich beschränke mich hier jedoch auf bisexuelle Personen, um das Ganze in lesbaren Ausmaßen zu halten. Ich denke, Pansexualität und die damit verbundenen Erfahrungen sind einen eigenen Post wert.

Was ist Gatekeeping?

Um über das Thema sprechen zu müssen, müssen wir zunächst das Konzept klären, also worum geht es bei Gatekeeping? Es gibt verschiedene Definitionen und Beispiele zu diesem Begriff. Es folgen einige Beispiele, die den grundlegenden Punk verdeutlichen sollten. Diese stammen von queer undefined.

  • bestimmte Individuen von sicheren Räumen, Gruppen oder Ressourcen fernhalten
  • medizinisches Gatekeeping: Cisgender Ärzte, die transgender Individuen davon abhalten, Ressourcen zu erhalten, die ihnen helfen, ihr Gender zu verwiklichen Umschreiben!!!
  • Transphobie oder auch Trans-Personen, die Menschen ohne Dysphorie, Nonbinäre oder non-conforming Personen aus Trans-Räumen drängen möchten
  • Mitglieder einer Gruppe betrachten andere Mitglieder dieser Gruppe als nicht valide, Beispiele: bisexuelle, asexuelle Personen oder Bi-Lesben fallen dem zum Opfer (vgl. queer undefined)

In der Essenz schließen Gatekeeper andere Gruppen aus. Wenn dies in einem safe space stattfindet, wie es beim LGBTQIA+ Spektrum der Fall ist, ist das aus offensichtlichen Gründen äußerst prekär. Darüber werde ich heute in größerem Detail sprechen.

Allerdings kann Gatekeeping nötig sein, wenn man dadurch Prävention betreiben möchte. Beispielsweise wäre es auch Gatekeeping, wenn man Pädophile von Orten fernhält, an denen sich viele Kinder aufhalten oder wenn eine Arbeitskraft gefeuert wird, nachdem sie gegenüber einer anderen Person gewalttätig wurde (Vgl. McAlpine). Dabei handelt es sich um komplett legitime Formen von Gatekeeping. TERFs nutzen Gatekeeping jedoch gerne als Vorwand, um insbesondere Trans-Frauen zu diskriminieren. Daher muss bei Gatekeeping immer der Kontext betrachtet werden.

Oftmals überschneiden sich Gatekeeping, Biphobie und Ace-phobie und Erasure, wie sich am nächsten Kapitel zeigt. Darin spreche ich über einen Artikel von Devon Price, einer Person, die sich sowohl als asexuell, als auch als bisexuell identifizierte und von den damit verbundenen Erfahrungen spricht.

Bisexualität und Asexualität – Gegenteile oder zwei Seiten einer Medaille?

Devon Price identifizierte sich als asexuell und bisexuell und beschreibt im Artikel “The Asexual-Bisexual Mirror”, in wie fern sich die Erfahrungen beider Identitäten überschneiden können und insbesondere welche Formen der Diskriminierung beide von hetero- und nicht-heterosexuellen Personen erfahren.

Darin wird die Verbindung zwischen Asexualität und Bisexualität wie folgt zusammengefasst:

“Asexuelle und Bisexuelle brechen beide die Gender Binary. Ihre Identitäten entsprechen nicht heteronormativen Erwartungen und sie gehen ihre Beziehungen anders an, als es gesellschaftlich vorgegeben wird. Um asexuelle und bisexuelle Menschen zu verstehen, muss man die eigenen Annahmen zur Funktionsweise von Verlangen und Beziehungen hinterfragen” (Price).

Mit dem oben genannten Ausschnitt erfasst Price perfekt die Verbindung beider Orientierungen. Obwohl sie wie Gegenteile wirken mögen, sind Asexualität und Bisexualität sich in einigen Aspekten sehr ähnlich. Asexuelle empfinden keine sexuelle Anziehung zu keinem Geschlecht, oder die Anziehung, die sie empfinden, variiert, während Bisexuelle potentiell sexuelle Anziehung zu mehr als nur einem Geschlecht empfinden. Man könnte sie also als zwei Seiten einer Medaille betrachten. Beide stellen statische, binäre Einteilungen von sexueller Anziehung in Frage, da sie potentiell über zwei Geschlechte hinaus gehen. Sexuelle Anziehung lässt sich nicht immer klar unterteilen, sondern existiert in einem Spektrum und kann verschiedenste Gender-Identitäten abdecken.

Während Bisexualität Monosexismus, die Annahme, dass man nur Anziehung zu einem Geschlecht empfinden könne (Vgl. Clements), in Frage stellt, widerspricht Asexualität der heteronormativen Annahme, dass jeder Mensch auf gleiche Art und Weise sexuelle Anziehung empfindet. Insbesondere romantische, asexuelle und aromantische Orientierungen verdeutlichen somit die Unzulänglichkeit von Heteronormativität und Amatonormativität, um die Wirklichkeit zu beschreiben.

Notiz am Rande: Amatonormativität wertet monogame Beziehungen, bestmöglich mit Kindern, über andere Beziehungen und stellt romantische Beziehungen über Freundschaften und andere nicht-romantische Arten zwischenmenschlicher Beziehungen (Vgl. LGBTQ Wiki).

Sexualität als Spektrum

Um ein Beispiel dafür zu nennen, wie Bisexualität die oben genannten Kategorien herausfordert, könnte man sich auf Bi-Lesben beziehen. Diese empfinden potentiell sexuelle Anziehung gegenüber mehr als einem Geschlecht, fühlen sich aber fast exklusiv zu Frauen hingezogen und labeln sich daher als Lesben. Das zeigt auf, dass Anziehung Nuancen hat, die über binäre Einteilungen hinaus gehen. Es gibt nicht nur hetero und nicht-hetero und diese existieren nicht komplett getrennt von einander, sondern können einzelne Kategorien überlappen und Menschen labeln sich, wie es für sie am besten passt. Bi-Lesben werden jedoch oft stark kritisiert und in ihrer Validität in Frage gestellt, da sich manche Lesben durch deren Identität angegriffen fühlen.

Identitäten, die in der Grauzone zwischen asexuell und sexuell liegen, sind ein eigener Teilbereich: Gray Asexual Identities. Graue Identitäten können also ein hilfreiches Label sein, wenn die eigene Identität irgendwie ins asexuelle Spektrum passt, aber sich nicht ganz genau benennen oder einschränken lässt. Wenn beispielsweise jemand meistens keine sexuelle Anziehung empfindet, jedoch manchmal schon, könnte sich diese Person vielleicht am ehesten mit dem Grey-Label identifizieren, weil das eventuell deren Identität am treffendsten beschreibt. Das heißt jedoch nicht, dass dies eine Phase ist, aus der die Person herauswächst, sondern ist eine legitime Identität. Wie das vorherige Beispiel geht dies über lediglich binäre Einteilungen gemäß “entweder oder” hinaus und bietet eine Möglichkeit, die Nuancen von Identitäten treffender zu beschreiben.

Wie die Beispiele verdeutlichen, sind Menschen und ihre Sexualitäten reich an Nuancen. Daher werfen die beiden Identitäten wichtige Fragen auf bezüglich der bereits existierenden Labels, die eben nicht jeden Fall treffend beschreiben können.

Nur weil eine Person prinzipiell Anziehung gegenüber zwei oder mehr Geschlechtern empfinden kann oder keine Anziehung gegenüber diesen empfindet, heißt das nicht, dass dies konstant der Fall ist. Ebenso nimmt eine hetero- oder homoromantische Beziehung der Identität einer bi- oder asexuellen Person nicht ihre Legitimität. Die Beziehung und das Geschlecht des Partners hat in diesem Fall keine Aussagekraft über die Identität einer Person. Wenn ich eine Beziehung hätte, was bisher nicht der Fall war und sich wahrscheinlich nicht ändern wird, würde das nicht automatisch heißen, dass is nicht mehr asexuell oder aromantisch bin.

Identifiziert sich eine Person anders als ihr, heißt das nicht, dass deren oder eure Identität weniger valide ist. Ich kann nachvollziehen, warum Lesben eventuell gemischte Gefühle zu Bi-Lesben haben, aber ich denke, sie sollten sich nicht in ihrem Wert bedroht sehen. Bi-Lesben könnte man als Erweiterung lesbischer Identitäten betrachten. Am Ende des Tages ist das Label hilfreich für Menschen, die sich dadurch treffend identifizieren können, also wer seid ihr, dass ihr versucht, ihnen zu sagen, sie seien nicht valide? Davon abgesehen könnte man zwischen den Problemen von Lesben und Bi-Lesben unterscheiden und diese gesondert von einander betrachten. So nimmt das Label “Bi-Lesbe” doch nichts von der lesbischen Identität weg, sondern gibt ihr mehr Nuance und hilft anderen Frauen, sich selbst treffend zu beschreiben, also warum sollte man das Ganze nicht einfach akzeptieren?

Die Asexuelle und Bisexuelle Erfahrung

Price nennt mehrere Beispiele, für die Ähnlichkeiten zwischen beiden genannten Sexualitäten. Price kategorisiert sogar einige Formen der Erasure und Feindseligkeit gegenüber Bi- und Asexuellen. Als a- und später bisexuelle Person machte Price ähnliche Erfahrungen, da deren Identität permanent nichtig gemacht und als heterosexuell dargestellt wurde (Vgl. Price).

Darüber hinaus forderte man oftmals Beweise für Prices Identität (ebd.). Man stellte Price invasive Fragen bezüglich sexueller Erfahrungen und stellte deren Identität als nichtig dar, wenn man nicht mit den Antworten zufrieden war (ebd.). Price fasst es wie folgt zusammen: “Man weigerte sich, meinem eigenen Geist und meinem Körper zu vertrauen. Man glaubte, mich besser zu kennen als ich selbst und wollte mir beweisen, dass ich falsch sei” (Price).

Eine weitere Erfahrung, die Price leider machen musste, war sexuelle Nötigung, sowohl als asexuelle und bisexuelle Person. Als ace-Person erzählte man Price, noch nicht gereift zu sein oder ähnliches und behandelte Price, als bräuchten they Hilfe. In Zuge dessen versuchte man, Price Sex aufzuzwingen. “Jede Nacht verbrachte ich damit, seine Annäherungen, Zwänge und seinen Druck abzuwehren. Ich fühlte mich im eigenen Zuhause unsicher. Ich konnte nicht mit ihm allein Zeit verbringen, ohne angefasst, bedrängt, belästigt, angeflüstert und um Sex bebettelt zu werden. Oft gab ich seinen Forderungen nach, einfach nur, um den Druck zu stoppen” (ebd.).

Als Price sich als bisexuell identifizierte, erwarteten Menschen Dreier oder versuchten, basierend auf deren Identität andere sexuelle Handlungen zu erzwingen, beispielsweise indem sie Price Frauen entgegenstoßen oder uneinvernehmlich ein Bild auf einer Datingplattform hochluden (ebd.).

Neben der Verleugnung und den Zwängen, denen Asexuelle und Bisexuelle ausgesetzt sein können, erfahren sie oft Misstrauen, zum Beispiel in Beziehungen. Wenn man seine Ace-Identität nicht sofort enthüllt, wird man eventuell als trügerisch betrachtet, während bisexuelle Personen oftmals Stereotypen ausgesetzt sind, beispielsweise bezüglich Klischees zu Polyamorie, die auf Bisexualität übertragen werden (ebd.). Vertreter beider Identitäten werden häufig als aufmerksamkeitssuchend oder als Fremdkörper in queeren Räumen betrachtet, die nicht dort hingehörten. Beide Identitäten werden also von der hetero und der nicht-heterosexuellen Seite oftmals abelehnt (ebd.).

Basierend auf den Parallelen zwischen ihren Erfahrungen fasst Price bezüglich A- und Bisexualität zusammen: “Asexuelle und bisexuelle Menschen sind einander natürliche Verbündete. Ihre Gefühle und Erfahrungen verlaufen sehr oft parallel zu einander. Ich hoffe, dass mehr Menschen, die sich als bi identifizieren das erkennen und darüber sprechen, da Bisexualität in den Augen der Öffentlichkeit eine Reparatur durchläuft. Es ist an der Zeit, dass beide Gruppen komplette Akzeptanz als legitime, unterdrückte, queere Identitäten erhalten” (ebd.).

Prices Artikel bietet einen großartigen Einblick in die Ähnlichkeiten zwischen Asexualität und Bisexualität und die Diskriminierung, die Menschen mit diesen Identitäten erfahren können. Im folgenden Kapitel werde ich anhand einiger Beispiele und Zahlen darstellen, warum Exklusionismus im queeren Kontext, Ace-phobie und Biphobie großen Schaden anrichten können.

Warum wir Exklusionismus stoppen müssen

Die Auswirkungen von Auschließung im LGBT-Spektrum

Warum es schädlich ist, Menschen in Räumen für marginalisierte Gruppen auszuschließen, sollte offensichtlich sein. Hier folgen jedoch einige Beispiele, die dies verdeutlichen sollten.

Oftmals behaupten Menschen, das “A” in LGBTQIA+ stünde für “Ally”-Verbündete, was jedoch komplett die asexuelle Identität außen vor lässt und nichtig macht. Aspec-Individuen werden oftmals von queeren Safe Spaces ausgeschlossen, da sie als “nicht queer genug” oder “lediglich hetero” betrachtet werden und online sieht man, wie sehf vile Menschen ihre Erfahrungen hierzu teilen. Wie Bisexuelle werden wir oft von Gatekeepern, die unsere Identität nicht anerkennen wollen, als straight oder “verwirrt” dargestellt. Darüber hinaus können wir genau so Homophobie erfahren und zusätzlich dazu Ace-phobie. Als ich noch nichts von meiner Identität wusste und mich fragte, was mit mir los ist, half der homophobe BS meiner Mitschüler*innen nicht gerade bei der Identitätsfindung und machte mein Leben nicht angenehmer. Vor diesem Hintergrund ist es “nervig”, als hetero abgetan zu werden, um es diplomatisch zu formulieren. Das blendet nämlich komplett meine Erfahrungen mit Homophobie aus.

Dasselbe gilt für bisexuelle Menschen, die sowohl Homophobie als auch Biphobie von heterosexuellen und Menschen im queeren Raum abbekommen. Man fühlt sich wegen der eigenen Identität eventuell schon als Freak und wenn andere marginalisierte Menschen die eigene Existenz als nicht vorhanden darstellen, fühlt man sich eventuell zunehmend isoliert und allein.

In “Attacked from Within: Gatekeeping in the Queer Community” verdeutlicht Mary Kate McAlpine, wie asexuelle und bisexuelle Menschen insbesondere in der LGBT-Community ausgeschlossen werden können. Bisexuelle werden laut McAlpine oft als “Chamäleons” oder “halb-schwul” dargestellt, was impliziert, dass sie homosexuell und closeted sind oder heterosexuell sind und in einer experimentellen Phase stecken (Vgl. McAlpine). Das ähnelt stark Klischees zu Asexualität.

Allerdings gibt es eine Sache an Gatekeeping und Ausschließung, die besonders nervig ist: die Weiterführung von Heteronormativität durch nicht-heterosexuelle Gatekeeper. Wenn man sich zum Beispiel als heteroromantisch und asexuell identifiziert, wird man mit erhöhter Wahrscheinlichkeit “nur hetero” dargestellt, als wenn man sich als homoromantisch identifiziert. Das ist Erasure, da es die oben beschriebenen Probleme komplett ausblendet. Aber warum ist das heteronormativ? Wenn man eine Person, die keine sexuelle Anziehung empfindet, mit einer heterosexuellen Person gleichsetzt, “weil man hetero oder nicht hetero ist”, ist das ein Standardbeispiel und im Endeffekt die grundlegende Definition von Heteronormativität. Das ist dieselbe Logik, die Menschen auf nur zwei Geschlechter reduziert und nicht erkennt, dass sexuelle Orientierungen auf einem Spektrum existieren, die gleiche Logik. Wer im queeren Bereich basierend auf dieser Logik Gatekeeping betreibt, bestärkt heteronormative Werte und macht sich selbst zum wandelnden Oxymoron. Es macht einfach keinen Sinn und zeugt von Willkühr.

Leider kann der daraus entstehende Schaden weit über schlichte Entrüstung über die logischen Fehlschlüsse von Gatekeepern hinaus gehen. Ihr Verhalten kann schädlich sein und langfristigen Schaden anrichten.

Bisexualität und Geistige Gesundheit

Laut myGwork, einer Organisation für LGBT-Arbeitnehmer, deuten Studien darauf hin, dass mehr Bisexuelle an Depressionen leiden als Heterosexuelle.

“Studien zeigen, dass 37,3 % der bisexuellen Erwachsenen Depressionen meldeten. Dem stehen 17,2 % der heterosexuellen Erwachsenen entgegen. Währenddessen fühlen sich nur 28 % der bi-oder pansexuellen Personen jemals sicher genug, sich ihren Freunden und Familien zu offenbaren” (Vgl. myGwork).

Zudem haben laut GLAAD Bisexuelle höhere Raten von Angststörungen, Depressionen und anderen Störungen als Schwule, Lesben und Heterosexuelle und während bisexuelle Frauen mit einer größeren Wahrscheinlichkeit Opfer häuslicher Gewalt werden als Hetero-Frauen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass bisexuelle Männer HIV und ähnliche Krankheiten bekommen, höher. Das liegt wahrscheinlich an der Stigmatisierung im Gesundheitssystem (Vgl. GLAAD zitiert von myGwork).

Die “Who Am I” Umfrage, welche letztes Jahr in Australien durchgeführt wurde, bietet ähnliche Ergebnisse. 58 % der bisexuellen Befragten gaben an, in hohen Maßen psychischen Stress und oftmals, Panik, Ess-Störungen und Depressionen zu empfinden (Vgl. Ley). “Mehr als eine von vier befragten Personen (28 %) hat in ihrem Leben Selbstmordversuche begangen und 78 % hatten darüber nachgedacht” (ebd.). Ergo scheinen Bisexuelle vermehrt zu kämpfen zu haben und offensichtlicherweise wird ihnen Gatekeeping nicht dabei helfen, sondern es eher verschlechtern. “Interessanterweise erschloss sich aus den Ergebnissen nicht, dass Umgang mit LGBTQ Personen und Freunden mit niedrigeren Maßen von Biphobie oder Unglücklichkeit in Verbindung steht” (Vgl. ebd.).

Laut Ley könne verinnerlichte Biphobie ein großer Faktor sein, der zu den Problemen, die in dieser Studie genannt werden, beiträgt (Vgl. ebd.). Auch das legt nahe, dass Gatekeeping zumindest zu einem gewissen Maße zu den Problemen von Bisexuellen beiträgt, da, wie oben gezeigt, das LGBT-Spektrum dafür mitverantwortlich sein könnte, dass Biphobie verinnerlicht wird. Es sind nicht nur heterosexuelle, sondern auch andere queere Menschen, die daran schuldig zu sein scheinen, da Kontakt mit diesem Spektrum zumindest nicht die negativen Gefühle zu vermindern scheint.

Besonders auf Social Media-Plattformen bekommt man viel von den Problemen von LGBTQIA + Menschen mit, da sie dort leicht ihre Erfahrungen teilen können. Photo by Christopher Ott on Unsplash

Asexualität und Geistige Gesundheit

Leider gibt es kaum Untersuchungen zu Asexualität, doch eine Studie von 2013 legt nahe, dass Asexuelle mit höherer Wahrscheinlichkeit affektive Störungen entwickeln, als ihre heterosexuellen Gegenstücke. Allerdings bezieht diese Arbeit keine non-binären Menschen mit ein:

“24 % asexueller Männer im Vergleich zu 10 % nicht-heterosexueller Männer und 15 % heterosexueller Männer […] bemerkten, dass sie eine affektive Störung hätten. Folgetests deuten darauf hin, dass asexuelle Männer mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit eine affektive Störung haben, als heterosexuelle Männer. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen asexuellen und heterosexuellen Männern. 30 % asexueller Frauen, 34 % nicht-heterosexueller Frauen und 16 % heterosexueller Frauen wiesen auf affektive Störungen hin. […] Wieder deuteten Folgetests an, dass asexuelle Frauen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Störungen meldeten als heterosexuelle Teilnehmerinnen” (Yule et al.).

Dasselbe gilt für die Wahrscheinlichkeit, dass Asexuelle Angststörungen entwickeln. “20 % der asexuellen Männer, 20 % der nicht-heterosexuellen Männer und 8 % der heterosexuellen Männer meldeten sich positiv auf eine Frage zu Angststörungen zurück” (ebd.). Ähnlichermaßen waren asexuelle Frauen mit 23 % im Verleich zu nicht heterosexuellen Frauen (20 %) und heterosexuellen Frauen (15 %) mit erhöhter Wahrscheinlichkeit von Angststörungen betroffen (Vgl. ebd.).

In Bezug auf selbstmörderische Tendenzen fasst dieselbe Untersuchung zusammen, dass asexuelle Individuen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit davon betroffen sein könnten und das Thema daher näher untersucht werden sollte. Dabei wird darauf verwiesen, dass Asexuelle adäquat bezüglich ihrer Probleme mit geistiger Gesundheit unter Beachtugn ihrer Identität untersucht werden müssten (Vgl. ebd.).

Borgogna et al. kommen zu einem ähnlichen Ergebnis und bemerken, dass es nicht genug Forschung zu Asexualität gebe und es mehr vergleichende und quantitative Ansätze geben müsste, die erfassen, in wie fern sich unterschiedliche Orientierungen vergleichen lassen (Vgl. Bogogna et al.).

Fazit:

Sexuelle Orientierungen sind nicht statisch und in Stein gemeißelt, sondern befinden sich auf einem Spektrum mit Nuancen. Daher macht es keinen Sinn, die Identitäten anderer für diese zu bestimmen. Gatekeeping und Ausschlüsse sollten nicht mehr existieren und Leute, die dahinter stecken, sollten sich etwas anderes überlegen, als andere Menschen herunter zu ziehen um ihren schlechten Selbstwert zu verbessern. Wenn sich jemand als bi und lesbisch, bi oder asexuell identifiziert oder eine Trans-Person die wirkliche Identität auslebt, wie betrifft euch das überhaupt? Das nimmt eurer Identität als Lesbe, Schwuler etc. nicht den Wert und falls ihr das nocht nicht verstanden habt: wenn ihr die Identität anderer nicht akzeptieren könnt, seid ihr im Endeffekt einfach nur intolerant.

Diese Inakzeptanz hat reale Konsequenzen und verstärt nur das Gefühl, allein zu sein und wie die Forschung zeigt, haben bisexuelle und asexuelle Personen ohnehin eine höhere Wahrscheinklichkeit, an Depressionen oder Ähnlichem zu erkranken, als heterosexuele Menschen.

In diesem Sinne: seid bitte tolerant. Versucht, empathisch zu sein und zu verstehen, was andere durchmachen. Insbesondere, wenn ihr Teil einer marginalisierten Gruppe seid, zum Beispiel im LGBTQIA + Spektrum, solltet ihr wissen, wie es ist, wenn man versucht, eurer Identität den Wert zu nehmen und solltet es besser wissen, als das anderen Menschen an zu tun.

Damit ist der heutige Post zu Ende. Vielen Dank fürs Lesen udn schreibt gerne eure Meinung oder Fragen in die Kommentare. Ab dem 25. beginnt die Asexual Awareness Week, also informiert euch gerne über das Thema, wenn es euch interessiert. Im nächsten Teil dieses Posts werde ich einige Beispiele zu Erasuren in fiktionalen werken nennen, also folgt mir gerne hier, auf Twitter oder Instagram, wenn euch das Thema interessiert.

-sovlpvnk

Quellen:

Borgogna, N. C., McDermott, R. C., Aita, S. L., & Kridel, M. M. (2018, September 17). Anxiety and Depression Across Gender and Sexual Minorities: Implications for Transgender, Gender Nonconforming, Pansexual, Demisexual, Asexual, Queer, and Questioning Individuals. Psychology of Sexual Orientation and Gender Diversity. Advance online publication.URL: http://dx.doi.org/10.1037/sgd0000306, Accessed on October 17, 2020.

Ley, David J. “Why Are Mental Health Issues Greater Among Bisexual People? New research offers new insight into troubling findings with bisexuality.” In: Psychology Today, 25 April 2019, URL: https://www.psychologytoday.com/us/blog/women-who-stray/201904/why-are-mental-health-issues-greater-among-bisexual-people, Accessed on October 17, 2020.

LGBTA Wiki. “Amatonormativity.” In: lgbt.wikia.org, URL: https://lgbta.wikia.org/wiki/Amatonormativity, Accessed on October 17, 2020.

McAlpine, Mary Kate. “Attacked from Within. Gatekeeping in the Queer Community.” In: medium.com, 13 November 2017, URL: https://medium.com/@marykatemcalpine/attacked-from-within-gatekeeping-in-the-queer-community-700d412d2db9, Accessed on October 17, 2020.

MyGwork. “How bi-erasure is damaging the bisexual community.” In: mygwork.com, URL: https://www.mygwork.com/en/my-g-news/how-bi-erasure-is-damaging-the-bisexual-community, Accessed on October 17, 2020.

Price, Devon. “The Asexual-Bisexual Mirror. Ace and Bi people are marginalized in many of the same ways.” In: devonprice.medium.com, 11 June 2019, URL: https://devonprice.medium.com/the-asexual-bisexual-mirror-f70b42b38ca7, Acessed on October 17, 2020.

Queer Undefined. “Gatekeeping.” In: queerundefined.com, URL: https://www.queerundefined.com/search/gatekeeping, Accessed on October 17, 2020.

Yule et al. “Mental health and interpersonal functioning in self-identified asexual men and women” In: Psychology & Sexuality, 2013, Vol. 4, No. 2, 136–151, URL: http://dx.doi.org/10.1080/19419899.2013.774162, Accessed on October 17, 2020.

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Ace-Rep #3: LGBTQ Gatekeeping – Bisexual and Asexual Erasure

When I found out about asexuality and got more and more involved with LGBTQIA+ topics, I also first realised that exclusionism was a thing. I realised that lot of a-spec folks experienced this when they came into contact with fellow LGBTQ people and that before them, bisexuals where and still are oftentimes affected by this. On top of feeling out of place because you are not straight, exclusion from safe spaces can add up to the feeling of being detached and alone or even dysfunctional.

For that reason, I am going to talk about gatekeeping in the LGBTQIA+ community and about a topic that is frequently connected to this: bi and ace erasure. Oftentimes, asexuals and bisexuals are depicted as invalid and their identities are nullified and ‘erased’. Unfortunately, there are plenty of people who still think that policing others’ identities is appropriate, so in today’s post, I’m hoping to illustrate why that is not the case. Since I am talking about two identities, I am going to split this up into two parts. Today, I am going to discuss the basics and illustrate the similarities of bisexuality and asexuality and in the next post, I am going to talk about examples of erasure of both identities in fictional work.

Before we get into this, I would like to emphasise this: you are valid and you should not let others define you. Also, there should not be a contest on who suffers from the most homophobia or anything like that. Putting these kinds of things in a relation sucks and in this post, I am going to show you why.

Trigger Warning: sexual abuse

Disclaimer: Pansexual individuals also face erasure but I wanted to keep this somewhat concise and readable. I think that pansexuality and pansexual experiences would be a topic of its own.

What is Gatekeeping?

Before talking about this topic, we have to establish a common understanding of the concept, so what is gatekeeping? There are various definitions and examples of gatekeeping. The following ones are just a few that get my point across. I took them from queer undefined.

  • keeping certain individuals away from spaces, communities, or resources
  • “medical gatekeeping”: e.g. cisgender doctors denying transgender individuals from accessing gender-affirming resources such as HRT by using pretenses
  • “True Trans” and transmedicalist transphobes trying to block non-dysphoric, non-binary, and/or gender non-conforming trans people from trans spaces
  • “gatekeeping” occurs when some members of a group or community consider some others “invalid” as members of that community, for example bisexuals, asexuals, bi lesbians (queer undefined)

Gatekeeping is essentially exclusionism and when I’m talking about gatekeeping in the LGBTQIA+ spectrum, I mean exclusionism in what is supposed to be a safe space. This sucks for reasons that should be obvious but in today’s post, I’m going to talk about that in more detail.

Apart from that, gatekeeping CAN be necessary IF it is supposed to prevent harm, for example in the following contexts: ‘Keeping registered child sex offenders away from places where children gather is a form of gatekeeping. Firing someone who punched their coworker in the face unprompted is a form of gatekeeping’ (McAlpine). However, TERFs like to use necessary gatekeeping as a pretense to discriminate against trans women in particular, so considering the context and the agenda behind gatekeeping is always important.

Oftentimes, gatekeeping overlaps with bi and ace-phobia, as well as erasure of the respective identities as you will see in the following chapter, in which I am going to summarise and comment on an article by Devon Price about the connection of asexuality and bisexuality.

Bisexuality and Asexuality – Polar Opposites or Two Sides of the Same Coin?

In their article, ‘The Asexual-Bisexual Mirror’, Devon Price shares their experiences as someone who used to identify as asexual and later on started to identify as bisexual. They explain the struggles that come with both identities and particularly the discrimination that both face from hetero and non-heterosexual people.

They summarise the connection of asexuality and bisexuality the following way:

‘Asexual people and bisexual people are both binary-breakers. Their identities flout heteronormative expectations, and they often approach their relationships in ways that break existing social scripts. Understanding and respecting asexual and bisexual people requires that you be thoughtful, and that you question your existing assumptions about how desire and relationships are supposed to work’ (Price).

The Asexual Pride Flag. Picture taken from https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Asexual_Pride_Flag.svg

I think that they perfectly capture the connection of both sexualities in this excerpt. Although they may seem like polar opposites, asexuality and bisexuality are quite similar in some respects. As an asexual, you do not experience sexual attraction to any gender or the attraction you experience may vary, while bisexuals may experience sexual attraction to more than one gender. In that respect, they may be considered to sides of the same coin or rather of the sexual spectrum. Both call static, binary distinctions of attraction and such into question, as they go beyond just one or two genders. Sexual attraction is not always clean cut but exists on a spectrum and can cover various genders. Both identities illustrate this nicely. While bisexuality challenges monosexism, the idea that one can only be attracted to one gender (Clements), asexuality challenges the heteronormative assumption that everyone feels sexual attraction in the same way. Especially, when it comes to romantic attraction, asexual and aromantic orientations in particular showcase the insufficiency of heteronormativity and amatonormativity to describe the reality.

note: Amatonormativity values monogamous relationships in which you have children over others and places romantic relationships over friendships and other non-romantic relationships (LGBTQ Wiki).

Sexuality as a Spectrum

To name an example of how bisexuality challenges outdated, static notions of sexuality, there are bi-lesbians who could potentially feel sexual attraction towards more than one gender but almost exclusively feel attracted to women and thus identify as lesbians. There are nuances to attraction that go beyond just binary divisions into straight, not straight and so on and people may identify in ways that suit them best. However, bi-lesbians are constantly discriminated against by exclusionists who think that this takes away from their own identity’s validity.

However, there can be variations to asexuality. The spectrum between sexual and asexual covers gray asexual identities. Therefore, grey asexuality has become a label for identities that are not that clean cut. If someone does not experience sexual attraction most of the time but sometimes does, they may use the grey label if they feel like it suits their identity best. This is not a phase that those people grow out of but a valid identity. Like the previous example, this goes beyond binary divisions and helps to illustrate the nuances of identities that go beyond these divisions.

These examples show that people and their sexualities are nuanced. Thus, they raise questions about appropriate labels for cases that potentially cannot be described with already existing labels and they challenge more static concepts of (sexual) attraction or lack thereof.

Just because someone can generally experience sexual attraction to two or more genders or does not experience any attraction to them, that does not mean that they constantly feel (un)attracted to them. Likewise, if they are in a hetero or homo-romantic relationship, that does not mean that an asexual or a bisexual is heterosexual or homosexual. This relationship or more precisely the gender of their partner does not take away from their identity. If I were to have a relationship, which I have not had at this point, that would not mean that I am no longer asexual or aromantic.

Similarly, the fact that someone identifies in a way outside of one’s own internalised concepts of sexuality does not take away from their or one’s own validity. For instance, to some extent, I understand that lesbians have mixed feelings about bi-lesbians but I think that it they should not feel invalidated by them. You could see the concept of bi-lesbians as an expansion of lesbian identity. At the end of the day, this is just a helpful label for people to help them identify as what suits them best, so who are you to tell them that they’re not valid? Additionally, in order to address the specific problems that lesbians face, you can still distinguish between lesbians and bi-lesbians and refer to their specific problems. That does not take away from the value of what it means to be a lesbian but it adds more nuance and helps people to describe their identity in a more fitting way, so why not just embrace it?

The Asexual and Bisexual Experience

Price showcases several examples of similarities between both sexualities. They even categorise several forms of erasure and hostile behaviour that both, bisexuals and asexuals can face. Price experienced similar forms of erasure as an asexual and as a bisexual, as their identity was constantly nullified and people just treated them as a heterosexual (Price).

Apart from that, people were frequently demanding proof of their identity (Price). Essentially, people would ask them invasive questions about their experiences and be nullifying their validity because of their disbelief and lack of understanding for Price’s answers (Price). As Price summarises: ‘People refused to trust my own mind and body. They believed they knew me better than I knew myself, and they wanted to show me that I was wrong’ (Price).

However, in addition to having their identity constantly nullified as both, an asexual and later on as a bisexual, Price was also forced to sexual activities that they were not comfortable with. When they identified as ace, people told them that they were not fully matured and similar things or they even treated them like they needed fixing and tried to force sex on them. ‘I spent every single night warding off his [their boyfriend’s] advances, coercion, and pressure. I felt completely unsafe in my own home. I couldn’t spend any time alone with him without being touched, cajoled, harassed, whispered at, and begged for sex. Often I would give in to his demands, just to make the pressure stop’ (Price, explanation added).

As a bisexual, people expected them to have threesomes or did other things to them without their consent, such as constantly pushing them towards women or taking pictures of them and putting them on dating sites without permission (Price).

In addition to the erasure and coercion that they can face, asexuals and bisexuals are frequently distrusted, for example in relationships. If one does not reveal their ace identity instantly, they might be considered deceitful for not revealing this, while bisexuals are often faced with prejudice, such as stereotypical depictions of polyamory (Price). Both are often considered to be attention-craving and ‘invading into queer spaces’ in which ‘they do not belong’ and are frequently rejected by straight and queer people alike (Price).

Based on the parallels between their experiences, Price concludes: ‘Asexual and bisexual people are natural allies to one another. Their feelings and experiences run parallel much of the time. My hope is that more bisexual-identified people get to realizing this, and speaking about it, because bisexuality has started to be repaired in the public’s eyes. It’s time that both groups receive full-throated acceptance as legitimate, oppressed queer identities’ (Price).

Price’s article provides a great insight into the similarities between asexuality and bisexuality as well as the exclusion and discrimination that people with these identities can face. In the following chapters, I am going to illustrate why exclusionism, ace-phobia and biphobia can be really harmful.

Why We need to Stop Exclusionism

The Consequences of Exclusionism

It should be obvious why exclusionism in a space for marginalised people sucks but here are a few examples and numbers.

Oftentimes, people claim that the ‘a’ in LGBTQIA+ is for ‘ally’, which is dismissive of our identity and nullifies it. A-spec folks are often excluded from queer safe spaces because they are not considered to be ‘queer enough’ or ‘just straight’ and online, you can find lots of people sharing these experiences. You could say that just like bisexuals, we are considered straight or confused by exclusionists who do not acknowledge our identities. Apart from that, we can also experience homophobia based on people’s unawareness and assumptions and queer people’s ace-phobia on top of that. When people gave me homophobic BS and I had not figured out my identity yet, that definitely did not help so being invalidated and considered as straight is a bit annoying.

The same goes for bisexuals who can experience homophobia and biphobia from straight people and from fellow queer people on top of that. Because of your identity, you might already feel alone and like a freak but if other marginalised people nullify your existence, you might feel even more alone.

In ‘Attacked from Within: Gatekeeping in the Queer Community’, Mary Kate McAlpine addresses gatekeeping inside the LGBTQ community specifically and sheds some light at the similarities between the exclusion of bisexuals and asexuals from queer spaces. For instance, people who identify as bi, are often considered ‘chameleons’ or ‘only half-gay’, implying that they’re either gay people in the closet or straight people going through an experimental phase they’ll grow out of’ (McAlpine). This is eerily similar to ace-phobic exclusionism as described above. By now, that should ring a bell.

However, there is one thing about this that is particularly annoying: the perpetuation of heteronormativity by non-heterosexual gatekeepers: If you identify as heteroromantic asexual, for instance, you are more likely to be considered ‘just straight’ by exclusionists than if you are homoromantic and asexual. This is erasure. Oftentimes, you are just considered straight as an asexual when you do not really live the straight experience. Now, how is this heteronormative? If you equate someone who does not experience sexual attraction with a straight person because ‘you are either straight or not’, that is the exact logic behind heteronormativity. That is the same logic that fails to realise that sexual orientations lie on a spectrum and the same logic that reduces people to just two sexes and straight or ‘other’. If you are gatekeeping in queer spaces based on this logic, you are essentially reinforcing heteronormative values and that does not make any sense whatsoever. You essentially become a walking oxymoron.

Unfortunately, the damage resulting from this can go far beyond annoyance by gatekeepers due to their logical fallacies and spiteful behaviour. Their behaviour can be harmful and cause long-term damage.

Bisexuality and Mental Health

According to myGwork, an organisation for LGBT employees, studies suggest that much more bisexuals suffer from depression than heterosexuals.

‘studies have found that 37.3 percent of bisexual adults have reported experiencing depression, compared to 17.2 percent of heterosexual adults. While according to the Pew Research Center, Only 28% of bi or pan people ever feel safe enough to come out to their friends and family’ (myGwork).

Additionally, GLAAD finds that ‘bisexuals have higher rates of anxiety, depression, and other mood disorders compared to gays, lesbians and heterosexuals’ and while bisexual women are more likely to fall victim to domestic abuse than straight women, bi men are more likely to contract HIV and similar diseases due to fear of stigmatisation in health care (GLAAD cited by myGwork).

The ‘Who Am I’ survey, conducted in Australia last year, offers similar findings. 58 % reported high levels of psychological distress and frequently anxiety, eating disorders as well as depression (Ley). ‘More than one in four (28%) had attempted suicide in their lives and 78% had thought about it’ (Ley). Accordingly, bisexuals seem to struggle a lot and obviously, gatekeeping is not going to help them but most likely going to worsen things, which the following quotes suggest: ‘Interestingly, results did not find that having LGBTQ peers and friends was related to lower levels of biphobia or unhappiness’ (Ley).

According to Ley, internalised biphobia may be a great factor that contributes to the issues mentioned in his study (Ley). This, too suggests that gatekeeping could be at least partially responsible for the struggles of bisexuals because as illustrated above, the LGBT-spectrum may also be involved in the internalisation of biphobia through perpetuation of biases. It is not only straight people but also fellow queer people who seam to perpetuate this.

Especially on social media, you can experience a bunch of hate and you get an insight into lots of people’s concerns with exclusionism, as they share their experiences frequently. Photo by Christopher Ott on Unsplash

Asexuality and Mental Health

Unfortunately, when it comes to asexuality, there is barely any research but a study from 2013 suggests that asexuals are more likely to have mood disorders than heterosexuals. However, note that Yule et al.’s work does not include non-binary people:

‘Twenty-four percent of asexual men, compared to 10% of non-heterosexual men and 15% of heterosexual men […] noted that they did have a mood disorder. Follow-up tests indicated that asexual men were significantly more likely to report having a mood disorder than heterosexual men. There was no significant difference between asexual and non-heterosexual men. Thirty percent of asexual women, 34% of non-heterosexual women and 16% of heterosexual women reported a current mood disorder […]. Again, follow-up tests indicated that asexual women were more likely to report having a mood disorder than heterosexual participants’ (Yule et al.)

The same goes for the likelihood of asexuals to report anxiety disorders. ‘Twenty-three percent of asexual men, 20% of non-heterosexual men and 8% of heterosexual men responded positively to the enquiry about anxiety disorders’ (Yule et al.) Likewise, asexual women (23%) were more likely to report anxiety disorders than non-heterosexual women (20%) and heterosexual women (15%).

Regarding suicidal tendencies, the same research concludes that a ‘tendency toward suicidality may be elevated in asexual individuals, warranting further research into this important topic. Clinical implications are considerable, and asexual individuals should be adequately assessed for mental health difficulties and provided with appropriate interventions that are sensitive to their asexual identity’ (Yule et al.).

Similarly, Borgogna et al. propose that ‘quantitative examinations that simultaneously account for differences across participants from the various sexual identities, with effect size comparisons to heterosexual participants is warranted’ (Bogogna et al.). As both sources suggest, there is not enough research on asexuality and particularly quantitative research could be helpful to determine how likely this identity affects people negatively.

Conclusion:

Sexual orientations are not stagnant but a spectrum with nuances. Since they are a spectrum, it does not make sense to police others’ identities for them. Gatekeeping and exclusionism should no longer be a thing and exclusionists should consider something other than dragging others down to fix their bad self-esteem. If someone identifies as a bi-lesbian, bi or ace or if someone is not cis and adopts their true identity, how does it even affect you? It does not take away from your identity as a lesbian, gay person or anything like that and sorry to break the news to you but if you are unable to accept others’ identities, you are essentially a bigot.

Exclusionism has real consequences, as it enhances the feeling of being alone and as research suggests, bisexuals and asexuals are already more likely than heterosexuals to suffer from depression and similar problems.

That being said, don’t be exclusionists. Please try to be empathetic and to understand what others are going through. Especially if you are part of a marginalised group, e.g. the LGBTQIA+ spectrum, you should know what it is like to be invalidated and you should know better than doing this to others.

That marks the end of this post. Thank you for reading and feel free to point out things or ask questions in the comments. This year’s asexual awareness week is from 25th October to 31st of October, so if you are interested in this topic, stay tuned for the second part of this post, in which I am going to break down some fictional examples of erasure concerning both, bisexuality and asexuality.

As always thanks for reading

-sovlpvnk

Sources:

Borgogna, N. C., McDermott, R. C., Aita, S. L., & Kridel, M. M. (2018, September 17). Anxiety and Depression Across Gender and Sexual Minorities: Implications for Transgender, Gender Nonconforming, Pansexual, Demisexual, Asexual, Queer, and Questioning Individuals. Psychology of Sexual Orientation and Gender Diversity. Advance online publication.URL: http://dx.doi.org/10.1037/sgd0000306, Accessed on October 17, 2020.

Ley, David J. ‘Why Are Mental Health Issues Greater Among Bisexual People? New research offers new insight into troubling findings with bisexuality.’ In: Psychology Today, 25 April 2019, URL: https://www.psychologytoday.com/us/blog/women-who-stray/201904/why-are-mental-health-issues-greater-among-bisexual-people, Accessed on October 17, 2020.

LGBTA Wiki. ‘Amatonormativity.’ In: lgbt.wikia.org, URL: https://lgbta.wikia.org/wiki/Amatonormativity, Accessed on October 17, 2020.

McAlpine, Mary Kate. ‘Attacked from Within. Gatekeeping in the Queer Community.’ In: medium.com, 13 November 2017, URL: https://medium.com/@marykatemcalpine/attacked-from-within-gatekeeping-in-the-queer-community-700d412d2db9, Accessed on October 17, 2020.

MyGwork. ‘How bi-erasure is damaging the bisexual community.’ In: mygwork.com, URL: https://www.mygwork.com/en/my-g-news/how-bi-erasure-is-damaging-the-bisexual-community, Accessed on October 17, 2020.

Price, Devon. ‘The Asexual-Bisexual Mirror. Ace and Bi people are marginalized in many of the same ways.’ In: devonprice.medium.com, 11 June 2019, URL: https://devonprice.medium.com/the-asexual-bisexual-mirror-f70b42b38ca7, Acessed on October 17, 2020.

Queer Undefined. ‘Gatekeeping.’ In: queerundefined.com, URL: https://www.queerundefined.com/search/gatekeeping, Accessed on October 17, 2020.

Yule et al. ‘Mental health and interpersonal functioning in self-identified asexual men and women’ In: Psychology & Sexuality, 2013, Vol. 4, No. 2, 136–151, URL: http://dx.doi.org/10.1080/19419899.2013.774162, Accessed on October 17, 2020.

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Buchreview #1: “Dune” von Frank Herbert – Sci-Fi-Meisterwerk oder staubtrocken?

Bald wird der Science-Fiction Klassiker “Dune” von Frank Herbert mit Starbesetzung neu verfilmt. Die Betonung liegt auf “neu”, da es bereits in den 80ern eine Verfilmung des Werkes gab.

Ich kaufte das Buch ehrlich gesagt unabhängig davon, weil es als Klassiker gilt und las die Originalversion. Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch, da es aus den 60er Jahren stammt, doch ich war durchaus positiv überrascht. “Dune” ist ein sehr interessanter Sci-fi-Epos und ich bin durchaus gespannt auf den Film, obwohl ich das Gefühl habe, dass der Roman schwer zu adaptieren sein könnte.

Da jüngst der Trailer zum Film veröffentlicht wurde, möchte ich den Roman vor diesem Hintergrund reviewen. Zur audiovisuellen Unterstützung seht ihr im Folgenden den Trailer zur neuen Verfilmung.

Worum geht es in “Dune”?

“Dune” spielt in einer Zukunft, in der die Menschen durch Raumfahrt andere Planeten bereisen können. Es gibt in diesem Universum detaillierte Herrschaftsstrukturen und neben einem Imperium verschiedene Adelshäuser mit Lehnsherrschaft über eigene Planeten.

Über den Verlauf der Geschichte hinweg begleiten wir den Erben der Familie Atreides, Paul, auf seinem Weg von einem jungen Erben zum Fürsten. Die Atreides-Familie geführt von seinem Vater, Fürst Leto Atreides, erhält die Lehnsherrschaft über den desolaten Wüstenplaneten Arrakis und bereitet sich anfangs auf die Reise zur neuen Heimat vor.

Bereits von Beginn an ist klar, dass Unheil im Verzug ist, da es in den Reihen der Atreides und ihrer Dienerschaft einen Verräter gibt und es entfalten sich interessante Intrigen und Gedankenspiele zwischen den Charakteren, da diese versuchen, den Verräter zu entlarven oder nicht als solcher entlarvt zu werden.

Auf dem Wüstenplaneten kommt es schließlich zum Verrat und die Handlung eskaliert fortan schlagartig. Paul muss den Verrat überleben und macht es sich zum Ziel, sein rechtmäßiges Erbe anzutreten. Währenddessen muss er jedoch mit seinen neu erweckten Kräften und den damit verbundenen internen Konflikten umgehen.

Cover Illustration and Design by Jim Tierney, no copyright infringement intended

Die großartige Welt von “Dune

Wie bereist angeschnitten, gibt es im Universum von “Dune” verschiedene Fraktionen mit eigenen Zielen. Die Intrigen der Charaktere untereinander sind der große Verkaufspunkt des Buches und bringen überhaupt seine Story in Gang.

Im Zentrum der Handlung steht der Konflikt zwischen Familie Atreides und deren Rivalen, den Harkonnen, einer anderen Adelsfamilie. Neben diesem Konflikt gibt es verschiedenste Interessengruppen und Fraktionen auf galaktischer und lokaler Ebene. Auf Arrakis, wo der Großteil der Handlung spielt, leben beispielsweise Rebellen, namens Fremen, die sich dem Leben in der Wüste angepasst haben. Galaxieübergreifend gibt es Menschen mit verschiedenen Kräften, wie die Bene Gesserit und die Mentate. Erstere dienen ihrem Orden und dessen Zweck, während letztere angeheuert werden und ihrem Arbeitsgeber treu sind. Bene Gesserit können andere Menschen manipulieren und nutzen dazu Kräfte, die wahrscheinlich als Inspiration für die Macht in Star Wars dienten.

All diese Fraktionen haben eigene Ziele und teils auch Bräuche, die dem Buch eine immense Tiefe geben. Dabei bleibt die Handlung jedoch interessant, da die detaillierte Gestaltung dieser Gruppen die Handlung bereichert und vorantreibt. Beispielsweise ist Wasser auf dem Wüstenplaneten rar, weshalb man um jeden Preis Wasser spart. Daher tragen die Einheimischen Geräte mit sich, die das Wasser, das beim Ausatmen ausgestoßen wird, wieder auffangen und konservieren. Die Fremen konservieren zudem das Wasser aus Leichen, um dieses nicht zu verschwenden. Basierend auf Wasser und dessen Konservierung hat sich auf dem Planeten also ein ganz eigenes System entwickelt. Wie dieses System funktioniert und wie die “Shai-Hulud” oder “Schöpfer” genannten riesigen Sandwürmer in diese Kultur hineinspielen, erfährt man im Verlauf des Buches.

Das düstere Schicksal des Paul Atreides

Inmitten dieser Welt und ihrer Konflikte steht der Protagonist Paul. Er ist ein interessanter Charakter, der aufgrund seines lebenslangen Trainings bereits mit 15 Jahren sehr reif und analytisch ist. Im Laufe des Buches entwickelt er interessante Fähigkeiten. Ab einem bestimmten Punkt kann er mit Einschränkungen in die Zukunft sehen und die verschiedenen Ausgangsmöglichkeiten einer Situation wahrnehmen. Dabei ist jedoch nie gewiss, wie eine Situation genau enden wird, weshalb die Spannung konstant aufrechterhalten wird. Obwohl er die möglichen Szenarien kennt, ist Pauls Leben nie komplett sicher und er muss taktisch an Situationen herangehen, da er sonst sterben könnte.

Paul wird sich zunehmend der schrecklichen Folgen bewusst, die sein Handeln in Zukunft haben könnte und es entsteht ein interessanter interner Konflikt,  der darin besteht, dass er sein Anrecht auf das Erbe seines Vaters einfordern, gleichzeitig jedoch einen Glaubenskrieg verhindern möchte, der in Zuge dessen entstehen und die Galaxis ins Chaos stürzen könnte. Diese Dynamik bleibt bis zum Ende des Romans interessant und nimmt in ihrer Intensität mit fortlaufender Geschichte zu, da sich Paul immer weiter in Richtung seiner Bestimmung und des “Jihad” bewegt.

Glanzmomente

Das Erwachen von Pauls Kräften war für mich einer der interessantesten Momente im Buch. Das Konzept, Erinnerungen aus der Zukunft bereits in der Gegenwart sehen zu können, ist sehr interessant und schafft geniale Möglichkeiten für eine Story, die das Buch gekonnt nutzt, um Spannung zu erzeugen und die Handlung voranzutreiben. Paul kennt zwar die Möglichkeiten seiner Zukunft, weiß jedoch nicht, wie er dort hinkommt und wie er genau eine Herausforderung bestehen kann. Dadurch kommt es zu vielen taktischen Überlegungen und starken inneren Konflikten.

Genau solche Spielereien mit Gedanken und Zwiespälten machen “Dune” zu einem äußerst interessanten Buch und halten es bis zum Ende spannend, da man trotz Pauls Wissen über die mögliche Zukunft nie genau weiß, was passieren wird. Selbst Paul weiß dies nie genau. Frank Herbert spielt auf diese Weise mit den Erwartungen der Leser*innen und zwingt sie förmlich zum Weiterlesen, da man stets weiß, dass etwas passieren wird, aber nicht genau was und wie es passieren wird.

Zudem ist es interessant, zu sehen, wie Pauls Charakter sich mit den Ereignissen verändert. Einerseits belasten ihn seine Kräfte, andererseits erlebt er sehr viele einschneidende Ereignisse in einer sehr kurzen Zeit und stumpft ab. Zu sehen, wie ein 15-Jähriger zunehmend berechnend und kaltblütig gegenüber seinen Feinden wird und mit seiner Macht umgeht, macht die bereits gelungene Prämisse umso interessanter.

Obwohl Pauls Kräfte immens sind und er kein normaler 15-Jähriger ist, kann man sich gut in ihn hineinversetzen, da seine Gefühle, insbesondere, wenn er seine Kräfte nutzt, sehr greifbar dargestellt werden. Trotz der Macht, die sein Wissen mit sich bringt, ist Paul ein Teenager und sein junges Alter scheint immer wieder hervor. Somit wirkt er nicht wie ein unantastbarer Gott, sondern wie ein junger Mensch, der in kurzer Zeit viel Traumatisches erlebt und große Macht erlangt hat. Er ist ein interessanter Charakter, den ich gerne bis zum Ende seiner Reise begleitete.

Nicht alles das glänzt ist Gold

Die einzige große Schwäche des Romans ist der Einstieg. Bei “Dune” handelt es sich um den Beginn einer Saga. Dem entsprechend musste Herbert zunächst die Welt, in der das Werk spielt, aufbauen. Das kostet Zeit. Allein die Vorstellung der Hauptcharaktere nimmt viel Zeit in Anspruch, weshalb das erste Drittel des Buches sich etwas ziehen kann. Dennoch weiß man währenddessen genau, dass es einen Verräter gibt und etwas Schlimmes passieren wird, da es ständig Andeutungen gibt, die Schlechtes vermuten lassen. Daher wird die Spannung zugegebenermaßen langwierig, aber dennoch effektiv aufgebaut. Sobald die Handlung aber losgeht, ist sie nicht mehr zu bremsen und der langatmige Einstieg wird gekonnt ausgeglichen.

Jeder altert, nur nicht zwingend gut…

Da “Dune” 1965 veröffentlicht wurde, kann man sich bereits denken, dass manche Aspekte daran weniger gut gealtert sind. Zum Beispiel haben die Darstellungen einiger Charaktere recht fragwürdige Implikationen. Übergewichtigkeit wird teils als Zeichen moralischen Versagens genutzt, da der Hauptantagonist als SEHR FETT dargestellt wird, in Ausmaßen, die stark an der Grenze zum Lächerlichen kratzen (Dieser Charakter nutzt schwebende Geräte, um sein Körperfett stemmen zu können).

Ansonsten ist die Darstellung von Frauen für heutige Zeiten wenig zeitgemäß. Sie sind hauptsächlich in passiven Nebenrollen, die Klischees zu Frauen erfüllen. Beispielsweise gibt es eine Prinzessin, die lediglich einer politischen Heirat dient. Obwohl Pauls Mutter eine recht starke Frau ist, ist ihre Darstellung nicht weniger fragwürdig. Aufgrund ihrer Kräfte als Bene Gesserit wird sie recht manipulativ und als eine Art Hexe dargestellt. Bene Gesserit sind grundsätzlich Frauen und nutzen Logik, sowie Tricks und Manipulation, um ihre Ziele zu erreichen, wodurch diese Charakterisierung zusätzlich verallgemeinernd wirkt. Das entspricht einem eher schlechten Bild von Frauen, welches man in Frage stellen sollte. Starke Frauen sind nicht prinzipiell manipulativ und gehen nicht zwingend über Leichen, um ihre Ziele zu erreichen. Vielleicht sprach da die Misogynie der 60er aus dem Autor.

Fazit:

Alles in Allem wird “Dune” nicht zu Unrecht als Meisterwerk bezeichnet. Das Universum, in dem es spielt, hat eine große Tiefe. Die Charaktere sind gut geschrieben und bis auf ein paar einzelne Ausnahmen sind sie interessant und wenig nervtötend. Insbesondere die Prämisse, die auf Erinnerungen aus der Zukunft aufbaut, ist sehr interessant und Frank Herbert verknüpft dadurch gekonnt die Handlung und die Welt, in der sie stattfindet mit dem inneren Konflikt des Hauptcharakters.

Man merkt teilweise dennoch, dass das Buch aus einer anderen Zeit stammt, da manche Dinge, die darin zum Ausdruck kommen, in der heutigen Zeit Aufschrei mit sich bringen würden. Die Geschichte wirkt jedoch frisch und hat sicherlich einige kontemporäre Werke beeinflusst, unter anderem “Star Wars”. Die Story an sich ist also gut gealtert und es ist interessant, zu sehen, wie “Dune” neuere Werke beeinflusst hat.

Das Buch ist aber definitiv nicht für jeden geeignet. Um wirklich das Werk genießen zu können, sollte man zumindest ein junger Erwachsener sein. Ich bezweifele, dass ein 12-jähriges Kind das Buch in vollem Maße genießen würde, da der Einstieg recht zäh sein kann und der Schreibstil insbesondere während Gedankenspielen und taktischen Überlegungen für Kinder zu trocken und teils zu kompliziert sein könnte. Manche Abschnitte erinnern an Virginia Woolfs Schreibstil, welcher sehr kompliziert sein kann. Allein daher würde ich das Buch nicht für Kinder weiterempfehlen.

Wer jedoch in eine interessante Welt mit diversen Fraktionen und einer gut geschriebenen Geschichte eintauchen will, sollte das Buch lesen. Ich gebe ihm 9 von 10 Punkten und bin gespannt auf die Fortsetzungen und die neue Verflimung, wobei ich bei letzterer etwas skeptisch bin, da ich mir nicht sicher bin, wie gut man die Gedankenspiele und Taktiken der Charaktere auf der großen Leinwand darstellen kann.

Damit sind wir am Ende meiner ersten Buch-Review angekommen. Ich hoffe, sie hat euch gefallen. Habt ihr das Buch bereits gelesen oder plant ihr vielleicht, es zu lesen? Schreibt es gerne in die Kommentare oder auf Twitter.

Wie immer vielen Dank für’s Lesen.

-sovlpvnk

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Book Review #1: Frank Herbert’s ‘Dune’ – Masterpiece of Sci-Fi or Touch-Dry?

The sci-fi classic Dune by Frank Herbert is going to return with a new motion picture adaptation soon. Emphasis on ‘return’, since there has already been one adaptation in the 1980s. However, this is going to be a brand new adaptation with some well-renounced stars like Javier Bardem and Oscar Isaac.

I honestly bought the book because I knew that it is a classic and I did not care too much about the film but after reading the novel, that changed. With that being said, my expectations for the book were not particularly high but it surprised me positively. Dune is an interesting sci-fi epic and it got me excited about the film although I am wondering how they are going to adapt the source material.

Since the trailer has been released fairly recently and since I liked the novel, I am going to review it today. To give you a first impression of Dune, here is the trailer of the latest film adaptation.

What is Dune About?

Dune is set in a future, in which humanity is able to venture to different planets through space travel. There is an empire and various other structures in place to govern the universe. Besides the empire, there are various noble houses with planets assigned to their governance.

Over the course of the story, we follow the heir of the Atreides family, named Paul, on his way from a young heir to a duke. The Atreides family’s head is Duke Leto Atreides who is assigned as the ruler of the desolate planet Arrakis. At the beginning of the novel, the family is in the preparations for their departure to their new home.

Already at the beginning, it is clear that a storm is approaching, as there is a traitor among the Atreides and their servants. The characters start to plot against one another in order to find out who is the traitor and to avoid being exposed as such.

Shortly after the arrival on the sandy planet, the traitor pursues their plan and from that point onwards, the plot starts to gain more and more momentum. Protagonist Paul has to survive the treachery and makes it his goal to seize his inheritance as the duke of the house Atreides. At the same time, he has to learn how to deal with his newly awakened powers and the internal struggles that they bring with them.

The Great World of Dune

As touched on before, there are various fractions with their respective goals in Dune. The conspiracies between characters are one of the great selling points of this novel and set its plot in motion to begin with.

At the centre of the plot is the conflict between the Atreides family and their rivals, the Harkonnen, another noble house. Besides this conflict, there are various interest groups on a galactic and local level. On Arrakis, where most of the plot takes place, there are rebels called Fremen who are strongly adapted to the harsh living conditions in the planet’s deserts. Throughout the galaxy, there are fractions with special abilities, such as the Bene Gesserit and Mentats. While the former use their powers for the benefit of their order, the latter use them to support who hires them. Both are trained to be highly analytical and perceptive and the former use skills and powers like ‘the voice’ to manipulate others. This probably inspired the force in Star Wars at least when it comes to the magic system.

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All of these fractions have their own goals and traditions, which give the novel an immense depth. Despite all these details, the plot stays interesting, as the detailed world building enriches the plot and propels it forward.

The love for details shows in the example of Arrakis. Since the planet is really desolate, water is rare and one of the most important ressources. Therefore, people save as much of the liquid as they can and they use gear to preserve it. Said gear conserves the humidity that is exhaled for later usage. The local Fremen even go so far as to preserve the water of dead bodies because they do not want to waste the precious resource. Based on water and its conservation, an entire system has been established on the planet. You will learn how the giant sand worms called ‘Shai-hulud’ or ‘creators’ and the entirely blue eyes of the locals come into play while reading the novel.

The Grim Fate of Paul Atreides

The main character Paul is thrown into the centre of this world and its conflicts. He is an interesting character and already at the age of 15, he is really mature and analytical because of his lifelong training. Over the course of the novel, he develops the ability to look into the future but he can only see small glimpses and possibilities. He only knows the possible outcomes of a situation but not exactly how to proceed to make that happen, hence his life is never entirely safe and to the reader, it is never clear what is going to happen. Accordingly, this maintains the tension constantly, as Paul has to be tactical and wise when tackling the various challenges that he encounters on his journey.

Paul becomes more and more aware of the disastrous consequences that his actions can result in in the future, which leads to an interesting internal conflict. On one hand, the young man wants to seize his birth right as a duke, but on the other hand, he wants to avoid a religious war that may result of this, one that might plunge the entire galaxy into chaos. This dynamic keeps up your interest for the entire novel and the aforementioned conflict escalates more and more while Paul moves toward his purpose and the Jihad that he wants to avoid.

Where Does the Book Shine?

The awakening of Paul’s powers was one of the most interesting moments to me personally. The concept of accessing (possible) memories and future situations in the present is really interesting and provides great potential for an engaging story. Frank Herbert uses this potential skillfully to create and maintain tension and to keep the plot moving. Since Paul does not now how he is going to get out of situations unscathed, there are lots of tactical elements and lots of internal struggles in this novel.

Moments like these, in which the author plays with the characters’ thoughts and doubts and the readers’ expectations simultaneously, constantly maintain the tension and practically force you to keep reading and learn how a situation is going to be resolved.

Another interesting facet of Dune is Paul’s character development. He is just a teenager, yet he has immense powers that take a toll on him. The boy lives through many decisive moments in a short time and begins to numb emotionally. Seeing how a 15-year old becomes increasingly calculating and callous towards his enemies and how he uses his powers against them, makes this already great premise all the more interesting and enjoyable.

Paul’s powers are immense and he is not a normal teen. Despite that, you can still relate to him, since his feelings are portrayed quite tangibly, especially when he uses his powers. Despite the power that is knowledge brings with it, Paul is still a teenager and at times behaves as such. He is not an untouchable god but rather a young man who goes through a lot and obtains great power in a short amount of time. Paul is an interesting character and I enjoyed his journey until the end.

Not All that Glitters is Gold

Despite all its strengths, there are some aspects about this novel that are not too great or that make it not accessible to every age group. Dune is the beginning of a saga, hence the author has to introduce the world that it is set in. This takes time. Just the introduction of the main characters takes a lot of time. Thus, the first third of the novel can feel a little dragged out. However, it is established early on that there is a traitor and that some kind of conspiracy is about to unravel. This paired with constant foreshadowing builds up the tension steadily, even if it takes some time at the beginning. As soon as the plot sets off, it really kicks off and makes up for the long set-up in the first third of the novel.

That didn’t age well…

Dune was first published in 1965. Much has changed over the past 55 years, so some elements of this title did not age too well. For example, the portrayal of some of the characters has questionable implications. Obesity is used as a moral highlighter, as the main antagonist is REALLY FAT (he uses flying machines to carry his own weight). This is not cool in 2020 but it is done in a ridiculous way, so you cannot really take it too seriously.

Apart from that, the portrayal of women did not age well at all. There are barely female characters in the novel and those who are present are only in supporting roles that are quite representative of typical sexist notions of women’s “duties”, such as a princess who only functions as a means to profit by marrying into an influential family. Paul’s mother could be considered a strong woman but she is not portrayed in a good way, either. She is a Bene Gesserit and uses her knowledge and power to manipulate others. This matches biased views about “women doing whatever it takes to succeed” and portrays them as witches, which of course does not represent the reality. Especially this aspect of the novel shows that it was written in a different time, as the misogyny of the 60s seems to shine through in its portrayal of women.

Closing Thoughts

All in all, Dune is considered a classic for a reason. The universe it is set in has a great depth, the characters are interesting and there are barely annoying characters. Especially the premise based on memories from the future is interesting and Frank Herbert uses it cleverly to intertwine the plot, the world and the internal conflict of the protagonist with one another.

However, parts of the novel betray its origin in the 60s. If it were published today for the first time, it would result in lots of arguments about some of its questionable implications. Despite that, the story seems fresh and it definitely inspired some more contemporary work like the Star Wars saga. Accordingly, it is interesting to see how Dune influenced newer pieces of science-fiction.

Despite that, Dune is not a book for everyone. To really enjoy it, you should at least be a teenager. I highly doubt that a 12-year old could thoroughly enjoy it because of the slow introduction and the writing style, which can be a bit complicated, especially if there are tactical sections. Some of these sections remind me a little of Virginia Woolf’s writing style, which can be rather complicated, so I would not recommend this book to children.

You should definitely read Dune if you want to dive into an interesting world with diverse fractions and a nicely written story. I give it 9/10 points and I am curious about the sequel and the new film adaptation. However, I am not entirely sure that Dune can easily be adapted into a film so I am a little bit sceptic about it but only time will tell.

This marks the end of my first book review. I hope you liked it. Have you already read Dune and if so, how did you like it? Feel free to tell me in the comments or on Twitter.

As always, thanks for reading.

-sovlpvnk

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Listen-In #3: G.L.O.S.S. – Trans-Identitäten in Hardcore

Einer der Gründe, weshalb ich überhaupt zur Hardcore-Szene kam, waren die politischen Texte der Bands. Mittlerweile höre ich weniger Hardcore, aber wenn, dann meistens politische Bands, die eine gewisse Repräsentation schaffen oder in ihren Liedern wichtige Themen ansprechen. Aus diesem Grund möchte ich im heutigen Post über die Band “G.L.O.S.S.” sprechen. Dabei handelt es sich um ein Akronym für “Girls Living Outside Society’s Shit”, Mädchen, die außerhalb der Scheiße der Gesellschaft leben. Ich finde, es gibt nicht viel, das mehr Punk ausstrahlt als dieser Name und er bringt ganz gut die Einstellung dieser Band herüber.

Sie waren eine Hardcore-Band aus Olympia in Washington und sprachen sehr offen über die Probleme, die die Trans-Identität mit sich bringen kann. Dabei schufen sie eine gute Repräsentation, die in der Szene und allgemein in der Gesellschaft nach wie vor wichtig ist. Zudem schreiben sie dabei gute Hardcore-Songs. Ich lasse den folgenden Clip für sich selbst sprechen.

Das ist einer der inspirierendsten Momente, die ich seit langem gesehen habe. Nachdem sie ein paar Minuten mit der Zuschauerschaft sprechen, starten G.L.O.S.S. ihr Set acapella mit ihrem self-titled Track und alle schreien mit. Den gesamten Gig findet ihr online, also schaut ihn euch auf jeden Fall an, wenn ihr eine gute HC Show sehen möchtet. Video von Andre Westrate auf https://www.youtube.com/watch?v=cOOfXDkSvMA

Da ihr jetzt eine vage Idee davon haben solltet, wofür diese Band einstand, werde ich das an einigen ihrer Songs verdeutlichen. Dabei werde ich analysieren, wie die Band Trans-Sein herüberbringt und die Sängerin dabei andere Trans-Frauen bestärkt. Hierbei handelt es sich leider um ein Thema, das in der Szene immer noch wenig präsent ist, weshalb wir unbedingt mehr darüber sprechen müssen. Wenn Hardcore nicht inklusiv für jeden Menschen ist, ist die Szene überhaupt nichts wert. Also lasst uns darüber sprechen und die Szene und die Gesellschaft inklusiver und offener machen.

In diesem Post werde ich erneut toxische Männlichkeit und einige andere Themen aufgreifen, die ich bereits auf diesem Blog angesprochen habe. Wenn ihr dazu mehr wissen wollt, checkt also gerne die Posts ab. https://sovlpvnk.com/2020/04/20/listen-in-1-ein-zeichen-gegen-heteronormativitat-und-toxische-mannlichkeit-lemon-party-von-letlive/ Im nächsten Kapitel werde ich zudem das Konzept Transgender erklären, um die Basis für die folgenden Analysen zu schaffen.

Was heißt Transgender?

Laut Gender Wiki ist Transgender ein Sammelbegriff für Identitäten, bei denen die innere Empfindung des Geschlechts nicht mit dem Geschlecht, das bei der Geburt festgestellt wurde, übereinstimmt. Dies wird normalerweise an den primären und sekundären Geschlechtsorganen festgemacht (Vgl. Gender Wiki I). Eine Trans-Person identifiziert sich also nicht als das Geschlecht, das bei Geburt anhand der Geschlechtsorgane festgelegt wurde.

Das Gegenteil von Transgender ist Cisgender. Dabei stimmen das biologische Geschlecht (sex) und die empfundene Geschlechteridentität (gender) überein, beispielsweise bei einer männlichen Person, die sich auch als Mann identifiziert (Vgl. Gender Wiki II). Beide Worte gehen zurück auf Latein und cis heißt so viel wie “auf dieser Seite”, während trans das Gegenteil davon bedeutet, so viel wie “auf der anderen Seite” oder “gegenüber von” (Gender Wiki II).

Wie bei vielen anderen Identitäten sind Trans-Identitäten nicht homogen, sondern können vielseitige Ausprägungen haben, ähnlich wie Asexualität und Aromantik. Das Trans-“Spektrum” kann Männer, Frauen und non-binäre Personen umfassen und die Art und Weise, wie diese ihre Gender Identität oder sexuelle Orientiertung ausdrücken, können sich unterscheiden. Außerdem können sie Dysphorie, also stark negative Gefühle bezogen auf ihren Körper empfinden, da ihr Geschlecht und ihr Gender nicht übereinstimmen. Dies ist allerdings nicht bei jeder Trans-Person der Fall und man muss keine Dysphorie empfinden, um “wirklich trans zu sein” (Vgl. Gender Wiki I). Ähnlicherweise möchte aber auch nicht jede Trans-Person eine Transition, sprich geschlechtsangleichende Maßnahmen, um ihren Körper dem Gender anzupassen.

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Die Trans-Pride Flag. Bild von https://pixabay.com/de/users/katlove-636853/

Bei diesem Thema ist es wichtig, respektvoll zu sein und die Identitäten anderer Menschen zu respektieren. Wenn sich jemand nicht mit dem Geburtsgeschlecht identifiziert, ist es lediglich eine Sache des Respekts, das zu akzeptieren und die korrekten Pronomen zu nutzen. Beim Umgang mit anderen Cis-Leuten ist es schließlich auch kein Problem, die richtigen Pronomen zu nutzen, also ist es nicht zu viel verlangt, wenn man Menschen darum bittet, beim Umgang mit Trans-Personen die richtigen Pronomen zu nutzen. Das führt uns zum Thema gender.

Grundlegend unterscheidet man zwischen dem “biologischen” Geschlecht und dem empfundenen, innerlich erfahrenen Geschlecht (Gender). Wie könnte das aussehen? Eine Trans-Frau zum Beispiel, ist eine Person, die sich als Frau identifiziert. Ihr Gender ist Weiblich, aber ihr wurde bei der Geburt das Geschlecht männlich zugeschrieben (Vgl. ebd.). Dem entsprechend ist ein Trans-Mann eine Person, die sich als männlich identifiziert und bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugeschrieben bekam. Davon abgesehen können Menschen mit Merkmalen geboren werden, die weder klar als männlich oder weiblich klassifiziert werden können. Diese Menschen lassen sich als Intersex bezeichnen. Eine weitere Identität, die über statische binäre Geschlechtereinteilungen hinaus geht, ist non-binär. Eine non-binäre Person identifiziert sich weder als männlich, noch als weiblich und diese Kategorien könnten schlichtweg unzureichend oder unpassend sein, um die Identität eines non-binären Menschen zu beschreiben.

Eine ähnliche Identität, die jedoch sehr viele verschiedene umfassen kann, heißt gender queer. Ähnlich wie bei grauen asexuellen Identitäten scheint dies eine größere Oberkategorie mit verschiedenen Ausprägungen zu sein, die nicht zwingend klar abgegrenzt sind. Das ist keine Wertung, sondern lediglich ein Eindruck. Da es darauf bezogen einiges zu besprechen gäbe, dies jedoch den Rahmen des Posts sprengen würde, werde ich nicht weiter darauf eingehen. Der Fokus des heutigen Posts liegt eher auf Trans-Frauen, weshalb ich gender queerness an dieser Stelle also nicht weiter besprechen werde.

Ein weiteres Kernthema bezüglich Transgender ist die Transition. Dabei handelt es sich laut Gender Wiki um jegliches Handeln einer Trans-Person, das darauf abzielt, dass die äußere Welt besser deren empfundenes Geschlecht erkennt und anerkennt (Vgl. ebd.). Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Transition wie die Nutzung neuer Pronomen oder Namen, Veränderung des Kleidungsstils oder Operation (Vgl. ebd.). Es kann ein langer und schwieriger Prozess sein und ich denke, wir sollten Menschen einfach dafür respektieren, wer sie sind. Als Cis-Person macht man einfach keine vergleichbaren Erfahrungen. Eine (nicht-binäre) Trans-Person könnte zum Beispiel Dysphorie aufgrund der eigenen Anatomie und damit verbundenem falschen Gendern empfinden, während Cis-Personen wie ich nicht solchen Problemen ausgesetzt sind. Wir sind mit dem “richtigen Geschlecht” geboren und werden nicht falsch gegendert oder darauf basierend diskriminiert, es sei denn, man ist eine Frau. Daher sollten wir empathisch und nicht transphob sein, anders als die, deren Name nicht genannt werden darf.

J.K. Rowling Unfollows Stephen King Over Trans Support - visionviral.com
Erst preist sie Stephen King, doch nach seinem Tweet unten links löschte sie sofort ihren oben gezeigten und entfolgte ihn scheinbar sogar. -TERFs halt. TERF steht für trans-exclusionary radical feminism und dabei handelt es sich um “Feministinnen”, die Trans-Frauen ausschließen und diese nicht als Frauen anerkennen.

Ebenfalls wichtig bezüglich Transitionen ist, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben und nicht jede Trans-Person den Bedarf fühlt, angleichende Maßnahmen zu treffen. Wenn das der Fall ist, ändert das jedoch nichts daran, dass diese Entscheidung komplett legitim ist. Außerdem sollte man NIEMALS fragen, wie weit eine Person in der Transition ist oder ähnliches. Das ist einfach nur respektlos. An dieser Stelle könnte man auch noch Gender Reveal Parties ansprechen, aber ich denke nicht, dass es Sinn macht, zu erklären, warum es fragwürdig ist, die Geschlechtsteile eines Babys zu feiern.

Ähnlicherweise ist die Sexualität ein eigenes Thema. Dabei muss man sich dem Einfluss der Gender Binary auf das Labeln sexueller Orientierungen bewusst sein. Wenn zum Beispiel eine Trans-Frau ihre Sexualität definiert, tut sie dies basierend auf ihrem Gender, also ihrer Identität als Frau, oder basierend auf ihrem angeborenen Geschlecht? Hierbei handelt es sich um eine Frage der Identität und das Ganze verdeutlicht erneut, dass Heteronormativität und die binäre Geschlechtereinteilung unzureichend sind, um die Realität zu beschreiben. Beide können auf die oben genannte Frage keine zutreffende Antwort geben. Identifiziert sich eine Trans-Frau beispielsweise als Lesbe, da sie nur auf Frauen steht, ist das legitim. Nur weil sie eine Transition durchläuft, heißt das nicht zwingend, dass sie am jeweils anderen Geschlecht interessiert ist. Wie dieses Beispiel verdeutlicht, können Trans-Menschen sehr unterschiedliche sexuelle Orientierungen haben, genau wie Cis-Menschen (Vgl. ebd.). Ist eine Person trans, so ist das eine Sache von deren Geschlechteridentität und nicht der sexuellen Orientierung. Letzteres ist ein ganz eigenes Thema und Angelegenheit der entsprechenden Person.

Wenn ihr die Gender Identity oder Sexualität einer Person in Frage stellt, würde ich euch gerne fragen, wie ihr darauf kommt, dass euch das überhaupt etwas angeht. Ganz im Ernst, wie sich jemand anderes identifiziert als ihr, betrifft euch nicht im geringsten und ich werde nie verstehen können, warum sich jemand über so etwas aufregen kann. Trans- und queere Identitäten im Allgemeinen sind komplett legitim und valide.

Da die Grundlagen nun besprochen sind, werde ich in den folgenden Kapiteln analysieren wie G.L.O.S.S. dieses Thema in ihren Liedern verarbeiten. Alle stammen von Bandcamp. Viel Spaß!

G.L.O.S.S. (We’re from the Future)

https://girlslivingoutsidesocietysshit.bandcamp.com/track/g-l-o-s-s-were-from-the-future

Dieser self-titled Song beginnt mit den folgenden Versen, die ihr auch im Clip zu Beginn des Posts sehen konntet:

‘THEY TOLD US WE WERE GIRLS/HOW WE TALK, DRESS, LOOK, AND CRY/THEY TOLD US WE WERE GIRLS/SO WE CLAIMED OUR FEMALE LIVES/NOW THEY TELL US WE AREN’T GIRLS/OUR FEMININITY DOESN’T FIT/WE’RE FUCKING FUTURE GIRLS LIVING OUTSIDE SOCIETY’S SHIT!’ -“Sie sagten uns, wir seien Mädchen, wie wir sprechen, uns anziehen, aussehen und weinen. Sie sagten uns wir seien Mädchen, also nahmen wir unsere weiblichen Leben für uns in Anspruch. Jetzt erzählen sie uns, dass wir keine Mädchen seien und unsere Weiblichkeit nicht herein passe. Wir sind Zukunfts-Girls, die außerhalb der gesellschaftlichen Scheiße leben”.

Diese Zeilen thematisieren sowohl toxische Männlichkeit als auch Transphobie. In der ersten Hälfte geht es darum, wie toxische Männer versuchen, “weniger männliche” Menschen zu degradieren, daher “they told us we were girls, how we talk, dress, look and cry”. Solches Verhalten ist leider immer noch weiblich konnotiert und triggert typischerweise toxische Pseudo-Machos, da es ihr Verständnis von Männlichkeit herausfordert und in Frage stellt. Wenn ein Mann sagt, dass es ok ist, zu weinen oder sich anderweitig “feminin” verhält, stellt er die Annahme in Frage, dass Männer “stark und emotional abgestumpft sein müssen und nicht ihre Verwundbarkeit präsentieren dürfen”, wie es toxische Bilder von Männlichkeit darstellen.

Die gleichen “harten Kerle”, die die Männlichkeit anderer in Frage stellen, tendieren auch dazu, Trans-Frauen in ihrer Weiblichkeit in Frage zu stellen:” So we claimed our female lives. Now they tell us we aren’t girls, our femininity doesn’t fit.” Das verdeutlicht die Einfältigkeit solcher toxischer Menschen: die Identitäten anderer gehen sie überhaupt nichts an und trotzdem versuchen sie, diese für andere zu definieren, um an ihrem eigenen toxischen Bild von Männlichkeit festhalten zu können.

Die letzte Zeile des Abschnitts verdeutlicht die Emanzipation der Sängerin, da sie erklärt, unabhängig von den veralteten Standards der Gesellschaft zu leben und aus der Zukunft zu kommen: “We’re fucking future girls living outside society’s shit!”

‘WE’RE FROM THE FUTURE/NOT FROM THE PAST/WE LIVE OUR OWN WAY NOT UP HISTORY’S ASS/WON’T REENACT WON’T PERFORM THEIR HARDCORE/THE STRAIGHT-BOY CANNON IS A ROYAL BORE’ – Wir kommen aus der Zukunft, nicht der Vergangenheit, leben auf unsere Art und Weise und wiederholen nicht einfach die Geschichte (kriechen der Geschichte nicht sonst wo hinein), wir werden nicht ihren Hardcore spielen, denn der Hetero-Boy-Kanon ist komplett langweilig”.

Die oben genannte Strophe verdeutlicht, wie die Band sich von den Standards anderer löst. Die Sängerin erklärt, dass sie ihren eigenen Weg gehen und nicht “der Geschichte in den Arsch kriechen” und sie aus Konformität einfach wiederholen. Das überträgt sie auch auf Hardcore, da sie sagt, dass die Band nicht “ihren” (heteronormativen) Hardcore spielen werde, da dieser langeweilig sei. In der eigenen Selbstwahrnehmung ist die Szene offen und inklusiv, doch hauptsächlich besteht sie immer noch aus Hetero-Typen, während Frauen oder, Gott bewahre, diversere Gruppen von Menschen noch immer nicht in der Szene normalisiert sind. Die vorherigen Zeilen verdeutlichen das: Die Szene ist übersättigt mit hetero Männern und es gibt einen großen Bedarf an mehr Diversität und Repräsentation. Zwar ist die Szene denke ich auf dem richtigen Weg, da die meisten wahrscheinlich Homo- und Transphobie ächten würden, aber queere Identitäten sind noch immer eher eine Ausnahme.

Mit den folgenden Zeilen rückt die Sängerin Queere und insbesondere Trans-Leute in den Vordergund, wodurch sie diese bestärkt. Da sie sagt, dass es nicht um irgendwelche Ausgestoßenen, sondern um die “Faggots und Femmes” gehe, macht sie diesen Punkt sehr klar. Hardcore-Kids sehen sich öfter als Aussenseiter und als anders als “Normies” außerhalb der Szene. Die im Vorfeld genannte Zeile spielt darauf an und betont, dass insbesondere Nicht-cishet- Menschen Repräsentation gebrauchen könnten:

‘THE FUTURE/FAGGOTS AND FEMMES!/THE FUTURE/NOT JUST ANY OUTCASTS /GIRLS/LIVING/OUTSIDE/SOCIETY’S/SHIT!’ “

Diese Bestärkung geht noch weiter: ‘WHAT’S THE POINT IN SUCKING THEM OFF/TRENDY MUTANT SKINHEADS CAN JERK THEMSELVES OFF/WE DON’T NEED VALIDATION FROM THEM/THEY THINK THEY’RE THE SHIT BUT THEY CAN’T HANDLE HARD FEMMES’. Worin liegt der Sinn, sie oral zu befriedigen? Trendige Mutanten-Skinheads können es sich genau so gut selbst machen. Wir brauchen nicht ihre Bestätigung, sie denken, sie seien der Shit, doch kommen nicht mit harten Frauen klar.”

Anstatt zu versuchen, es anderen Recht zu machen, pocht die Sängerin darauf, man selbst zu sein. Eure Identität ist valide und ihr braucht dafür niemandes Bestätigung, egal ob ihr transgender, cisgender, schwul, bi-, oder pansexuell seid oder mit welcher sexuellen oder Gender-Identität ihr euch identifziert. Das ist eine großartige, bestärkende Nachricht, die mit rohen Vocals vermittelt wird. Außerdem bringt die letzte Zeile einen weiteren tollen Punkt zum Ausdruck: Menschen, die euch vorschreiben, wie ihr euch zu identifizieren habt, kommen wahrscheinlich nur nicht damit klar, dass ihr nicht entsprechend ihren heteronormativen Standards lebt, also solltet ihr euch nicht darum sorgen, was sie denken könnten.

Zum Schluss wird erneut betont, dass es insbesondere um queere Menschen und besonders Frauen geht. “THE FUTURE/FAGGOTS AND FEMMES/THE FUTURE/NOT JUST ANY OUTCASTS”

Mit diesem Song überbringen G.L.O.S.S. eine wichtige Nachricht: wenn es um eure Identität geht, seid ihr souverän und niemand hat euch da rein zu reden. Toxische Männlichkeit, Homophobie, Transphobie und Hassrede allgemein sind veraltete Ansichten und deren Anhänger*innen sollten keinerlei Einfluss auf die Leben anderer Menschen nehmen können. Das führt uns zum zweiten Lied des heutigen Posts.

Masculine Artifice

https://girlslivingoutsidesocietysshit.bandcamp.com/track/masculine-artifice

Dieses Lied bietet eine Perspektive und einen Einblick in die Situation einer Trans-Person, die der binären Geschlechtseinteilung und dem damit verbundenen Druck ausgesetzt ist. ‘MEDICALIZED/UNDER THE KNIFE/EXPECTED TO BE GRATEFUL/TRAPPED IN THE LENS/OF THE CIS-GAZE/JUST ANOTHER SAD TRANSEXUAL’. “Auf Medikamenten, unter dem Messer, es wird erwartet, dass man dankbar ist, gefangen unter der Linse des Cis-Starrens, nur ein weiterer trauriger Transsexueller”. Diese Zeilen lassen sich nicht ganz sauber übersetzen. Der Punkt bleibt jedoch der gleiche: All dies sind Dinge, denen Cis-gender Menschen, wie ich nicht ausgesetzt sind. Wir durchlaufen keine Transition oder die Gefühle, die dazu führen und kennen nicht den Aufwand, der damit verbunden ist. Außerdem werden wir nicht konstant für unsere Geschlechter-Identität verurteilt, sondern der verurteilende Cis-Blick richtet sich auf Trans-Personen. Davon abgesehen durchläuft nicht jede Trans-Person eine Transition und es ist keinesfalls die Pflicht einer Trans-Frau oder eines Trans-Mannes, dies zu durchlaufen, um eine “echte Frau” oder ein “echter Mann” zu sein, daher “medilcalised, under the knife, expected to be grateful.” Dies könnten Erwartungen gegenüber oder Klischees zu Trans-Leuten sein, die natürlich nicht auf alle zutreffen. Nicht jede Person durchläuft eine Transition, aber das ändert nichts daran, dass sie vollkommen legitim in ihrer Entscheidung sind.

‘MASCULINITY/WAS THEIR ARTIFICE/RIP IT AWAY/FEMININITY/ALWAYS THE HEART OF US!/TRANS GIRLS BE FREE!’ “Männlichkeit war ihr Konstrukt. Reißt es ab! Weiblichkeit (war immer schon) unser Herz. Trans-Mädchen seid frei!”

Im Chorus, den ihr oben seht, verdeutlicht die Sängerin, dass Geschlechterrollen ein soziales Konstrukt sind. “Sie”, die Gesellschaft, zwingt Menschen basierend auf ihrem angeborenen Geschlecht Rollen auf. Wenn jemand transgender ist, passen diese Geschlechterrollen nicht auf deren Gender und man zwingt der Person im Endeffekt etwas auf, das nicht für sie richtig ist. Daher soll man diese Rollen ablegen (rip it away).

Weiblichkeit hingegen, ist “immer unser Herz”, was erneut betont, dass es eine Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Geschlechterrollen und dem Gender von Individuen gibt. Im Fall der Sängerin kam dies darin zum Ausdruck, dass sie als Mann gegendert und darauf basierend Erwartungen ihr gegenüber aufgestellt wurden, sie jedoch eine Frau ist.

Der letzte Abschnitt des Chorus verdeutlicht, warum wir über diese Themen sprechen und den Druck basierend auf dem gesellschaftlichen und empfundenen Geschlecht anerkennen müssen: das ist die Basis für Trans-Befreiung. Wir müssen versuchen, Trans-Individuen zu verstehen und sie unterstützen, ohne sie zu bevormunden. Das trifft auf alle Gruppen marginalisierter Menschen zu. Wenn wir sie nicht unterstützen, sondern bemuttern, können Trans-Männer und Frauen, sowie andere Trans-Menschen nie wirklich frei sein.

In der zweiten Strophe spricht die Sängerin diesen Aspekt in größerem Detail an: ‘I’M NOT PATHETIC/I’M NOT YOUR PROJECT/I WASN’T PUT HERE FOR YOU/SAME BULLSHIT STORY/ABOUT MY BODY/MEDIA DOESN’T HAVE A CLUE’. “Ich bin nicht erbärmlich, ich bin nicht euer Projekt und bin nicht für euch hier. Immer der gleiche BS über meinen Körper, die Medien haben keine Ahnung.” Es gibt viele Irrtümer und Leute versuchen, sich als Erlöser zu inszenieren, nehmen den Menschen, denen sie “helfen” wollen, jedoch die Möglichkeit, für sich selbst zu entscheiden, ergo “ich bin nicht euer Projekt etc..” Was Trans-Personen mit ihren Körpern machen und was für sie das beste ist, ist deren Entscheidung und wir können höchstens Unterstützer sein.

Nach dieser Strophe folgt erneut der Chorus, gefolgt von einem Outro, in dem es heißt “Runter von meinem Rücken, AHHGHHH!” Wir sollten den Kampf für Rechte nicht nutzen, um uns zu inszenieren, sondern ihn unterstützen. Andernfalls sind wir Teil des Problems.

Targets of Men

https://girlslivingoutsidesocietysshit.bandcamp.com/track/targets-of-men

Der letzte Song, den ich heute ansprechen werde, heißt “Targets of Men”, “Ziele von Männern” und dabei handelt es sich um ein Lied über Sexismus, Heteronormativität, Transphobie und die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen. Frauen schließt Trans-Frauen ein.

In diesem Lied wird ein Szenario beschrieben, dass leider täglich Frauen betrifft. Die Sängerin beschreibt, wie sie von einem Mann verfolgt wird, der sie belästigt. Als er merkt, dass sie Trans ist, beleidigt er sie. Allerdings wehrt sie sich:

Halt Abstand! Verzieh dich! Sicher nicht! Ja, ist gut.

Auf der Straße folgst du mir, belästigst mich von hinten, siehst mein Gesicht und tust mich ab als “Transe”, “Shemale”, “Schwuchtel”, Hure”.

Sie steht darüber und toleriert gleichzeitig aber auch nicht diese Unverschämtheiten. “Doch ich bin eine makellose Bitch, du bist einfach nur langweilig. Das Makeup ist für meine Augen, die Fischnetzstrümpfe für meine Schenkel. Mit diesem Gang gehe ich durch mein Leben.” Sie erklärt ihr Aussehen und betont, dass das lediglich ist, wer sie ist und den Kerl nichts angeht. Dann fragt sie ihn, ob er erst das Pfefferspray oder das Taschenmesser möchte und zeigt sich kämpferisch und bereit, sich zu verteidigen.

Der folgende Ausschnitt zeigt das grundlegende Problem mit diesem Thema: toxische Männer interessieren sich oftmals nicht für Einvernehmlichkeit und verhalten sich unangemessen. Dabei denken sie teils sogar, dass dieses Verhalten schmeichelhaft ist, wobei es jedoch für die betroffenen Frauen bedrohlich sein kann. Daher stellt die Sängerin folgende Fragen und sagt dem Mann, er soll abziehen:

‘DID I SAY YOU COULD LOOK AT ME?!/DID I SAY YOU COULD TALK TO ME?!/YOU REALLY THINK WE’D BE FRIENDS?!/SHUT YOUR FUCKING MOUTH AND HANG YOUR HEAD/I DON’T REMEMBER INVITING YOUR WORDS/I DON’T REMEMBER INVITING YOUR GAZE/I’D NEVER ASK YOUR OPINION OF SHIT!’

“Hab ich dir erlaubt, mich anzusehen? Hab ich gesagt, du darfst mich ansprechen? Denkst du wirklich, wir könnten Freunde sein? Halt’ deine Klappe und senk’ den Kopf! Ich kann mich nicht daran erinnern, nach deiner Meinung gefragt zu haben. Ich kann mich nicht daran erinnern, deinen Blick gutzuheißen und würde niemals nach deiner Meinung zu etwas fragen!”

So zeigt man Müll, wo er hingehört. Ich liebe den Sass der Sängerin in diesem gesamten song. Allerdings ist das leider nicht sehr realistisch, da man in einer solchen Situation nie wissen kann, wie der Gegenüber reagiert und somit riskieren würde, in Gefahr zu geraten. Daher denke ich, dass wir am grundlegenden Problem arbeiten müssen, nämlich Sexismus, dem Patriarchat und Hassrede. Dem entsprechend müssen wir Feminismus und direkten Widerstand gegen sexistische und allgemein menschenverachtende Verhaltensweisen normalisieren und vermeiden, dass es überhaupt zu Situationen kommt, wie sie hier beschrieben werden.

Um das Lied mit Stil zu beenden, bemerkt die Sängerin lediglich “Mein Körper, meine Regeln. Komm damit klar!” Das verweist auf ein weiteres Problem. Wir sind immer noch nicht an dem Punkt, an dem Frauen und insbesondere Trans-Personen komplett frei über sich selbst bestimmen können, da es weiterhin Menschen gibt, die versuchen, Kontrolle über deren Körper auszuüben. Ein weiteres Beispiel hierzu wäre auch die Stigmatisierung und Kriminalisierung von Sex-Arbeit. Es gibt sehr viele Vorurteile und ich selbst arbeite daran, diese abzulegen, da Sex-Arbeit oft als “weniger wertvolles” und “unrechtmäßiges” Gewerbe dargestellt wird, wodurch Menschen in diesem Feld stigmatisiert werden. Das ist allerdings ein ganz eigenes Thema.

Was können wir von G.L.O.S.S. lernen?

Eine Lektion in Sachen Selbstwert

  • egal, was andere zu euch sagen, eure sexuelle und geschlechtliche Identität ist valide
  • Lasst euch nicht von anderen definieren
  • ihr müsst nicht nach gesellschaftlichen Standards leben, insbesondere wenn diese ein Mittel der Repression sind
  • Lebt so, dass ihr glücklich seid, “außerhalb der gesellschaftlichen Scheiße”

Ein Wechsel der Perspektive

  • Cis-Menschen wie ich müssen versuchen, zu verstehen, was es heißt, trans zu sein
  • wir müssen den Kampf für Trans-Rechte unterstützen
  • keine Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg treffen
  • in “Targets of Men” sieht man, wie unangenehm es sein kann, belästigt zu werden und bekommt einen kleinen Eindruck davon, was (Trans-)Frauen täglich durchmachen
  • sexuelle Belästigung ist niemals ok, ob durch Genitalphotos, Catcalling, Beleidigung oder in anderen Formen, sie erzeugt ein Gefühl von Unsicherheit

G.L.O.S.S. waren eine großartige Band, die Trans-Personen in der Szene eine Stimme und Repräsentation gab. In der Szene mangelt es weiterhin an Repräsentation und mehr Bands sollten über Themen wie Gender, Misogynie und Hassrede sprechen oder auch einmal den Status quo in der Szene hinterfragen. Sie ist weiterhin männlich dominiert und Trans-Personen sind noch immer ein Ausnahmefall, was schade ist, besonders da die Szene sich sehr gerne als weltoffen präsentiert. Wir müssen mehr über diese Themen sprechen und sie normalisieren. Wenn Hardcore nicht für jeden Menschen offen zugängig und inklusiv ist, ist die Szene überhaupt nichts wert, da sie dann ihre eigenen Werte verrät. Ein letztes Mal: Trans-Frauen und -Männer sind vollwertige Frauen und Männer.

Warum müssen wir noch von “Trans- Frauen und Männern” sprechen? Es sollte selbstverständlich sein, dass sie legitim und vollwertige Männer, Frauen und Menschen sind, doch wir sind faktisch noch nicht an dem Punkt angekommen, an dem dies der Realität entspricht. Trans-Personen werden nach wie vor diskriminiert und Beispiele wie J.K. Rowling und einige ihrer Unterstützer, die die Definition von Transphobie in Frage stellen, um Rowlings Transphobie zu relativieren und zu rechtfertigen verdeutlichen dies. Wir müssen also von Trans-Frauen etc. sprechen, weil dieser Teil ihrer Identität eben leider noch einen negativen Einfluss auf ihr Leben haben kann und wir dies ausblenden, wenn wir nur von Frauen und Männern sprechen. Bitte seid verständnisvoll und verhaltet euch respektvoll gegenüber anderen.

Es dauerte etwas, aber ich bin wieder zurück. Mein Umzug ist durch und ich brauchte danach eine kurze Pause. Allerdings hatte ich im Vorfeld bereits einige Posts geplant und freue mich darauf, weiterzumachen. Wie immer könnt ihr gerne kommentieren oder auf Twitter schreiben, wenn ihr über das Thema sprechen möchtet.

Auch wie immer vielen Dank für’s Lesen und bis zum nächsten Mal.

-sovlpvnk

Quellen:

Gender Wiki I. “Transgender.” In: gender.wiki.org, URL: https://wordpress.com/block-editor/post/sovlpvnk.com/4567 [18.09.2020].

Gender Wiki II. “Cisgender.” In: gender.wiki.org, URL: https://gender.wikia.org/wiki/Cisgender [18.09.2020].

G.L.O.S.S. . “G.L:O.S.S. (We’re From The Future).” DEMO, via TOTAL NEGATIVITY/NERVOUS NELLY in the US and SABOTAGE in Europe, 2015.

G.L.O.S.S. . “Masculine Artifice.” DEMO, via TOTAL NEGATIVITY/NERVOUS NELLY in the US and SABOTAGE in Europe, 2015.

G.L.O.S.S. . “Targets of Men.” DEMO, via TOTAL NEGATIVITY/NERVOUS NELLY in the US and SABOTAGE in Europe, 2015.

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Listen-In #3: G.L.O.S.S. – Trans Identities in Hardcore

One of the reasons why I got into hardcore in the first place were the politically charged lyrics of some of the bands. As of late, I do not listen to too much hardcore anymore but when I do, I mostly listen to political bands that provide some sort of representation and address important topics in their music. For that reason, in today’s post, I am going to talk about the band G.L.O.S.S. . This is an acronym for ‘Girls Living Outside Society’s Shit’ and I think that name is about as punk as it gets and does a good job of communicating the band’s mindset.

They were a hardcore band from Olympia in Washington and they were very vocal about the struggles that being transgender can bring with it, providing some great representation that is direly needed in the scene and in society overall. Additionally, they wrote great political hardcore tracks in the process. I am going to let the following clip speak for itself.

This is one of the most inspiring things I’ve seen in a long time. After taking their time to talk to the audience for a couple of minutes, G.L O.S.S. start their set acapella with their self-titled track and everyone screams along. The entirety of the gig is online, so definitely check it out. video by Andre Westrate on https://www.youtube.com/watch?v=cOOfXDkSvMA

Since you should now have a vague idea of what the band stood for, I am going to illustrate this in more detail by looking at some of their songs’ lyrics. By doing so, I will analyse how the band conveys being trans and how the singer empowers fellow trans folks in the process. This is a topic that is unfortunately still overseen in the hardcore scene and we seriously need to talk about this because if hardcore is not truly inclusive, it is not worth a thing. So let’s have these discussion and actively make the scene and society a more safe and welcoming space for everyone.

In this post, I am going to talk about toxic masculinity and some other topics that I have already addressed on this blog, so feel free to check out my older posts if you want to learn more about this topic. https://sovlpvnk.com/2020/04/20/listen-in-1-challenging-heteronormativity-and-toxic-masculinity-letlive-s-lemon-party/ In the next chapter, I am also going to briefly explain the concept of transgender to provide a basis for the following analyses.

What does Transgender Mean?

According to the Gender Wiki, ‘Transgender is an umbrella term for anyone whose internal experience of gender does not match the sex they were assigned at birth (normally based on first and secondary sex characteristics)’ (Gender Wiki I). If someone is transgender, they do not identify as the sex they were considered to be at birth due to their sexual organs.

The opposite of transgender is cisgender, i.e. if one’s sex and gender identity allign with one another, for instance when a male person identifies as a man (Gender Wiki II). Both terms go back to Latin with cis meaning something along the lines of ‘on this side’ and trans being the opposite ‘on the other side’ or ‘across from’ (Gender Wiki II).

As with so many identities, transgender people are not homogenous. ‘Transgender’ is an umbrella term that can cover various identities, similar to asexuality and aromanticism. The trans- ‘spectrum’ can cover men, women and non-binary persons and the way they express their identity as well as their sexual orientations may differ. They may also experience gender dysphoria (or distress) due to their sex and gender identities not alligning with each other but that is not the case for everyone (Gender Wiki I). Similarly, not everyone may want to transition and adapt their body to fit their gender identity.

The trans pride flag. Picture taken from https://pixabay.com/de/users/katlove-636853/

When it comes to this topic, it is important to be considerate and to respect people’s identities. If someone identifies as something other than their sex assigned at birth, it is merely a matter of respect to accept that and use the correct pronouns. When referring to other cis people, it is also not a problem to remember and apply the right pronouns, so asking people to use the correct pronouns when faced with trans folks is not asking for too much. This leads us to the topic of gender.

Essentially, you differentiate between the physical sex and the internal experience and the way people identify (gender). What may this look like? A trans-woman, for instance is a person who identifies as a woman. Her gender is female but she was assigned the male sex at birth, while a trans man identifies as a man and was assigned the sex female at birth (Gender Wiki). Apart from that, people may be born with traits that cannot be classified as just male or female. These people are labeled as intersex. A final identity that goes beyond static binary gender divisions, is non-binary. If someone is non-binary, they do not identify as male or female and these terms may simply be insufficient to describe their identity.

A similar but yet another umbrella identity is gender queer, which can cover various identities. I feel like gender queerness is similar to grey asexual identities, as in cases that are not necessarily that clear or clean-cut. This is not supposed to be an evaluation it is just my impression. Since it is another umbrella identity and the focus of today’s post is more on trans-women, I am not going to address gender queerness in detail today because there would be much more to consider.

Another key topic when it comes to trans people is the transition, which ‘is any action a transgender person takes in order for the external world to better recognize and reflect their internal gender’ (Gender Wiki I). There are various ways of transitioning, such as adopting a new name or pronouns, changing your clothing style or via surgery (Gender Wiki I). Transitioning can be a long and difficult process and I think that we should just respect people for who they are because as a cis person, you do not experience the struggles connected to this. For instance, a (non-binary) trans person may experience dysphoria because of their anatomy and misgendering tied to that while cis persons like me never experience that kind of struggles. So try to be empathetic and don’t be transphobic.

J.K. Rowling Unfollows Stephen King Over Trans Support - visionviral.com
My Twitter highlight of 2020. It’s hilarious to see how Rowling instantly deleted the tweet when King spoke in favour of trans women. Terf pettiness in action. TERF stands for trans-exclusionary radical feminism. They are ‘feminists’ who do not acknowledge the validity of trans-persons, essentially making them bigots.

Another important thing to mention about transitions is that trans people have different needs and not everyone may want or feel the need to transition. If someone does not want to do so, that does not take away from their validity. You should never ask a person about their transition as that is just utterly disrespectful. Apart from that, we might talk about gender reveal parties at this point but I think it should be clear by now why celebrating a baby’s genitals is questionable.

Similarly, sexuality is a whole other topic, since you have to consider the influence of the gender binary on the labelling of sexual orientations. If a trans woman defines her sexuality, does she define this based on her gender or the sex she was assigned at birth? This is a matter of identity and it again illustrates how heteronormativity and the gender binary just fail to describe the reality, as they cannot provide an answer to this question. For example, a trans-woman may identify as a lesbian if she is only into women. Just because she transitions, she is not necessarily interested in the opposite sex. This illustrates that trans people can have various sexual orientations, just like cisgender folks (Gender Wiki I). If someone is trans, it is a matter of their gender identity and not necessarily of their sexual orientation. The latter is a whole other topic and up to them to decide. ‘Decide’ as in deciding which label suits them best and fits them well. If you question someone’s gender identity or sexual orientation, I would like to ask you how you think that it is of your concern. In all honesty, how someone else identifies does not affect you in the slightest and I will never understand how someone can get upset about something like that. That being said, trans folks and queers in general are valid. (I do not use queer in the derogatory sense).

Since I have provided a short overview of the topic, I am now going to analyse how G.L.O.S.S. tackle this topic in some of their songs. All of them are taken from bandcamp. Enjoy!

G.L.O.S.S. (We’re from the Future)

https://girlslivingoutsidesocietysshit.bandcamp.com/track/g-l-o-s-s-were-from-the-future

This self-titled track starts with the following lines as you could see in the clip shown before:

‘THEY TOLD US WE WERE GIRLS/HOW WE TALK, DRESS, LOOK, AND CRY/THEY TOLD US WE WERE GIRLS/SO WE CLAIMED OUR FEMALE LIVES/NOW THEY TELL US WE AREN’T GIRLS/OUR FEMININITY DOESN’T FIT/WE’RE FUCKING FUTURE GIRLS LIVING OUTSIDE SOCIETY’S SHIT!’

These lines address both, toxic masculinity and transphobia. The first half of the excerpt reflects how toxic guys try to degrade people whom they consider feminine, hence ‘they told us we were girls, how we talk, dress, look and cry’. Mannerisms like these typically trigger toxic wannabe alpha males as they challenge their notion of masculinity. If someone assigned with the male sex at birth says that it’s ok to cry, that calls the assumption into question that ‘men must be tough and mustn’t express their vulnerability’.

The same tough guys who question others’ masculinity also tend to be the ones who then question the femininity of trans-women: ‘So we claimed our female lives. Now they tell us we aren’t girls, our femininity doesn’t fit’. This illustrates how presumptuous those kinds of toxic people are: Others’ identities do not even concern them, yet they want to define other people’s identities for them in order to hold on to their own toxic notion of what it means to be a man.

The final line expresses the emancipation of the singer, as she announces that she lives independently from the antiquated standards of society: ‘We’re fucking future girls living outside society’s shit!’

‘WE’RE FROM THE FUTURE/NOT FROM THE PAST/WE LIVE OUR OWN WAY NOT UP HISTORY’S ASS/WON’T REENACT WON’T PERFORM THEIR HARDCORE/THE STRAIGHT-BOY CANNON IS A ROYAL BORE’

The verse following the intro further illustrates the emancipation of the band from others’ standards. She claims that they live their own way, ‘not up history’s ass’. The singer extends this to the hardcore scene by saying they won’t reenact and perform ‘their’ (heteronormative hardcore) because ‘the straight boy cannon is a royal bore’. According to its own self-perception, the scene is open and inclusive, however it mainly consists of cishet dudes while women, let alone transgender or other more diverse groups of people are still not entirely normalised in that scene. The aforementioned lines reflect this: the scene is oversaturated with straight males and there is some dire need for more diversity. It is on the right way and most people would probably shun homophobes or transphobes but at the same time, queerness has not yet been normalised in the hardcore scene.

With the following lines, the singer again emphasises that this is about the queers and trans folks, specifically, giving them validation and empowering them in the process. By stressing that it is not just about any outcasts but the ‘faggots and femmes’, she makes this point very clear. Hardcore kids often see themselves as outsiders and consider themselves different from ‘normies’ ouside of the scene and the aforementioned line refers to that point, highlighting that especially non-cishet people might need some representation:

‘THE FUTURE/FAGGOTS AND FEMMES!/THE FUTURE/NOT JUST ANY OUTCASTS [as in hardcore kids] /GIRLS/LIVING/OUTSIDE/SOCIETY’S/SHIT!’ (emphasis added)

The empowerment goes even further with the lines ‘WHAT’S THE POINT IN SUCKING THEM OFF/TRENDY MUTANT SKINHEADS CAN JERK THEMSELVES OFF/WE DON’T NEED VALIDATION FROM THEM/THEY THINK THEY’RE THE SHIT BUT THEY CAN’T HANDLE HARD FEMMES’. Instead of trying to please others, the singer proposes to just be oneself, hence the trendy hardcore guys can jerk themselves off. You are valid and do not need anyone’s validation, no matter if you’re transgender, cisgender, gay, bi, pan, or identify as any other sexual orientation. -That is a great and empowering message, delivered with some great vocals. Additionally, the last line of that quote puts forward another great point: people who try to define you and tell you that you have to please them are probably just unable to handle the fact that you do not live according to their heteronormative standards, so you should not care about what they think.

Finally, the singer again emphasises that this song is not about any outcasts but more specifically about queers and femmes.

‘THE FUTURE/FAGGOTS AND FEMMES/THE FUTURE/NOT JUST ANY OUTCASTS’

With this song, G.L.O.S.S. deliver an important message: You are valid and you should never mind anyone who tells you otherwise. Toxic masculinity, homophobia, transphobia and bigotry as a whole are outdated mindsets and you should not let any advocates of these mindsets impact your life.

Masculine Artifice

https://girlslivingoutsidesocietysshit.bandcamp.com/track/masculine-artifice

This song offers a perspective and insight into what it can be like to be transgender and thus faced with the gender binary and the pressures tied to it. ‘MEDICALIZED/UNDER THE KNIFE/EXPECTED TO BE GRATEFUL/TRAPPED IN THE LENS/OF THE CIS-GAZE/JUST ANOTHER SAD TRANSEXUAL’. All of this are things that cisgender people are not exposed to. We do not transition and do not know the struggles and efforts connected to this. Additionally, we are not constantly judged by others for our cis-identity but the judgemental cis-gaze focuses on trans persons. Apart from that, not every trans person transitions and it is definitely not their duty to do so to be valid, hence ‘medicalised under the knife, expected to be grateful’. These might be considered expectations towards or clichés about trans folks that of course do not apply to all of them, e.g. not everyone transitions but that does not take away from their validity and they do not have to be grateful to anyone.

‘MASCULINITY/WAS THEIR ARTIFICE/RIP IT AWAY/FEMININITY/ALWAYS THE HEART OF US!/TRANS GIRLS BE FREE!’

In the chorus, which you can see above, the singer emphasises how gender roles are a social construct: ‘masculinity was their artifice, rip it away’. ‘They’ (society) force gender roles upon people based on the one they are assigned at birth. If someone is transgender, these roles do not apply to their gender but just to their sex, essentially forcing something upon them that is not right for them. Therefore, you should do away with them (rip them away).

In contrast, femininity is ‘always the heart of us’, which again emphasises that there is a discrepancy between societal gender roles and the gender of individuals. In the case of the singer this manifested in her being considered a guy and being met with expectations based on that, when she was actually a woman.

The final part of the chorus shows why we have to talk about these issues and why we need to acknowledge the pressures tied to gender: it is the basic requirement for trans liberation, hence ‘Trans girls be free’. We have to try to understand trans folks and support them but not decide for them, which goes for all other groups of marginalised people as well. If we do not support them but take over their fight for their rights and mother them, trans-women and men cannot be free.

In the second verse, the singer highlights this aspect even more: ‘I’M NOT PATHETIC/I’M NOT YOUR PROJECT/I WASN’T PUT HERE FOR YOU/SAME BULLSHIT STORY/ABOUT MY BODY/MEDIA DOESN’T HAVE A CLUE’. There are many misconceptions and people try to be saviours but strip those whom they want to help of the right to decide for themselves. Therefore, she says ‘I’m not your project, I wasn’t put here for you, same bullshit story about by body’. We have to support trans people without degrading and mothering them in the process. What they do with their bodies is none of our concern but it should only be up to them to decide.

After this verse, the chorus returns and is followed by the outro, in which ‘GET OFF MY BACK!’ is repeated and followed by a scream of frustration ‘AHHGHHH’. We should not use the fight for trans rights as a way to present ourselves as progressive but we should actually help them in a way beneficial to them because otherwise, we are part of the problem.

Targets of Men

https://girlslivingoutsidesocietysshit.bandcamp.com/track/targets-of-men

The final song that I am going to address today is Targets of Men, a song about sexism, heteronormativity, transphobia and women’s sexual autonomy. Women includes trans-women, screw TERFS!

In this song, the singer describes a scenario that happens to (trans-)women daily. She describes how someone stalks and catcalls her and proceeds to offend her after realising she is trans, calling her trans- and homophobic slurs. However, she stands up to it:

‘BACK OFF/GET LOST/HELL NO/YEAH RIGHT

ON THE STREET/YOU FOLLOW ME AROUND/CATCALL FROM BEHIND SEE MY FACE AND CUT ME DOWN/”TRANNY”/”SHEMALE”/”FAGGOT”/”WHORE” ‘.

She is above this and does not tolerate the abuse either: ‘BUT I’M A FLAWLESS BITCH AND YOU’RE A FUCKING BORE/THIS MAKEUP IS FOR MY EYES/THESE FISHNETS ARE FOR MY THIGHS/THIS WALK IS HOW I GOT THROUGH LIFE’. She explains her appearance and stresses that it is just who she is and nothing of concern for the bigot. Then she asks him if he wants the pepper spray or pocket knife first, presenting herself as ready to defend herself. She is not having any of his BS:

‘YOU WANT THE PEPPER SPRAY FIRST OR  THE POCKET KNIFE?!/TARGETED BY MEN/WE’RE TARGETS OF MEN/TARGETED BY MEN/WE’RE TARGETS’

The following excerpt illustrates the basic issue about this topic: toxic men oftentimes do not bother about consent and behave in ways that are inappropriate, thinking that this is flattering, when in reality, their behaviour is intimidating and predatory. Therefore, the singer poses the following questions and tells the sexual predator to buzz off:

‘DID I SAY YOU COULD LOOK AT ME?!/DID I SAY YOU COULD TALK TO ME?!/YOU REALLY THINK WE’D BE FRIENDS?!/SHUT YOUR FUCKING MOUTH AND HANG YOUR HEAD/I DON’T REMEMBER INVITING YOUR WORDS/I DON’T REMEMBER INVITING YOUR GAZE/I’D NEVER ASK YOUR OPINION OF SHIT!’

This is how you show trash their place. I love the sass in this. However, this is not too realistic unfortunately, as you can never know how someone reacts in this kind of situation. Therefore, I think that we have to work on the problem behind this, i.e. sexism, patriarchy and bigotry and normalise feminism and direct opposition to predatory behaviour and bigotry to prevent situations like these from happening in the first place.

To end the song in style, the singer just remarks ‘/MY BODY/MY RULES/GET ON WITH IT’, which is another key aspect concerning this topic: we are still not at the point where women and especially trans-people can govern over their own body completely as they see fit; there are still people who want to determine how they should behave and who try to seize control over their bodies. Another example of this is the criminalisation and stigmatisation of sex work. There is lots of bias about this topic and sex work is often depicted as ‘not real’ or ‘less valuable’, which stigmatises sex workers. However, that is a topic of its own.

What Can We Learn from G.L.O.S.S. ?

A Lesson of Self-worth

  • You are valid, no matter what others tell you
  • Do not let others define you
  • You do not have to live according to society’s standards, which often serve as a means of repression, as the singer experienced because of her gender identity
  • Live the way that makes you happy and live ‘outside society’s shit’

A Shift of Perspective

  • cis folks like me have to try to understand what it is like to be trans
  • we have to support the struggle for trans rights but should not make any decisions over their heads, which also applies to other groups like POC, for example
  • the singer provides the perspective of a woman who is faced with a sexual predator, giving an insight into how gross that can be
  • the Targets of Men reflects what women go through, potentially every day, being targeted by men as a trophy or sex object
  • it is NOT OK to harass women, be it through dick pics, catcalling, abuse or in whatever way that makes them feel unsafe and insecure

G.L.O.S.S. were a great band providing a voice for trans people in a scene in which their voices are still largely unheard. Hardcore definitely needs more bands like them who openly address topics like gender, misogyny and bigotry and call out the status quo in the scene. It is still a sausage fest and unfortunately, (trans-)women are often not seen as valid in it, which sucks considering just how tolerant the scene likes to present itself. We need to talk about these topics and normalise them. If hardcore is not inclusive of all kinds of people, it is not worth a thing because then it betrays its own values. For a final time: trans women and trans men as well as non-binary folks are valid.

Why do we still have to talk about ‘trans-women and -men’? It should be an established truth by now that they are valid but we are not yet at the point at which this is the reality. Trans- people are still being discriminated against and examples of people like J.K. Rowling and some of her supporters who question the definition of transphobia to justify the former’s transphobia illustrate this. Accordingly, we still have to talk about trans-women etc. because this part of their identity can still impact their lives in a negative way. By just talking about men and women, we fail to acknowledge this. Please just try to be understanding and treat others with respect.

This was the first post in a while because I was busy moving and I needed a small break after that. I have several posts planned for the upcoming weeks and I am looking forward to getting back at it again. As always, if you are interested in discussions, check out my Twitter or just comment below.

As always thank you for reading and until next time.

-sovlpvnk

Sources:

Gender Wiki I. ‘Transgender.’ In: gender.wiki.org, URL: https://wordpress.com/block-editor/post/sovlpvnk.com/4567, Accessed on September 18, 2020.

Gender Wiki II. ‘Cisgender.’ In: gender.wiki.org, URL: https://gender.wikia.org/wiki/Cisgender, Accessed on September 18, 2020.

G.L.O.S.S. . ‘G.L:O.S.S. (We’re From The Future).’ DEMO, via TOTAL NEGATIVITY/NERVOUS NELLY in the US and SABOTAGE in Europe, 2015.

G.L.O.S.S. . ‘Masculine Artifice.’ DEMO, via TOTAL NEGATIVITY/NERVOUS NELLY in the US and SABOTAGE in Europe, 2015.

G.L.O.S.S. . ‘Targets of Men.’ DEMO, via TOTAL NEGATIVITY/NERVOUS NELLY in the US and SABOTAGE in Europe, 2015.

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For the Future 3: Veganismus als Widerstand gegen Rassismus, Sexismus und Ableismus

Als ich jung war, wusste ich über Vegetarismus Bescheid, aber nicht wirklich über Veganismus. Als ich zuerst davon hörte, fragte ich mich in meiner Unwissenheit: “Was ist man dann überhaupt?” Damals konnte ich verstehen, warum man sich entscheiden könnte, kein Fleisch zu essen, jedoch nicht, warum man aufhören sollte, andere tierische Produkte zu sich zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir schlichtweg der Grausamkeit der Massentier-Haltung im Ganzen unbewusst und kannte nicht die zahlreichen pflanzlichen Alternativen. Daher dachte ich: “Wenn man kein Fleisch isst, sterben keine Tiere”.

Was mein 10-jähriges Ich ebenfalls nicht wusste, war, dass diese Annahme ein Irrglaube ist. Wer Ei- und milchbasierte Produkte konsumiert, ist immer noch dafür verantwortlich, dass die Tiere ein Leben lang leiden und für unser Konsumverhalten sterben. Allerdings konnte ich damals noch nicht diese logische Schlussfolgerung ziehen. Ungefähr 10 Jahre später, als ich aufhörte, Fleisch zu essen, merkte ich endlich, dass Veganismus die einzig reale Option ist, um zu vermeiden, dass für den eigenen Konsum andere Lebewesen leiden und sterben. Daher verringerte ich die Menge an tierischen Lebensmitteln konstant, um zu einer veganen Ernährungsweise überzugehen.

Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen, die anfangen, sich aus moralischen Gründen vegetarisch zu ernähren, es basierend auf der oben genannten Logik tun. Daher möchte ich im heutigen Post Vegetarismus und Veganismus einander gegenüberstellen. Ich werde nicht lediglich die grundlegende Unterscheidung vornehmen, sondern auf einer tieferen Ebene darüber sprechen. Heute werde ich über die moralische Bedeutung einer omnivoren Ernährungsweise (Tier- und Pflanzenprodukte), einer vegetarischen und einer veganen Ernährung sprechen und erklären, warum Veganismus die einzig sinnvolle moralische Ernährungsweise ist.

Da ich ein einem vorangegangenen Post bereits über die umweltlichen Aspekte von Veganismus gesprochen habe, werde ich mich heute auf die moralischen Aspekte beschränken. Wenn ihr euch jedoch dafür interessiert, lest gerne den ersten Post: https://sovlpvnk.com/2020/06/13/for-the-future-2-veganismus-die-wohl-simpelste-form-der-partizipation/

Disclaimer: Meiner Meinung nach sollte dies selbstverständlich sein, aber ich möchte es hier dennoch kurz ansprechen: Ich spreche aus einer privilegierten Position, da ich in Deutschland lebe und erwarte vor diesem Hintergrund nicht von Menschen in Entwicklungsländern oder indigenen Völkern, sich vegan zu ernähren, da die Situation vor Ort eine ganz andere ist. Auch behinderte Menschen können je nach Lebenssituation nicht unbedingt vegan leben. Allerdings ist Veganismus für die breite Masse in Industrienationen wie Deutschland und der gesamten westlichen Welt eine tolle Möglichkeit zur täglichen Einflussnahme, mit der man sein Privileg für etwas Größeres nutzen kann.

‘The weak are getting weaker. And the youth are dead or pacified. You’re living your tv dream. While the innocent are bred to die’ -Antagonist AD sprechen über unsere Gleichgültigkeit gegenüber anderen Lebewesen

1. Die (Un)Moral des Fleisch-Essens

Wie der Name impliziert, nimmt man bei einer omnivoren Ernährungsweise alles zu sich: Obst, Gemüse, Tiere und deren Produkte, sprich Milch und Eier. Moralisch ist diese die verwerflichste der drei Ernährungsweisen.

Alle tierischen Produkte bringen das Leid von Tieren und deren Leben als Kosten mit sich. Logischerweise werden Tiere getötet, um Fleisch zu proudzieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es “Bio” und “nachhaltig” ist, zumal “nachhaltiges Fleisch” nicht exisitert. Es gibt keine humane Art zu töten und die Tiere leiden so oder so ihr Leben lang bevor sie sterben, selbt in vermeindlich “tierfreundlichen” Zweigen der Industrie. In beiden Zweigen werden Tiere misshandelt und der Profit über ihr Wohlergehen gestellt, da der Profit auf ihrem Tod basiert.

Die folgenden Beispiele sollten euch eine Perspektive verschaffen: In der US-Massentierhaltung leben bis zu zehn Hühner in einem Käfig mit der Größe einer Aktenschublade (Vgl. ASPCA). Unter diesen Bedingungen können die Tiere abnormales Pick-Verhalten und Kannibalismus entwickeln, weshalb, um dies zu vermeiden, ihre Schnäbel oftmals verstümmelt werden (Vgl. ebd.). Zudem können die Tiere sich in solchen Käfigen weder setzen, noch hinlegen oder natürlichen Verhaltensweisen, wie Sandbaden nachkommen, was zusätzlich ihre Lebensqualität verringert (humanesociety).

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Freunde, kein Essen: Schweine sind höchtsintelligente Tiere und zum Zeitpunkt der Schlachtung sind sie ungefähr auf dem kogniviten Stand eines Kleinkindes

Auf ähnliche Art und Weise verhalten sich Schweine. Sie sind intelligente Tiere und aus Langeweile und Verzweiflung fangen sie an, die Schwänze anderer Tiere anzukauen. Um das zu vermeiden und zu verhindern, dass das Fleisch an Wert verliert, werden ihnen die Schwänze oftmals amputiert (Vgl. ebd.). Diese Praxis ist in Deutschland verboten, wird aber dennoch durchgeführt, wie man in einem Artikel der Süddeutschen sieht. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tierhaltungs-report-warum-deutsche-bauern-schweinen-den-ringelschwanz-abschneiden-obwohl-das-verboten-ist-1.3879958

Da das Fleisch männlicher Schweine mit Geschlechtsreife einen unangenehmen Geruch entwickeln kann, werden sie ohne Betäubung kastriert, um den sogenannten Ebergeruch zu vermeiden (Vgl. Keenan). Dazu wird in Deutschland noch bis Ende diesen Jahres keine Betäubung benötigt, sprich den Tieren werden die Hoden bei vollem Bewusstsein herausgeschnitten (Verbraucherzentrale). Die genannten sind nur ein paar Beispiele, doch sie zeigen sehr effektiv die grundlegende Grausamkeit der Tier-Industrie.

Wie man sehen kann, liegt der Industrie nicht viel am Wohlergehen der Tiere, die schlicht zu Produkten degradiert und für den Profit missbraucht werden. Das englische Wort für die Massentierhaltung, “Factory Farming”, verdeutlicht dies. Die Tiere werden als ein Produktionsmittel genutzt und in Massen produziert wie in einer Fabrik. Sie haben darüber hinaus keinen Wert, sondern dienen nur dem Profit.

Auch der Lebenszyklus eines Schweines verdeutlicht dies. Die Vierbeiner können bis zu 15 Jahre alt werden, doch in der Industrie werden sie mit ungefähr sechs Monaten geschlachtet (Vgl. PETA). Ihre Lebensbedingungen davor sind bereits unangemesen, doch wenn es zum Schlachter geht, wird es noch schlimmer. Auf dem Weg dort hin werden sie in Laster getrieben und unter miserablen Bedingungen transportiert. Viele von ihnen sterben bereits auf dem Weg, zum Beispiel durch Erstickung, wenn sie fallen und unter anderen Tieren begraben werden oder durch Herzattacken, die sie durch den Stress erleiden. Das umfasst noch nicht einmal die Misshandlung, die sie durch die Schlächter erfahren. Diese gibt es in zahllosen Videos online zu sehen, weshalb ich an dieser Stelle keine zeige. Es handelt sich nicht um Einzelfälle und die Schuldigen sind keine “schwarzen Schafe”. Tiere werden in der Massentierhaltung permanent misshandelt und ob auf einer Fleischpackung Bio oder ähnliches steht, ändert hieran nichts.

In Anbetracht der genannten Umstände ist es nicht überraschend, dass Menschen in dieser Industrie nur ein weiteres Mittel zum Profit sind. Das sieht man an den Arbeitsbedingungen in einer Vielzahl von Arbeitsstätten. Die letzte Zeit gab es viele Skandale, da sich von Schlachthäusern ausgehend weitere Corona-Wellen ausbreiteten und bereits in den Jahren zuvor wurden die Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben moniert. Die Arbeitsbedingungen vor Ort und die Lebensbedingungen der Gastarbeiter*innen begünstigten deren Infektionen. Der größte deutsche Fleischproduzent, Tönnies, war einer von vielen, die hiervon betroffen waren (Vgl. Ziady, RND). Die Industrie misshandelt nicht nur Tiere, sondern missbraucht auch Menschen, um größtmöglichen Profit zu generieren.

Ein weiterer Aspekt, der sowohl die moralischen, als auch die umweltlichen Folgen des Fleischkonsums zeigen, ist die Zerstörung der Umwelt durch die Massentierhaltung.

Der Konsum tierischer Produkte ist nicht nur wegen der Gewalt gegenüber den Tieren unmoralisch, die herangezogen werden, um zu sterben, sondern trägt auch zur Zerstörung der Regenwälder bei, was ebenfalls zu Leid und Toden führt, die jedoch auch uns Menschen betreffen.

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Momentan betrifft uns diese Zerstörung in Form von Corona ganz direkt. Die Pandemie entsprang dem Eindringen der Menschen in Naturräume, welche in großen Teilen auf die Massentierhaltung und damit verbundene Rodung zurückzuführen ist. Laut National Geographic führt Entwaldung zu mehr ansteckenden Krankheiten bei Menschen (Vgl. Zimmer). Laut Andy McDonald, einem Krankheits Ökologen vom Earth Research Institute der Universität in Kalifornien, Santa Barbara, “handelt es sich um ein Summenspiel, je mehr wir Waldgebiete abbauen und abholzen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Epidemien und ansteckende Krankheiten vorkommen” bemerkte McDonald 2019, vor Ausbruch der Pandemie (zitiert nach Zimmer). Wie in meinem vorangegangenen Post und hier veranschaulicht, tragen die Massentierhaltung und die damit verbundene Futtermittelindustrie maßgeblich zur Entwaldung und somit zur Verbeitung ansteckender Krankheiten und Epidemien wie Corona bei. Seit mehr als einem halben Jahr tragen wir nun alle die Konsequenzen davon. Die aktuelle Pandemie ist nur eine weitere Folge der unverantwortlichen Tierindustrie.

Wannimmer ihr entscheidet, tierische Produkte zu essen, ist es als würdet ihr den Lauf einer Waffe an den Kopf eines anderen Lebewesens halten und abdrücken. Was für euch nur eine Mahlzeit sein mag, die euch für eine kurze Zeit sättigt, ist für die Tiere, deren Produkte ihr konsumiert, ein Leben und Sterben voller Qualen. Wenn ihr Produkte kauft, die auf Ausbeutung basieren, unterstützt ihr eine Industrie, die Lebewesen tötet. Jemanden dafür zu bezahlen, nimmt nicht die Verantwortung, die ihr dafür tragt, von euren Schultern und es ist euer Geld, das diese Grausamkeiten finanziert. Also bitte fragt euch zukünftig, ob es das wert ist, insbesondere, da wir in einer Zeit leben, in der es unzählige Alternativen gibt, die der breiten Masse zugänglich sind. Außerdem, warum sollten wir eine Industrie unterstützen, die nachgewiesenermaßen zur Zerstörung des Planeten beiträgt und sich negativ auf andere Menschen, wie auch uns selbst auswirkt?

2. Das Moralische Versagen des Vegetarismus

Da ich die moralischen Aspekte von Fleischkonsum im vergangenen Kapitel erarbeitet habe, werde ich in diesem Kapitel zunächst eine kurze Geschichte des Vegetarismus präsentieren und danach erklären, in wie fern moralischer Vegetarismus irrational ist.

Bereits im antiken Griechenland gab es Verfechter eines vegetarischen Lifestyles, wie Pythagoras, der sich weigerte Fleisch zu essen, da er der Auffassung war, dass alle Lebewesen Seelen haben (Vgl. Butler, 2018). Auch im späteren Verlauf der Geschichte war diese Ernährungsweise stark vertreten, auch wenn es nicht immer eine freiwillige Entscheidung war. Im Mittelalter war Fleisch hauptsächlich den reicheren Schichten zugänglich, während sich ärmere Menschen meist kein Fleisch leisten konnten. Daher mussten beispielsweise Bauern oftmals vegetarisch leben (Vgl. Adams, 48).

Vegetarismus als moralische Bewegung wurde erstmals im 18. und 19. Jahrhundert relevant, als im England des 19. Jahrhunderts die Vegetarian Society gegründet wurde. Einige bekannte Vegetarier*innen dieser Zeit waren Mary Shelly, die Autorin des ersten Science Fiction Werkes “Frankenstein”, wie auch andere große Autoren und öffentliche Personen, wie George Bernard Shaw (Vgl. Butler).

Vor diesem Hintergrund, warum macht moralisch motiverter Vegetarismus keinen Sinn? Nun, zur damaligen Zeit gab es keine Massentierhaltung und diese Ernährungsweise war somit eine Option, um den Tod von Tieren zu vermeiden, da lediglich Fleisch dazu führte, dass sie starben. Heute allerdings, ist eine vegetarische Ernährung komplett inkonsequent, sowohl auf moralischer als auch umweltlicher Basis. Wer sich entscheidet, wegen der Tiere kein Fleisch mehr zu essen, jedoch Milchprodukte und Eier zu sich nimmt, unterstützt trotz guter Absichten weiterhin die Industrie, die Tiere quält und tötet. Selbst wenn ihr kein Fleisch esst, unterstützt ihr mit dem Kauf anderer tierischer Produkte die Ausbeutung und Tötung der Tiere.

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Das passiert mit männlichen Küken nach der Geburt

Wie mittlerweile jeder gehört haben sollte, sind männliche Küken in der Eier-Industrie nicht profitabel und werden somit kurz nach ihrer Geburt in einen Fleischwolf geworfen, um zu Chicken-Nuggets oder ähnlichen Produkten weiterverarbeitet zu werden. Für die Industrie sind diese Lebewesen lediglich ein unnützes Abfallprodukt, weshalb es profitabler ist, sie schnellstmöglich zu töten, da sie keine Eier legen können. Lediglich Fleisch zu boykottieren, wirkt dem nicht entgegen, da dies in der EIER-Industrie passiert (Vgl. ASPCA).

Was ist mit den Kühen? Bevor ich darauf eingehe, möchte ich euch eine Frage stellen: Wann geben Frauen Milch? NUR wenn sie schwanger sind und auch dann nur für eine bestimmte Zeit nach der Geburt. Das gleiche gilt für Kühe und andere Säugetiere. Die logische Konsequenz und Realität in der Lebensmittelindustrie ist die folgende: Kühe werden konstant per Zwang geschwängert, um sicherzustellen, dass sie Milch geben. Wenn sie gebähren, werden ihnen die Kälber weggenommen, damit diese keine Milch trinken können, da diese an die Konsumenten verkauft werden soll (University of Veterinary Medicine, Vienna).

Um sicherzustellen, dass sie weiter Milch produzieren, werden die Kühe permanent geschwängert und ihrer Kinder beraubt. Kühe haben soziale Strukturen und sogar beste Freunde. Hinzu kommt der mütterliche Instinkt, den sie als Säugetiere haben. Stellt euch das Trauma vor, das Kühe erleiden, wenn ihnen ständig ihre Kälber genommen werden und das Trauma der Kälber. Das wäre vergleichbar mit einer Frau, die permanent geschwängert und ihrer Kinder beraubt wird, einfach nur für Profit. Wenn euch diese Idee nicht gefällt, solltet ihr euch vegan ernähren, da ihr ansonsten täglich eine Industrie unterstützt, in der dies die Realität ist.

Kleiner Fakt am Rande, um die Perversion hinter Milchkonsum zu verdeutlichen: in der Natur nimmt keine andere Tierart im Erwachsenenalter Milch zu sich, bis auf uns Menschen. Hinzu kommt, dass in der Natur keine andere Tierart Milch einer anderen Spezies zu sich nimmt, außer uns Menschen. Die Milch ist für die Kälber bestimmt, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass man wegen Milchkonsum vermehrt Luxuskrankheiten, beispielsweise Herzprobleme, bekommt (Physicians Committee for Responsible Medicine). Man sieht an anderen Tieren, Beispielsweise Katzen, dass artenübergreifender Milchkonsum nicht natürlich ist, da die Stubentiger, wenn sie Kuhmilch trinken, Durchfall bekommen können. Weil sie nur bis zu einem bestimmten Alter das Enzym haben, dass zur Verdauung von Lactose nötig ist, können die meisten Katzen danach keine Milch mehr verdauen (Prestige Animal Hospital). Kuhmilch ist für die Kälber bestimmt und nicht für erwachsene Tiere anderer Spezies.

Vegan Street -- The Daily Meme Archive | Animal agriculture, Vegan ...
Die tierische Agrarindustrie als Ganzes ist das Problem. All die Probleme in dieser Karikatur resultiern aus ihr und lediglich auf Fleisch zu verzichten, erreicht nichts.

Vegetarier*innen erkennen an, dass Fleischkonsum unmoralisch ist, doch in Zeiten der Massentierhaltung und Massenproduktion, in der Massen an Tieren zum Profit getötet werden, ist Vegetarismus keine Option, wenn man das Leiden der Tiere unterbinden will. Die Idee, dass Vegetarismus die Tiere rette, ist veraltet und trifft nicht auf unsere Zeit zu. Ich möchte niemanden verurteilen, aber moralisch motivierter Vegetarismus basiert heute größtenteils auf Doppelmoral und hat keinen wirklichen Einfluss, da Vegetarier lediglich eines von vielen Produkten boykottieren, die zur Zerstörung unseres Planeten beitragen. Moralisch erkennt Vegetarismus nämlich nicht an, dass Kühe und Küken dennoch in den entsprechenden Industrien getöter werden und ein Verzicht auf Fleisch allein daran nichts ändert. Aufgrund der genannten Doppelmoral ist Vegetarismus auf moralischer Basis also wenig sinnvoll.

Aus Perspektive des Umweltschutzes ist es besser, sich vegetarisch zu ernähren, als nichts zu tun und lediglich ohne Bewusstsein über die Konsequenzen zu konsumieren. Davon abgesehen ist diese Ernährung jedoch auch aus dieser Perspektive fragwürdig. Wenn man Milch, Eier und die darauf basierenden Produkte kauft, unterstützt man weiterhin die Industrie und die Zerstörung, die diese mit sich bringt. Nur eines der Produkte zu boykottieren ist inkonsequent, insbesondere wenn man sich den langfristigen und immensen Einfluss der Milch-Industrie und der damit verbundenen Futter-Industrie vor Augen führt. Als Vegetarier*in unterstützt man weiterhin den schlimmsten und schädlichsten Teil der Industrie, nämlich die Milchindustrie und den damit verbundenen Ressourcenverbrauch, wie auch die damit verbundene Entwaldung und Umweltverschmutzung. Diese wirken sich alle auf die Menschheit im allgemeinen aus, weshalb auch aus ökologischer Perspektive Vegetarismus moralisch fragwürdig ist.

Wer ernsthaft etwas gegen den Klimawandel oder die Ausbeutung von Tieren unternehmen möchte, sollte sich vegan ernähren, da dies die einzig konsequente und logische Option ist, aus einer moralischen und umweltlichen Perspektive. Vegetarismus ist somit ein Schritt in die richtige Richtung, sollte aber im Optimalfall als Übergang zu Veganismus dienen.

3. Veganismus ist auch Widerstand gegen Rassismus, Sexismus und Ableismus

https://withwar.bandcamp.com/track/connection

WithxWar sind eine Vegan Straight Edge Band, die sich gegen all die oben genannten Formen von Diskriminierung einsetzt und sich mit dem Song “Connection” deutlich positioniert. “Für die Abschaffung von Rassismus, Colourismus, Sexismus, Transphobie und Homophobie und in Widerstand gegen die Zerstörung der Erde und aller, die sie bewohnen, Menschen und Tiere gleichermaßen”. Sich für Tierrechte einzusetzen, ist lediglich eine logische Erweiterung von sozialer Gerechtigkeit.

Während eine Person, die sich lediglich plant-based, also pflanzlich, ernährt nicht zwingend von Speziezismus weiß, ist dieses Konzept ein wichtiger Aspekt im Tierrechtsaktivismus. Um zu verdeutlichen, wie sich Speziezismus und verschiedene Formen menschlicher Diskriminierung überschneiden, werde ich nun den Begriff “Speziezismus” erklären.

Es gibt verschiedene Definitionen des Begriffes Speziezismus, welcher vom Psychologen Richard Ryder geprägt wurde. Das Collins Dictionary definiert ihn als Glaube der menschlichen Überlegenheit gegenüber Tieren, welcher die Ausbeutung nicht-menschlicher Tiere zum menschlichen Profit rechtfertigt ohne das Leiden, das sie dadurch erfahren, in Erwägung zu ziehen (Vgl. Collins Dictionary). Diese Definition deckt sich mit der von dictionary.com, laut der Speziezismus Diskriminierung zugunsten einer Spezies beschreibt (Dictionary). Allerdings verdeutlicht letztere zusätzlich, dass Speziezismus zur Rechtfertigung der Ausbeutung von Tieren durch Menschen dient (Vgl. ebd.). Wenn man es kurz fassen möchte, ist Speziezismus Diskriminierung basierend auf einer angenommenen Überlegenheit von Menschen gegenüber anderen Tieren.

Dieses Konzept wird oftmals stark kritisiert und Menschen zeigen sich verständnislos, da sie oft annehmen, dass es Tiere vermenschliche oder andere Formen von Diskriminierung, zum Beispiel Rassissmus, herunter spielen würde. Speziezismus soll jedoch nicht das Leid von nicht-menschlichen Tieren und POC oder anderen marginalisierten Gruppen von Menschen in Verhältnis setzen. Es handelt sich dabei lediglich um ein Label für eine Ideologie, die sehr real ist und sich auf verschiedenste andere Formen von Diskriminierung auswirken kann, wie ihr in diesem Kapitel sehen werdet.

Indem wir die Vorurteile, die wir Menschen gegenüber anderen Tieren haben, anerkennen, können wir andere Formen von Diskriminierung vertieft und in ihrer Beziehung zu Speziezismus betrachten, beispielsweise Speziezismus und Rassismus, Speziezismus und Ableismus und Speziezismus und Sexismus. Somit erweitert Speziezismus den Dialog und ermöglicht es, über Nuancen zu sprechen, die oftmals von Analysen ausgeschlossen werden, wie man beispielsweise an Mary Shelley “Frankenstein” sieht. Dieses wird meist auf seine feministischen Inhalte reduziert, wobei der vegetarische Subtext ausgelassen wird. Speziezismus hilft also, Nuancen anderer Formen von Diskriminierung zu betrachten. Des weiteren scheint die Ideologie des Speziezismus als Mittel zu dienen, um diese Diskriminierung zu bewerkstelligen. Um das zu verdeutlichen, werde ich intersektionale anti-speziezistische Literatur nutzen.

Es gibt keine klare Definition zu Anti-Speziezismus, weshalb ich dieses Wort lediglich nutzen werde, um Bewegungen anzusprechen, die sich gegen die Ideologie des Speziezismus stellen.

Ich weiß, dass diese Theorie etwas abstrakt wirken kann, doch sie kann dabei helfen, eine Perspektive zur Schaffung von Hierarchien zu entwickeln. Daher finde ich sie sehr interessant und wie man in den kommenden Kapiteln sieht, gibt es dafür einige praktische Anwendungsformen.

Die Verbindung zwischen Speziezismus und Rassismus

Sexual Politics of Meat

In “The Sexual Politics of Meat” spricht Carol J. Adams sowohl die Verbindungen zwischen Speziezismus und Sexismus, als auch von Speziezismus und Rassissmus an. Dadurch schafft sie eine interessante Perspektive und verdeutlicht das Potential, das das Therorem Speziezismus für Diskurse über Diskriminierung mit sich bringt. In diesem Unterkapitel werde ich über die Verbindung zwischen Speziezismus und Rassissmus sprechen. Darauf folgen die Zusammenhänge zwischen Speziezismus und Sexismus und Speziezismus und Ableismus in den folgenden Kapiteln.

Adams erklärt, dass Fleischkonsum und die Ideologie, die damit in Verbindung steht, half, rassistische Systeme zu etablieren und aufrecht zu erhalten, von denen lediglich Weiße profitieren.

‘I mean racism as the requirement that power arrangements and customs that favor white people prevail, and that the acculturation of people of color to this standard includes the imposition of white habits of meat eating’ (Adams, 53).

Sie sieht Fleischkonsum als Basis eines rassistischen Systems, das zum Profit weißer Menschen geschaffen wurde und deren Essverhalten anderen Menschen, insbesondere POC aufzwingt.

Hauptsächlich thematisiert Adams, wie Weiße Fleischkonsum als Mittel nutzten um Klassen zu konstruieren und ihre Gewalt gegenüber People of Colour zu rechtfertigen, insbesondere im Kolonialismus.

Dabei unterscheidet sie zwischen einigen Kernannahmen. Eine davon ist der Glaube, dass Fleisch Macht verleihe, weshalb in den Augen der Kolonisten allein weiße Menschen Zugang zu Fleisch haben und POC keinen Zugang dazu haben sollten (Vgl. Adams, 53). Anhänger einer weißen Vorherrschafts-Ideologie des 19. Jahrhunderts dachten, dass höhere, weiße Klassen Fleisch zur Entwicklung des Gehirnes brauchten. Da niedrigere Klassen, denen POC angehörten, den ihnen auferlegten Fleischentzug überlebten und es nicht zum Leben brauchten, wurde basierend auf dieser Ideologie Rassismus gerechtfertigt (Vgl. ebd.). Im folgenden Paragraph wird dies verdeutlicht.

Das verdeutlicht, wie Fleisch als Mittel zur Konstruktion von Klassen und Hierarchien basierend auf Rasse diente. Fleisch wurde als nötig für höhere, weiße Klassen angesehen und als zu gut für POC. Basierend auf der Evolutionstheorie wurden Menschen zudem als höher als andere Tiere betrachtet, da sie diese essen können. Da man POC kein Fleisch gab und sie dies überlebten, schrieb man ihnen basierend auf dieser Logik zu, weniger entwickelt und nicht im Stande zu sein, Fleisch zu essen. Somit erhielt man die rassistischen Hierarchien durch Nutzung von Fleisch in einem rassistischen Narrativ aufrecht (Vgl. ebd., 54).

Im Kolonialismus wurde die Einteilung in “überlegene Fleischfresser” und “unterlegene Pflanzenfresser” als weitere Legitmierung für Unterdrückung genutzt (Vgl. ebd.). Adams nennt dafür folgendes Beispiel “The rice-eating Hindoo and Chinese and the potato-eating Irish peasant are kept in subjection by the well-fed English” “Die Reis-essenden Hindus und Chinesen und die Kartoffel-essenden Iren werden von den gut genährten Engländern in Schach gehalten”. Auf ähnliche Art und Weise wurde Kannibalismus als Narrativ genutzt, um indigene Völker als Kannibalen darzustellen. Darauf basierend konnten die europäischen Invasoren ihre Gewalt gegenüber diesen rechtfertigen indem sie sich somit auf eine höhere moralische Ebene stellten (Vgl. ebd., 55).

Adams dekunstruiert diese Narrative von “Wilden und Kannibalen” und zeigt auf, warum diese offensichtlich falsch und lediglich propagandistisch motiviert waren:

“The eyewitnesses fail to describe just how they were able to escape the fate of consumption they report witnessing. Nor do they explain how the language barrier was overcome, enabling them to report verbatim conversations with “savages.” In addition, their reports fail to maintain internal consistency” (Adams, 55).

Auf Deutsch: Die Augenzeugen erklären oftmals nicht, wie sie um Haaresbreite entkamen und nicht gegessen wurden. Auch erklären sie nicht, wie die Sprachbarriere überwunden wurde und in ihren Geschichten finden die verbalen Unterhaltungen mit den vermeintlich “Wilden” einfach statt. Zudem fehlen oft eine interne Logik und ein klarer Zusammenhang (Vgl. ebd.).

Es ist also recht offensichtlich, dass es sich bei Berichten über Kannibalismus um Propaganda handelte, welche die weißen Eindringlinge auf eine moralisch höhere Ebene als die Ureinwohner stellen sollten, um Gewalt zu rechtfertigen .

Abschließend fasst Adams zusammen, dass die Idee, Fleisch sei eine bessere Proteinquelle, die genannten Narrative und den damit verbundenen Rassismus weiter fortsetzt.

‘Racism is perpetuated each time meat is thought to be the best protein source. The emphasis on the nutritional strengths of animal protein distorts the dietary history of most cultures in which complete protein dishes were made of vegetables and grains. Information about these dishes is overwhelmed by an ongoing cultural and political commitment to meat eating’ (ebd. 55).

Im oben genannten Ausschnitt verdeutlicht Adams erneut, wie Fleischkonsum von Europäern als Narrativ zur Rechtfertigung ihrer Invasionen genutzt wurde und wie sie diese nutzen, um ihre eigene Weltanschauung vor Ort durchzusetzen. Wenn man gemäß dieser sozial-darwinistischen Ideologie annimmt, das Fleisch stark macht, führt man somit diese rassistischen Motive fort, die bereits im Kolonialismus genutzt wurden. Indem wir also Speziezismus anerkennen und vertieft betrachten, können wir besser Position gegen Rassismus beziehen.

Speziezismus diente als Basis zur Rechtfertigung und Fortsetzung von Rassismus und wurde von Kolonialisten genutzt, um POC zu entmenschlichen und somit Gewalt gegen diese zu rechtfertigen. Zudem half er Weißen, rassistische Klassensysteme zu errichten. Allerdings trägt diese Ideologie auch zu anderen Formen von Diskrimnierung bei, wie ihr in den folgenden Kapiteln sehen werdet.

Die Verbindung zwischen Speziezismus und Sexismus

Wie bereits erwähnt, setzt sich Adams in “The Sexual Politics of Meat” mit der Konstruktion von Klassen durch Fleischkonsum auseinander. Dies beschränkt sich jedohc nicht auf die Hautfarbe, sondern betrifft auch das Geschlecht. Laut ihr drücken Ernährungsgewohnheiten Klassenaufteilungen, sowie patriarchische Unterteilungen aus (Vgl. ebd., 48). Adams bemerkt, dass Fleischkonsum hauptsächlich als männliches Attribut gesehen wird und nennt dafür Beispiele:

‘Worldwide this patriarchal custom is found. In Asia, some cultures forbid women from consuming fish, seafood, chicken, duck, and eggs. In equatorial Africa, the prohibition of chicken to women is common’ (Adams, 50).

Darauf basierend verdeutlicht die Autorin, dass Gemüse oftmals weiblich konnotiert und als weniger männlich dargestellt werde (ebd., 51). Ich habe dies selbst gesehen. In verschiedenen Medien und im echten Leben habe ich oft gesehen, wie Männer stolz auf ihren Fleischkonsum sind, weil es eine “männliche Eigenschaft” sein soll. Adams zeigt, dass sich diese Idee durch den Verlauf der Geschichte zieht und noch heute besteht, was verdeutlicht, wie stark diese Ideen in uns einprogrammiert werden. Wir werden dazu erzogen, zu glauben, dass Fleisch für Männer die bessere Nahrungsquelle sei und wer dem widerspricht, wird als feminin dargestellt.

“Männer, die Vegetarier werden, fordern einen essentiellen Teil der männlichen Rolle heraus. Sie tendieren zu weiblicher Nahrung. Wie können sie das wagen? Sich weigern, Fleisch zu essen, heißt, man(n) ist verweiblicht […] Als Antwort auf die vegetarische Bewegung zu dieser Zeit setzte man diese und den Verzicht auf Fleisch mit einer selbst auferlegten Kastration gleich, dem Aufgeben eines männlichen Privilegs” (Vgl. ebd., 63).

Das verdeutlicht den patriarchischen Zeitgeist im 19. Jahrhundert und verdeutlicht weiter die Verbindung zwischen Fleischkonsum und Männlichkeit, welche bereits damals existierte und heute immer noch fortbesteht. Es scheint so, als wäre im Verlauf der Geschichte Fleischkonsum mit Männlichkeit gleichgesetzt und als Mittel zur Aufrechterhaltung des Patriarchats genutzt worden.

Mit einem Konzept, das sie den “abwesenden Referenten” nennt, verdeutlicht Adams die Verbindung zwischen Sexismus und Speziezismus und spricht sich dadurch für einen intersektionalen Ansatz zu Feminismus aus. Kurz gesagt ist der abwesende Referent ein Platzhalter für eine marginaliserte Gruppe, welche im Sprachgebrauch durch andere Worte ersetzt wird. Dies trägt weiter zu deren Marginaliserung bei. Wenn beispielsweise das Opfer einer Vergewaltigung erklärt, sich wie ein Stück Fleisch gefühlt zu haben, übermittelt dies deren Gefühl, zu einem nicht-lebenden Objekt degradiert worden zu sein. Auf ähnliche Weise reduzieren wir Tiere zu essbaren Produkten und auf ihre Eigenschaft als Fleisch und Lebensmittel. Hier sind die abwesenden Referenten die Frau und Tiere, welche beide durch Fleisch ersetzt werden. Diese sprachliche Marginalisierung hilft dabei, Hierarchien in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten, in diesem Fall Sexismus und Speziezismus. Insbesondere in Werbung kommt dies zum Ausdruck, wie das folgende Gif verdeutlicht.

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Dieses Gif ist ein gutes Beispiel für die Überschneidungen zwischen Speziezismus und Sexismus. Sowohl Tiere als auch Frauen werden zu Objekten degradiert und ihres Wertes beraubt. Die Frau wird als Sexobjekt dargestellt, während das Tier getötet und zu einem Burger gemacht wurde. Beide werden also zu einem Konsumgut, das der Befriedigung eines Triebes dient..

Laut Adams werden sowohl Frauen als auch Tiere im alltäglichen Sprachgebrauch zu Objekten degradiert. Daher lassen sich leicht Parallelen zwischen Fetischen zu Frauen als Sexobjekt und Tieren als Nahrungsmittel ziehen. Beide werden zu einem Fetisch gemacht und auf diesen reduziert. Frauen werden zum Objekt der sexuellen Begierde und Tiere zum Ziel der ebenfalls männlichen Begierde nach Fleisch. Somit werden sie lediglich zu Mitteln zum Zweck der Befriedigung dieser Fetische, wodurch sie ihres Wertes als Lebewesen beraubt werden.

Die Autorin spricht ebenfalls die Überschneidungen zwischen Feminismus und Anti-speziezismus an und bermerkt, dass Menschen, die den Status quo in Frage stellen, verstummt und als Träumer oder “Snowflakes”, sprich als überempfindliche einfältige Gören, behandelt werden. Das trifft sowohl auf Feminist*innen und Veganer*innen zu. Erstere setzen sich gegen das Patriarchat ein, während letztere gegen Speziezismus und dessen Folgen Position beziehen. Somit fordern beide den Status quo heraus, in dem Frauen und Tiere unterdrückt werden und werden von den Anhängern dieses Status quo diskreditiert (Vgl. ebd., 109). Adams nutzt Mary Shelleys “Frankenstein” als Beispiel, um diese Verbindung aufzuzeigen.

‘The Creature embodies both vegetarian and feminist meaning. While the women in Frankenstein enact Mary Shelley’s subversion of sentimentalism by fulfilling feminine roles and dying as a result, and the men represent inflexible masculine roles, it is the New Being who represents the complete critique of the present order which Shelley attempted’ (ebd., 159). Die Kreatur verkörpert Vegetarismus und Feminismus. Während die Frauen weibliche Rollen erfüllen und dabei sterben und Männer an unflexiblen männlichen Rollen festhalten, verkörpert das neue Wesen eine grundlegende Kritik der aktuellen Ordnung, welche Shelley hoffte, zu übermitteln (Vgl., ebd.).

Veganer und zu Shelleys Zeit, Vegetarier stellen eine Herausforderung gegenüber dem sexistischen Status quo dar und Frankensteins “Monster” ist sowohl feministisch als auch ein Vegetarier. Auf ähnliche Weise werden Veganer, Feministen und die Kreatur von jenen, die von der aktuellen Lage profitieren und sie aufrecht erhalten wollen, abgelehnt. Die Kreatur ist anders als normale Menschen, weshalb diese Angst vor ihm haben. Sie lehnen ihn ab und für ihn entsteht eine Abwärtsspirale. Das Verhalten der anderen Charaktere ihm gegenüber ist übrigens ebenfalls speziezistisch, da sie ihn verurteilen, da er für sie nicht menschlich ist. Dies ähnelt außerdem der Ablehnung von Feminismus und Veganismus im heutigen Mainstream. Dass “Frankeinstein” zu Beginn des 19 Jahrhunderts veröffentlicht wurde und dermaßen bahnbrechende Themen verarbeitete, erstaunt mich heute noch und ich kann das Buch jedem ans Herz legen.

Sexismus und Speziezismus sind verbunden, weil Frauen und Tiere von Anhängern des Patriarchats entwertet und als weniger wertvoll dargestellt werden. Allein der Sprachgebrauch bezüglich Frauen, in dem diese als Tiere dargestellt werden, verdeutlicht, wie stark Sexismus und Speziezismus verbunden sind. Worte wie “bitch”, “blöde Kuh” sind alle weiblich konnotiert und entmenschlichen Frauen, was stark auffällt. Währenddessen sind tierische Bezüge zu Männern meistens positiv, beispielsweise “stark wie ein Stier”. Auch fällt auf, dass dies auf verschiedene Sprachen zutrifft. -Sprache schafft Realität und unter anderem durch negative Assoziationen zwischen Tieren und Frauen scheint das Patriarchat fortzubestehen.

Wie Rassismus scheint Sexismus teils auf Speziezismus zu basieren und letzterer scheint ein Mittel zu sein, ersteres aufrecht zu erhalten. Daher spricht sich Adams für einen intersektionalen Ansatz aus, der berücksichtigt, wie Speziezismus zur Aufrechterhaltung des Patriarchats genutzt wird. Das verdeutlicht den Nutzen dieses Theorems: indem wir über Speziezismus sprechen, können wir Nuancen erfassen, die andernfalls ausgelassen werden würden und unser Wissen zur Diskrimnierung verschiedenen Menschengruppen erweitern. Neben Sexismus und Rassismus trifft dies auch auf Ableismus zu.

Die Verbindung zwischen Speziezismus und Ableismus

Beasts of Burden: Animal and Disability Liberation: Amazon.de ...

In “Beasts of Burden: Disability and Animal Liberation” erläutert Sunaura Taylor die Verbindungen zwischen Speziezismus und der Diskriminierung von Menschen wie folgt:

‘Systems of species classification have relied heavily on hierarchies that have placed humans above animals, and these hierarchies have always been entangled with constructions of human difference'(Taylor). “Systeme der Klassifikation von Spezies stützen sich stark auf Hierarchien, die Menschen über Tiere stellen und diese Hierarchien waren immer mit Konstruktionen menschlicher Verschiedenheit verwoben”.

Dies verdeutlicht, dass Hierarchien und darauf basierende Diskriminierung von Menschen konstruiert werden. Menschen setzen sich dabei nicht nur selbst über nicht-menschliche Tiere, sondern übertragen diese Hierarchie auch auf andere Menschen, wie POC, Frauen und behinderte Menschen. Somit entmenschlichen sie diese. Diesen Aspekt fasst Taylor mit den folgenden Zeilen in andere Worte und verdeutlicht dadurch, erneut die Verbindung zwischen der Diskriminierung von Menschen und Tieren:

‘it’s important to emphasize that histories of dehumanization invariably exposed Western understandings, assumptions, and bigotry; understandings that were bound up with racism, ableism, and prejudice toward animals’ (Taylor). “Es ist wichtig, hervorzuheben, dass Geschichten der Entmenschlichung allesamt westliche Verständnisse, Annahmen und Hassrede offenbarten, Verständnisse, die mit Rassismus, Ableismus und Vorurteilen gegenüber Tieren verbunden waren”.

Speziezismus kann genutzt werden, um marginaliserte Gruppen weiter zu marginalisiern und dient denen, die vom Status quo profitieren, diesen aufrecht zu erhalten. Wie in den vergangenen Kapiteln dargestellt, diente dies der Konstruktion von Rassismus und Sexismus und das gleiche scheint für Ableismus zu gelten.

Aus diesen Gründen spricht auch Taylor sich für einen intersektionalen Ansatz aus, der auf diese wechelseitigen Verbindungen Augenmerk legt. Taylor war selbst Opfer von Ableismus, was ihre Position beeinflusst und somit extrem interessant macht. An dieser Stelle empfehle ich ihre Arbeit herzlich!

Taylor zeigt in ihrer Arbeit die menschliche Doppelmoral gegenüber Tieren auf. Einerseits geben wir ihnen menschliche Eigenschaften und bewundern sie, wenn sie sich menschlich verhalten. So verhetscheln und vermenschlichen wir Haustiere und bewundern zum Beispiel Primaten, wenn sie um tote Kinder trauern. Andererseits werden Veganer oftmals von den gleichen Menschen dafür kritisiert, dass sie Tiere vermenschlichen würden. Auch werden Tiere in Zoos und Zirkussen vermenschlicht, da man ihnen dort menschliche Eigenschaften auferlegt und sie zur Unterhaltung nutzt, was erneut die menschliche Doppelmoral aufzeigt, da ganz offensichtlich Nicht-Veganer Tiere vermehrt vermenschlichen. Sie werden lediglich sauer, wenn man sie mit ihrer Doppelmoral konfrontiert.

Taylor bringt bei der Dekonstruktion dieser Doppelstandards ihre persönlichen Erfahrungen mit ein und verdeutlicht dadurch, wie behinderte Menschen entmenschlicht und mit tierischen Eigenschaften beschrieben werden.

‘the ways we lack control when our bodies relieve themselves at inappropriate times, the way we transgress social etiquette by “eating like dogs,” the way we fail to stand erect on two feet—all of these things have been used to confirm disability’s perception as an “unruly,” “beastly,” and “animal-like” state of being. Animals make powerful insults precisely because we have imagined them as devoid of subjective and emotional lives that would obligate us to have responsibilities toward them’ (Taylor).

Die Tier-Industrie beraubt die Tiere ihres Wertes als Lebewesen. Dies trägt zu speziezistischer und ableistischer Sprache in Form von Entmenschlichung behinderter Menschen bei, wie man an den oben genannten Beispielen sehen kann. Da Tiere als wertlose Objekte für den Profit genutzt werden, ist es umso degradierender, Menschen mit ihnen gleichzusetzen, weshalb die Gleichsetzung von behinderten Menschen mit Tieren umso verletzender ist.

Außerdem werden den Tieren Behinderungen angezüchtet, was eine weitere Überschneidung zwischen den beiden Themen ist. Da sie keinen Auslauf haben, leiden Schweine oft an Herzproblemen, die Euter von Kühen schwellen aufgrund der Belastung in der Industrie unnatürlich groß an und Legehennen legen weitaus mehr Eier als für Hühner üblich, was sich schlecht auf ihre Gesundheit ausübt. Zudem werden sie oftmals verstümmelt (Vgl. PETA, Vgl. Albert Schweitzer Stiftung, Vgl. ASPCA).

Zum Höhepunkt des Buches verarbeitet Taylor einen Gedanken von Erevelle, nämlich, dass die Tier-Industrie Behinderungen fördert. Die Industrie zerstört und verschmutzt die Umwelt und Menschen leiden unter den Konsequenzen. Zudem nahmen dadurch Wohlstandskrankheiten zu. Die Autorin stellt darauf basierend folgende Frage:

“Wie kann man das Erlangen einer Behinderung zelebrieren?” (Vgl. Taylor). Taylor verweist auf die angesprochenen Verbindungen zu Rassissmus und anderen Formen systematischer Ausbeutungen, wie Polizei-Brutalität, Neokolonialismus und Mangel an Zugang zu einer Gesundheitsversorgung und betont erneut, dass die Massentierhaltung dazu beiträgt, dass mehr Menschen krank oder behindert werden und insbesondere Menschen mit geringem Einkommen darunter leiden werden, da diese mit erhöhter Wahrscheinlichkeit davon betroffen sein werden (Vgl. Taylor).

Hier lässt sich eine Parallele dazu ziehen, wie die Tiere in der Industrie überzüchtet werden. In der tierischen Agrarindustrie werden nicht nur Tiere überzüchtet und erleiden Behinderungen, sondern sie trägt auch dazu bei, dass mehr Menschen behindert werden. Dies sind alles Folgen menschlichen Handelns und von Speziezismus, welcher die verantwortliche Industrie rechtfertigt. Speziezismus ist die Ideologie, die all diese Zerstörung, sowie Rassismus und andere Formen systematischer Unterdrückung rechtfertigt. Er trägt dazu bei, dass mehr Menschen an Krankheiten wie covid-19 leiden und langfristige gesundheitliche Probleme und Behinderungen davon tragen werden.

Warum sollte man sich mit Veganismus und Speziezismus beschäftigen?

Es gibt keine “ethischen” tierbasierten Produkte. Sie alle sind Produkte von Ausbeutung und Tod. Eine vegetarische Ernährung ist besser als eine komplett unbewusste omnivore Ernährung, aber sie ist dennoch moralisch und in ihrer Logik fragwürdig. Sie trägt nach wie vor zur Ausbeutung von Tieren und der Zerstörung der Umwelt bei. Wenig überraschend liegt einer Industrie, die auf Ausbeutung und Mord basiert, nicht viel am Wohlergehen ihrer menschlichen Arbeiter. Wegen der ganzen genannten Punkte ist eine vegane Ernährung die einzig wirklich moralische.

Speziezismus ist eine Ideologie, die als Grundlage für Rassismus, Sexismus und anderen Formen von Marginalisierung, Ausbeutung und Hierarchien dient, während Veganismus gegen diese Ideen arbeitet und sie in Frage stellt. Implizit ist dies auch der Grund, weshalb einige Menschen Veganismus ablehnen und seine Anhänger*innen als intolerant darstellen: in der Realität sind nicht Veganer*innen intolerant, sondern eher die Menschen, die nicht möchten, dass man ihren Status quo in Frage stellt. Da sie nicht zu diesem Status quo beitragen und sich dagegen aussprechen, konfrontieren Veganer*innen diese mit ihrem unmoralischen Verhalten, worauf (toxische) Omnivoren mit Beleidigungen und falschen Anschuldigungen reagieren, zum Beispiel: “Veganer vermenschlichen Tiere”.

Speziezismus könnte man als Standardbeispiel dafür betrachten, wie ein objektiv unmoralischer und grausamer Status quo von denjenigen, die davon profitieren, aufrecht erhalten wird, sprich von der Massentierhaltung, ihren Lobbyisten und Unterstützern in der Politik, sowie all jenen, die sie mit ihrem Konsum unterstützen und sich nicht mit der moralischen Verwerflichkeit ihres Handelns auseinandersetzen möchten.

Jeder einzelne von uns kann jeden Tag Stellung beziehen und etwas dagegen unternehmen, also warum sollten wir diese Chance nicht nutzen? Daher:

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Ich habe bereits einige Posts zu dem Thema verfasst, die euch helfen können, vegan zu werden, falls ihr Motivation oder Tipps braucht. Außerdem gibt es online eine Unmenge an Quellen und Hilfsmöglichkeiten, weshalb es heute leichter denn je ist, sich vegan zu ernähren. Veganismus ist mit die leichteste Form von Teilnahme.

Wenn ihr durch diesen Post eure Ansichten zum Thema geändert habt, zieht bitte in Betracht, vegan zu werden. Generell, handelt gemäß eurer Moral und handelt. Es geht um den Fortbestand der Menschheit und aller anderen Lebewesen und je länger wir warten, umso fataler werden die Auswirkungen des Klimawandels werden. Noch haben wir Zeit, aber mit jedem Tag verschlechtern sich die Chancen, dass sich die Lage bessert, während die Folgen der Erderwärmung zunehmend extrem werden.

Selbst vermeintlich kleine, irrelevante Entscheidungen können große Auswirkungen haben und selbst unsere Ernährung kann sich global auswirken. Wir können damit zum Status quo beitragen oder dagegen arbeiten, also ist es in unserer Verantwortung, diese Chance zu nutzen solange wir noch die Möglichkeit dazu haben. Wegen den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels wird zunehmend klar, dass eine Veränderung nötig ist und durch unseren Konsum können wir zumindest im Alltag auf eine Veränderung hinarbeiten.

Eine Sache, die ich nicht mehr hören kann, ist die Annahme, dass das keine Rolle spiele und die Lage sich so oder so verschlechtere, durch die oftmals Stagnation und Untätigkeit gerechtfertigt werden. Wer an dieser Einstellung festhält, muss sich nicht wundern, dass sich nichts ändert und ist selbst Teil des Problems. Nichts zu unternehmen, weil man annimmt, dass es ohnehin nichts ändern würde, ist keine Option und ich würde solche Menschen gerne darum bitten, sich zu informieren und ihre Einstellung zu überdenken, da solches Denken uns nirgendwo hinführt. *hustet* Zentristen und Konservative

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht vegan leben kann, kann dafür natürlich nicht moralisch belangt werden, weil es nicht die Schuld dieser Person ist. Allerdings wäre es trotzdem schön, wenn Menschen unter solchen Umständen dennoch ihr bestes tun würden, um nachhaltig zu leben.

Veganismus allein wird die Welt nicht retten, aber es ist eine ganz grundlegende, simple Sache, die die breite Masse in ihren Alltag einbinden könnte, um irgendwann vielleicht eine systemische Veränderung anzuregen. Wie bereits bemerkt, ersetzt er jedoch nicht anderen Formen von Aktivismus und sollte mehr als Ergänzung betrachtet werden. Gleichzeitig sollte er nicht zur Ausbeutung anderer Menschen beitragen, was bei Trendfoods wie Avocados oder auch Kokosöl der Fall ist. Seid euch bitte der Konsequenzen eurer Ernährung bewusst und zieht eine vegane Ernährung in Betracht, durch die weder Menschen noch Tiere ausgebeutet werden.

Wie immer vielen Dank für’s Lesen und bis zum nächsten Mal.

-sovlpvnk

Quellen:

Adams, Carol J. The Sexual Politics of Meat. A Feminist Vegetarian Theory, In: The Continuum International Publishing Group Inc, 1990, p.47-246.

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Butler, Stephanie. ‘Beans and Greens. The History of Vegetarianism’, In: history.com, Published on August 22, 2018, URL: https://www.history.com/news/beans-and-greens-the-history-of-vegetarianism, Accessed on August 10, 2020.

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Prestige Animal Hospital. ‘Why Cats and Cow’s Milk Don’t Mix’, In: prestigeanimalhospital, URL: https://www.prestigeanimalhospital.com/services/cats/blog/why-cats-and-cows-milk-dont-mix, Accessed on August 10, 2020.

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RND. ‘Das Elend der Tönnies-Arbeiter: Krank zur Arbeit und 200 Stunden für knapp 1200 Euro Netto-Lohn’, In: rnd.de, URL: https://www.rnd.de/wirtschaft/tonnies-arbeitsbedingungen-von-werkvertragsarbeitern-200-stunden-fur-1200-euro-NEQENI2JN7YQGPYVAX243ETUSI.html, Accessed on August 10, 2020.

Taylor, Sunaura. Beasts of Burden: Disability and Animal Liberation, New York, The New Press, 2017.

The Humane Society of the United States. ‘Cagefree vs. battery-cage eggs. Comparison of animal welfare in both methods’, In: humanesociety.org, URL: https://www.humanesociety.org/resources/cage-free-vs-battery-cage-eggs, Accessed on August 10, 2020.

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Verbraucherzentrale. ‘Ferkelkastration ohne Betäubung. Unsicherheit beim Einkauf bleibt’, In: verbraucherzentrale, published on April 17, 2020, URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/ferkelkastration-ohne-betaeubung-unsicherheit-beim-einkauf-bleibt-32028, Accessed on August 10, 2020.

Ziady, Hanna. ‘The giant meatpacking company at the heart of Germany’s new coronavirus hotspot’, In: cnn.com, published on June 27,2020, URL: https://edition.cnn.com/2020/06/22/business/meat-plant-germany-coronavirus-outbreak/index.html, Accessed on August 10, 2020.

Zimmer, Katarina. ‘Deforestation is leading to more infectious diseases in humans’, In: nationalgeographic.com, published on November 22, 2019, URL: https://www.nationalgeographic.com/science/2019/11/deforestation-leading-to-more-infectious-diseases-in-humans/, Accessed on August 10, 2020.

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For the Future #3: Veganism as Resistance Against Racism, Sexism and Ableism

When I was younger, I knew about vegetarianism but not so much about veganism. When I first heard of it, ignorantly, I wondered: ‘What do you even eat, then?’ Back then, I could understand why people would choose not to eat meat but not how they could also stop eating other animal-based products because I was unaware of the cruelty of the livestock-industry as a whole and of the great amount of plant-based alternatives. I thought, ‘Well if you don’t eat meat, animals do not die for your sake’.

Unbeknownst to 10-year old me, this is not true. If you consume egg- and milk-based products, animals still die for your consumption and spend a life of misery before being slaughtered. However, back then, I was not able to draw this logical conclusion. About ten years later, when I stopped eating meat, I finally realised that veganism is the only real option if you do not want animals to suffer for your consumption, so I gradually reduced the amount of ‘animal-products’ I ate in order to transition to a vegan diet.

I feel like many people who adopt a vegetarian diet for moral reasons do so based on the logic that I summarised above. Therefore, in today’s post I would like to discuss vegetarianism and veganism and distinguish between them. I am not going to do this on the basic level of ‘vegetarian – no meat’ and ‘vegan – no animal-based products’ but on a deeper, more nuanced level. Today, I am going to address the moral implications of an omnivorous diet (eating animal- and plant-based products), a vegetarian diet and of a vegan diet and explain why veganism is the only option if you want to boycott animal-based products for moral reasons.

Since I have already addressed the environmental profits of veganism in an old post, I am going to focus on the moral aspects in today’s post. If you are interested in the former, check it out: https://sovlpvnk.com/2020/06/13/for-the-future-2-veganism-the-possibly-easiest-form-of-political-participation/

Disclaimer: To me, this is honestly a given but I would like to emphasise it nonetheless: I am talking about this topic from a privileged position and I do not expect people in LDCs or indigenous peoples who have to rely on hunting or disabled people to go vegan, since that is an entirely different situation. However, if you live in an industrialised country and are physically and financially capable of it, veganism is a great means of daily participation and of using your privilege for something greater.

‘The weak are getting weaker. And the youth are dead or pacified. You’re living your tv dream. While the innocent are bred to die’ Antagonist AD address our callouness and chosen ignorance when it comes to animals.

1. The Morals of Meat-Eating

As its name implies, on an omnivorous diet, you theoretically eat everything, vegetables, fruits, animals and their products. Morally, this diet is the worst of the aforementioned three options.

All animal-based products come at the cost of animals’s suffering and lives. Obviously, if you eat meat, that animal is killed in order to produce meat. It does not matter whether or not it is ‘bio’ or ‘sustainable’ meat (the latter does not exist). There is no humane way of killing and the animals suffer nonetheless, since the conditions in allegedly ‘animal friendly’ branches of the industry are just as bad as in other branches and in the end, the animals die anyway. In both branches, animals are mistreated and profit is put over their welfare, which makes sense, since the profit is based on their deaths.

The following examples should give you some perspective: In US factory farming, ‘Up to 10 hens are packed together in one wire cage roughly the size of a file drawer’ (ASPCA). Under these conditions, they can show ‘abnormal pecking behavior and cannibalism’, hence to avoid this, their beaks are often mutilated (ASPCA). Additionally, in cages, they are unable to sit or lay down or follow other natural behaviours such as dust-bathing, which is detrimental to their quality of life (humanesociety).

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Similarly, pigs who are intelligent animals, may start to bite other animals’s tails out of boredom, which is avoided by severing them (humanesociety). Since male pigs may develop a stench called boar taint that some people dislike in their meat, they can be castrated to avoid this (Keenan). In Germany, this does not require any sedation and it is going to remain legal until the end of this year according to the BMEL, the German Federal Ministry of Nutrition and Agriculture (verbraucherzentrale). The aforementioned examples are only a few that showcase the inherent cruelty of the livestock industry.

As you can tell, that industry does not care about the well-being and appropriate conditions for the animals and they are merely degraded to a product and used for profit. The term ‘factory farming’ illustrates this by itself: the animals are reduced to a good that is produced in masses like in a factory and to that industry, they are merely replaceable means of profit.

The life cycle of pigs highlights this further. If pigs get to live a normal life, they can live up to 15 years but in that industry, they are slaughtered when they are about six months old (PETA). Their ‘living conditions’ before this are already inappropriate but when they are transported to the slaughter house, things get worse, as they are shoved into trucks and transported under miserable conditions. Many of them can even die on the way there, for example by suffocation if they fall and get buried under the other animals or by heart attacks resulting from the stress connected to this (PETA). This does not even include the mistreatment they experience at the hands of their butchers, which can be seen in lots of videos online, hence I am not going to include any footage of this here. These are not a couple of foul apples and animals are constantly abused in the food industry. Bio meat does not change anything about this.

Considering all of this, it is not surprising that humans are also just another means of profit to this industry that puts profit over the well-being of living things. This becomes quite clear if you consider the working conditions in various production sites. There were several big scandals in Germany since waves of covid-19 infections spread from slaughter houses because of the bad working conditions in them and the conditions that guest workers employed there had to live under. For several years, these issues have been a concern. Among others, one of the biggest German providers of meat, Tönnies was affected by this and the spike of infections resulted in a local lockdown of the area affected by this (Ziady, RND). Not only does the industry mistreat animals but it also exploits humans for the sake of profit.

Another aspect that touches on both, the moral and environmental consequences of meat consumption, is the destruction of the environment caused by the livestock industry.

Not only is meat-eating immoral because of the violence towards the animals that are bred and killed for it, but it also contributes to the destruction of rain forests, causing even more suffering and deaths that also affect us humans.

taken from memez4vegans on instagram

At the moment, this impacts us blatantly in form of covid-19, which originated from the human invasion into natural habitats that is in big parts tied to the livestock industry and deforestation connected to it. According to the National Geographic, ‘Deforestation is leading to more infectious diseases in humans’ (Zimmer). And ‘According to Andy McDonald, a disease ecologist at the Earth Research Institute of the University of California, Santa Barbara. “It’s a numbers game: The more we degrade and clear forest habitats, the more likely it is that we’re going to find ourselves in these situations where epidemics of infectious diseases occur.” (cited by Zimmer). As illustrated in my earlier post and the paragraphs above, the livestock industry and the feed industry connected to it massively contribute to deforestation and thus to the spread of infectious diseases, such as Covid-19. For more than half a year, we have all seen the consequences of this first hand. The pandemic is another consequence of the irresponsible animal-industry.

Whenever you choose to eat animal-based products, it is like you pull the trigger of a gun that you hold to a living thing’s head. What may only be a meal for you and only saturates you for a short amount of time is the end of an entire existence and a life of exploitation for the animals whose products you consume. If you buy products based on exploitation, you support an industry that kills living things. Paying someone else to kill something does not take away from your responsibility for their death because it is your money that makes this industry profitable. I would like you to ask your self: ‘Is that really worth it?’, especially since we live in a time, in which we have lots of alternatives that are available to the broad masses. Additionally, if we know that the consumption of animal products contributes to the destruction of our planet and the suffering of other humans and the consequences of all this are tangible, why should we still support an industry like this?

2. The Moral Failure of Vegetarianism

Since I have discussed the moral aspects of meat eating, in this chapter, I am going to present you a very short history of vegetarianism and break down why the logic of moral vegetarianism is lack luster.

Already in ancient Greece, there were advocates of vegetarianism like Pythagoras, who refused to eat meat, since he thought that all living things had souls (Butler, 2018). Later in history, vegetarianism was still largely present even if it was not always a voluntary decision. In medieval times, for instance, meat was reserved for richer parts of society who could afford it, while poorer castes like farmers could not afford to buy meat that easily. As a consequence, they had to live on mostly vegetarian diets (Adams, 48).

Vegetarianism as a moral movement became relevant in the 18th and 19th century, when the Vegetarian Society was founded in England in the mid-1800s (Butler). Some notable vegetarians from around that time and the following century were Mary Shelley, the author of the first science fiction novel Frankenstein, as well as other great writers and public figures such as George Bernard Shaw (Butler, 2018).

Based on this short historic overview, what are the problems of morally motivated vegetarianism? Well, back then, it was a viable option to avoid the death of animals, since there was no factory farming and only meat led to the deaths of animals, however, nowadays a vegetarian diet is completely inconsequential, both when it comes to the moral and the environmental aspects. If you decide not to eat meat for the sake of the animals but still consume dairy products, animals still die for your consumption, since they are bred and killed in masses in the modern farming industry. Even if you choose not to eat meat, animals die for your consumption if you eat milk-based products or eggs.

This happens to male chickens after birth

As widely established by now, male chickens are not profitable for the industry, hence they are thrown into a grinder and turned into a chicken nuggets and similar products with which that industry can make money. These chickens, which are living things, are merely an ‘unnecessary byproduct’ to the egg industry so they are killed shortly after birth, since they cannot lay eggs. Solely boycotting meat does not prevent this from happening, since this happens in the EGG industry (ASPCA).

What about the cows? Before answering this question, I would like you to ask yourselves a question: When do women lactate? ONLY if they’re pregnant and only for a certain amount of time after giving birth. The same applies to cows and other mammals. The logical consequence and reality in the food industry is the following: cows are constantly impregnated by force in order to assure that they produce milk. When they give birth to their calves, they are taken from them to prevent them from drinking the milk, just so the customers can buy it (University of Veterinary Medicine, Vienna).

In order to assure that the cows keep on producing milk, they are constantly impregnated and robbed of their children, which is just cruel. Cows have social structures and even best friends. Apart from that, mammals nurture their children and have a maternal instinct. Just imagine the trauma the abduction of calves causes for their mothers and vice versa. Imagine, you are forcibly impregnating a woman and taking away her children just to do this again and again for the sake of profit. Don’t like the idea? Well go vegan, otherwise your consumption contributes to this happening to other living things on a daily basis.

As a fun fact: no other mammal consumes milk when they are adults, except for humans. On top of that, normally, no other species consumes the milk of another one, apart from humans. -Milk is not natural, let alone necessary and based on that, it is not surprising to see its impact on the human body in forms of heart diseases among others (Physicians Committee for Responsible Medicine). Additionally, you can see how milk affects other animals, for instance cats who are mostly lactose intolerant and can get diarrhea from it because the enzyme necessary to digest lactose is only present in kittens until a certain age (Prestige Animal Hospital). Cow milk is for the calves and not for adult animals of different species.

Vegan Street -- The Daily Meme Archive | Animal agriculture, Vegan ...
Animal Agriculture as a whole is the problem, not just meat. It contributes to all the problems mentioned in the caricature. However, vegetarians and omnivores fail or don’t want to acknowledge this.

Vegetarianism acknowledges that meat-eating is immoral but nowadays, in times of the livestock industry and mass production, in which masses of animals are killed for profit, vegetarianism is not a viable option if you don’t want animals to suffer. The notion that ‘vegetarianism saves the animals’ is antiquated and does not apply to our time. I don’t want to be condescending but nowadays, moral vegetarianism is largely based on double standards and it does not really have an impact, since vegetarians merely boycott one of many products that contribute to the destruction of earth and those that inhabit it. Morally, vegetarianism fails to realise that cows and chickens are still killed in the respective industries and not eating meat for moral reasons while still eating eggs and milk is rather inconsequential.

From an environmental perspective, vegetarianism is better than doing nothing and just eating whatever you want without consideration of the consequences. Despite that, from this perspective too, it is rather questionable. If you do not buy meat but milk, eggs and everything based on these products, you still support the industry and the destruction it causes to our planet. Just not buying one of many products is really inconsequential, especially considering the long-lasting impact of the milk industry, let alone the feed industry, on the climate and environment. By doing so, you still support the branch of the industry that does most harm to the environment, i.e. the milk industry and the consumption of resources and deforestation as well as environmental pollution that it brings with it. This also leads to suffering of other humans, which also renders vegetarianism morally questionable from an environmental perspective.

If you are serious about doing something against climate change, for the environment and animals, veganism is the only viable option from both, a moral and environmental perspective. To sum things up: vegetarianism is a step in the right direction but the optimal thing to do would be going vegetarian to transition to a vegan lifestyle.

3. Veganism and Intersectionality: How Opposition to Speciesism helps us Combat Racism, Sexism and Ableism

https://withwar.bandcamp.com/track/connection

WithxWar are a vegan straight edge band who take position against the aforementioned forms of discrimination among others. ‘For the abolition of racism, colorism, sexism, transphobia & homophobia! […] In opposition of the destruction of Earth and those that inhabit it (animals & humans the same)!’. Advocating for animal rights is just a logical extension of social justice.

While someone on a plant-based diet might not even know about speciesism, this concept is an important aspect in animal rights activism. In order to illustrate how speciesism and various forms of human discrimination intersect, I am going to explain the concept of speciesism.

There are various definitions of the term, which was originally coined by psychiatrist Richard Ryder. The Collins dictionary defines it as a belief of superiority over other animals that assumes non-human animals can be used for human profit without considering the suffering this causes them (Collins Dictionary). This definition suits the one by dictionary.com, according to which, speciesism describes ‘discrimination in favour of one species’ (Dictionary). However the latter highlights more clearly that speciesism is used to justify the exploitation of animals by humans (Dictionary). If you cut things short, speciesism is discrimination based on an alleged superiority of humans over other animals.

This concept is often met with criticism and a lack of understanding, since people oftentimes assume that this humanises animals and takes away from other forms of discrimination, such as racism but that is not the case. Speciesism is not supposed to put the suffering of non-human animals and POC or other marginalised groups of people in a relation but it is a label for an ideology that is very real and that has implications for several other forms of discrimination as you will see in this chapter.

By acknowledging the prejudice we humans have towards non-human animals, we can analyse other forms of discrimination more closely with regards to their interrelation, for instance of speciesism and racism, speciesism and ableism and speciesism and sexism. Speaking of speciesism then, adds to the dialogue and enables us to consider a nuance that is oftentimes excluded from analyses, as seen in analyses of Mary Shelley’s Frankenstein, which often fail to include Shelley’s depiction of vegetarianism in this piece. This concept can be used to describe some further nuances of various forms of discriminat. Additionally, the ideology of speciesism seems to serve as a basis for discrimination against certain groups of people as well. I am going to illustrate this using examples from intersectional anti-speciesist literature.

There is no clean-cut definition of anti-speciesism, hence I am going to use the term throughout this term paper to refer to movements opposing the ideology of speciesism.

I know that this concept may seem farfetched but I think it can really inform one’s perspective on how hierarchies are constructed, hence I find it really interesting. As you will see in the following chapters, there are plenty of ways to apply this theory in the real world.

The Relation of Speciesism and Racism

Sexual Politics of Meat

Carol J. Adams touches on both, the relation of speciesism, sexism and racism in The Sexual Politics of Meat. This adds an interesting perspective to the topic and illustrates the potential that the consideration of speciesism has for discourses about discrimination. In this sub chapter, I am going to focus on the connection between speciesism and racism and in the chapters after that, I am going to focus on the interrelation of sexism and speciesism and of ableism and speciesism respectively.

Adams explains that the consumption of meat and the ideology attached to it helped to establish and maintain a racist system that is beneficial to white people.

‘I mean racism as the requirement that power arrangements and customs that favor white people prevail, and that the acculturation of people of color to this standard includes the imposition of white habits of meat eating’ (Adams, 53).

Essentially, she explores how white people used meat consumption as a narrative to create racist class systems and justify their violence towards POC, particularly in colonialism.

In doing so, she distinguishes between some key beliefs. The first is the belief that meat provides power, hence in the eye of colonisers, white people should have access to meat and POC should not (Adams, 53). White supremacists in the 19th century thought that higher (white) classes needed meat to develop their brains and that lower classes, people of colour, did not, justifying racism in the process, as you will see in the following paragraph (Adams, 53).

This illustrates how meat served as a means to construct classes and hierarchies that were based on race. Meat was deemed necessary for the higher, white classes and ‘too good’ for POC. Based on evolutionary theory, humans were regarded above animals and thus as capable of eating them, whereas based on the aforementioned assumption, POC were depicted as inferior and dehumanised. Since white people prevented POC from eating meat and realised that they could live without it, they interpreted this in a way that maintained their dominance with the following implication: ‘white people are superior and developed further, hence they need meat, whereas POC are inferior, as they don’t need meat and thus must be related more closely to animals’ (Adams, 54).

In colonialism, this division of the world into supreme meat eaters and inferior plant-eaters functioned as a justification of oppression (Adams, 54). As examples of this, Adam names ‘The rice-eating Hindoo and Chinese and the potato-eating Irish peasant are kept in subjection by the well-fed English’ (Adams, 54). Similarly, canibalism was used as a narrative when indigenous people were brandmarked as ‘cannibals’. Based on that, the cruelty of the colonisers towards them was justified (Adams, 55).

However, Adams debunks these narratives. The narratives of ‘savages’ and ‘cannibals’ were obviously wrong and just a way to justify violence against them and to portray the European invaders as morally superior.

‘The eyewitnesses fail to describe just how they were able to escape the fate of consumption they report witnessing. Nor do they explain how the language barrier was overcome, enabling them to report verbatim conversations with “savages.” In addition, their reports fail to maintain internal consistency’ (Adams, 55).

Finally, Adams concludes that the idea of meat as a superior protein source perpetuates the aforementioned racist and colonialist narratives of meat eating.

‘Racism is perpetuated each time meat is thought to be the best protein source. The emphasis on the nutritional strengths of animal protein distorts the dietary history of most cultures in which complete protein dishes were made of vegetables and grains. Information about these dishes is overwhelmed by an ongoing cultural and political commitment to meat eating’ (Adams, 55).

This may seem farfetched, but in the statement above, Adams illustrates again how meat-eating was used as a narrative by colonialists to justify the occupation of foreign countries and to enforce their world views there. Assuming that the consumption of meat asserts dominance is a continuation of the aforementioned racist narratives, thus by acknowledging speciesism, we can better take position against racism.

Speciesism served as a basis to justify and perpetuate racism, as it was used by colonists to dehumanise POC and justify violence against them. Additionally, it helped white people to construct class systems favouring them over POC. However, it did not only help to create racist class structures but it also contributed to other forms of discrimination as you will see in the next chapters.

The Relation of Speciesism and Sexism

Adams addresses the construction of class through meat eating in The Sexual Politics of Meat. Not only does this concern one’s skin colour but also one’s sex. According to her, ‘Dietary habits proclaim class distinctions, but they proclaim patriarchal distinctions as well’ (Adams, 48). She claims that meat consumption was considered a mostly male attribute and names several examples of this:

‘Worldwide this patriarchal custom is found. In Asia, some cultures forbid women from consuming fish, seafood, chicken, duck, and eggs. In equatorial Africa, the prohibition of chicken to women is common’ (Adams, 50).

Based on this, Adams notes that vegetables are often depicted as food that is better suited for women and less so for men (Adams, 51). I have experienced this phenomenon too because in various media and in real life, I have often seen men taking pride in eating meat because ‘it is a masculine thing to do’. This idea was prevalent throughout history, as shown by Adams, and still exists to this day, which proves how strongly ingrained it is into our mindsets. We are raised to think that meat is a more desirable food for men and those who do not eat meat are portrayed as feminine.

‘Men who become vegetarians challenge an essential part of the masculine role. They are opting for women’s food. How dare they? Refusing meat means a man is effeminate, a “sissy,” a “fruit.” Indeed, in 1836, the response to the vegetarian regimen of that day, known as Grahamism, charged that “Emasculation is the first fruit of Grahamism. Men who choose not to eat meat repudiate one of their masculine to privileges” ‘(Adams, 63).

This sheds light at the patriarchal mindset at the time and further illustrates the connection of meat eating and masculinity, which existed then and prevails to this day. It appears that throughout history, meat consumption was associated more strongly with masculinity, enforcing patriarchy.

Through a concept that she calls the ‘absent referent’ , Adams illustrates the connection of sexism and speciesism. She uses this concept to promote an intersectional approach to feminism. If you cut things short, the absent referent is a placeholder for a marginalised group that is replaced in the use of language. This contributes to their marginalisation. For example if a rape victim explains that ‘she felt like a piece of meat’, that conveys her feeling of being degraded to an inanimate object, similar to a slaughtered animal that is reduced to meat. The absent referents in these examples are the woman and animals, which are both replaced by meat. They serve as a means to maintain hierarchies in society, in this case sexism and speciesism, which strip them of their respective value.

‘Consumption is the fulfillment of oppression, the annihilation of will, of separate identity. So too with language: a subject [in this case a woman] first is viewed, or objectified, through metaphor. [her claiming to feel like a piece of meat] Through fragmentation the object is severed from its ontological meaning. Finally, consumed, it exists only through what it represents’ (explanations added, Adams, 73).

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This is an interesting example of the intersections between speciesism and sexism. Animals are turned into products (the burger) and the woman is turned into a sex object by this advertisement. Both are treated like objects and reduced to a product that is to be consumed

According to Adams, both, women and animals are degraded to objects by use of language and in everyday life. For that reason, it is easy to recognise similarities between the fetishisation of women as sex objects and of animals as meat. Both are fetishised and turned into consumable objects, which maintains the patriarchy and speciesism as it takes away from their value as living things.

The author names the following as an intersection between feminism and anti-speciesism / veganism: people criticising the status quo are muted and considered dreamers or snowflakes because people do not want them to challenge this status quo. This applies to feminists and vegans. Feminists stand up to patriarchy and vegans to speciesism. Thus, both challenge the status quo in which women and animals are oppressed and as a result, they are both discredited by those who favor the status quo and this oppression (Adams, 109). Adams uses Mary Shelley’s novel Frankenstein to illustrate their connection with its portrayal of vegetarianism and feminism:

‘The Creature embodies both vegetarian and feminist meaning. While the women in Frankenstein enact Mary Shelley’s subversion of sentimentalism by fulfilling feminine roles and dying as a result, and the men represent inflexible masculine roles, it is the New Being who represents the complete critique of the present order which Shelley attempted’ (Adams, 159).

Essentially, vegans and back in Shelley’s time, vegetarians, pose a challenge to the sexist status quo and Frankenstein’s creature is vegetarian and feminist. Thus, they are rejected by those who want to maintain this status quo, which is one of the key points of the novel. The creature, a male, is different, so the people are scared of him and reject him, which sends them on a downwards spiral. This is essentially speciesism, since the other characters consider him a monster just based on their perception of him as something that is not human. As Adams states above, this is a parallel to vegetarianism and feminism too, since even nowadays, vegans and feminists face rejection by sexists, omnivores and conservatives. On a side note: Frankenstein was released in the early 19th century, yet it has progressive themes, such as these. It still blows my mind.

Sexism and speciesism are connected because both, women and animals are degraded and depicted as something of lesser value by advocates of patriarchy. Our use of language reflects this: while comparisons of women to animals tend to dehumanise them, comparisons of males to animals often transfer good properties of animals, like strength, to men. A woman could be considered a ‘bitch’ or a ‘cow’ in German, while tough men are sometimes said to be ‘strong as an ox’. This does not only apply to one language but several ones, which again implies that there is indeed a connection between sexism and speciesism that was ingrained into the minds of peoples of different languages and cultures. Like racism, sexism seems to be partly based on speciesism, which serves as a basis for its perpetuation. Therefore, Adams hopes for an intersectional approach to feminism that considers the role of speciesism in the construction of patriarchy.

This illustrates the profits of talking about speciesism: it can add more nuances to discourse about several forms of human discrimination. Among others, racism and sexism can intersect with speciesism and the latter seems to be used as a basis to maintain the former. The same applies to ableism and speciesism, as you will see in the next chapter.

The Relation of Speciesism and Ableism

Beasts of Burden: Animal and Disability Liberation: Amazon.de ...

In ‘Beasts of Burden: Disability and Animal Liberation’, Sunaura Taylor comments on the relation of speciesism and forms of human discrimination the following way:

‘Systems of species classification have relied heavily on hierarchies that have placed humans above animals, and these hierarchies have always been entangled with constructions of human difference'(Taylor).

This illustrates that hierarchies and discrimination based on them are construed by humans. Not only do humans put themselves above non-human animals but they also apply this hierarchy to other humans, such as POC, women and disabled people in order to dehumanise them, which Taylor states above. She reiterates this in the following lines and highlights that forms of human discrimination are tied to the discrimination of animals:

‘it’s important to emphasize that histories of dehumanization invariably exposed Western understandings, assumptions, and bigotry; understandings that were bound up with racism, ableism, and prejudice toward animals’ (Taylor).

Speciesism can be used to dehumanise marginalised groups of people and further contribute to their marginalisation. It can serve as a means for those in favour of the status quo to maintain it. As you could see in the preceding chapters, it helped to construe racism and sexism and the same applies to ableism.

For these reasons, Taylor is an advocate for an intersectional approach that pays attention to the interrelation of speciesism and other forms of discrimination, which I hope to provide in this chapter. Additionally, Taylor was affected by ableism herself, which makes her positions on this topic all the more interesting, as this informs her perspective. I definitely recommend her work!

Throughout her work, Taylor illustrates human double standards when it comes to animals. On one hand, we assign them with human qualities and give them credit for human-like behaviour, for instance by humanising our pets or admiring apes that seem to be grieving for their dead child. On the other hand, vegans are often criticised by the same people who would do the aforementioned things for ‘humanising animals’ and giving them too much significance (Taylor). Additionally, humans use animals for their entertainment, for instance in zoos. This also also applies human qualities (entertainment) to animals and serves as another example of our double standards towards them, as non-vegans obviously humanise animals themselves. – They just tend to get upset when they are confronted with their double standards.

While illustrating these double standards, Taylor draws from her personal experiences and illustrates how disabled people are dehumanised and given animalistic properties.

‘the ways we lack control when our bodies relieve themselves at inappropriate times, the way we transgress social etiquette by “eating like dogs,” the way we fail to stand erect on two feet—all of these things have been used to confirm disability’s perception as an “unruly,” “beastly,” and “animal-like” state of being. Animals make powerful insults precisely because we have imagined them as devoid of subjective and emotional lives that would obligate us to have responsibilities toward them’ (Taylor).

According to Taylor, the livestock industry robs animals of their value as living things, which in turn helps to construe speciesist and ableist language in form of dehumanisation of disabled people as you can see in the examples above. Humans rob other animals of their worth and thus, the dehumanisation of marginalised people is even more degrading, since they are equated with animals that are considered as objects.

Additionally, animals are bred for the best results in the industry, i.e.: the more milk and eggs, the better. As a result, they develop disabilities. Pigs can develop heart conditions, since they are unable to move and are fed to gain more and more fat, while cows often have problems with their udders resulting from the unnatural strain on them. Similarly, chickens are mutilated as stated before and they lay much more eggs than they would in nature, which is detrimental to their health (PETA, Albert Schweitzer Stiftung, ASPCA).

At what I consider the climax of ‘Beasts of Burden’, Taylor elaborates on Erevelle’s thought that we foster disability through the destruction that the animal industry brings with it. While doing so, she touches on several other forms of repression. Based on that, she raises the following question:

‘How can acquiring a disability be celebrated . . . if it is acquired under the oppressive conditions of poverty, economic exploitation, police brutality, neocolonial violence, and lack of access to adequate healthcare and education? Erevelles’s question is vital to conversations about environmental destruction and agricultural practices, because industrial farming and the toxicity it unleashes in our communities are leading causes of illnesses, disabilities, and health concerns, which are more likely to impact low-income individuals—who, as we have seen, are already at increased risk of acquiring an illness or disability’ (Taylor).

This section emphasises the fatal consequences of the aforementioned industry on our planet and everyone who inhabits it. Not only is speciesism used to justify all of this and to dehumanise marginalised groups of people, but it is also responsible for increasing health issues, such as disabilities and plagues like covid-19, which will grow worse with the increasingly strong consequences of climate change. The livestock industry could be considered a manufacture of disability, since it leads to various diseases that can potentially lead to disability. Not only are the animals bred to function and suffer from painful conditions and disablities, but the industry also destroys the environment and does harm to humans, leading to more cases of disabilities in humans. This is human-made and a result of speciesism and the industry justified by it.

Why bother about Veganism? And What can We learn by dealing with Speciesism?!

There is no such thing as ‘ethical’ animal-based products. They are all products of exploitation and killing. A vegetarian diet is better than an omnivorous one but it is morally questionable nonetheless because it still contributes to the exploitation of animals and the destruction of the environment. Unsurprisingly, an industry of exploitation does not care about the well-being of humans either, hence in consideration of the aforementioned aspects, veganism is the only truly moral diet.

Speciesism as an ideology helps to construe racism, sexism and various other forms of marginalisation, exploitation and hierarchies, while a vegan mindset opposes these ideas, calling them into question. Implicitly, this is also the reason why lots of people strongly oppose veganism and depict its advocates as intolerant: in reality, it is not the vegans who are intolerant but rather the people who do not like the idea that someone questions the status quo. By not adhering to this status quo, vegans confront them with their immoral behaviour to which toxic omnivores tend to respond with abuse and false accusations, such as ‘vegans humanise animals’ or ‘veganism takes away from other social justice movements’.

You could consider speciesism the prime example of the normalisation of an objectively immoral and cruel status quo, which is maintained by those who profit from said status quo, i.e. the livestock industry, its lobbyists and supporters in policy, as well as everyone who supports them with their consumption and does not want to acknowledge the immorality of their behaviour.

You can oppose this on a daily basis, just by going vegan and taking position, so why don’t you try it?

Picture by Mittmac on pixabay: https://pixabay.com/de/users/Mittmac-1488020/

I have already written several post about this topic, which will be helpful if you want to go vegan and need some motivation and tips. Additionally, there are plenty of sources online and nowadays a vegan diet is easier than ever. At the same time, veganism is one of the simplest forms of participation as I’ve discussed in the post linked in the introduction.

If this post makes you reconsider your stance on the topic, please consider going vegan and give it a shot. This is about the survival of our and all other species on this planet. Climate change worsens continually and day by day, we have less time to limit the damage.

In general, please align your actions with your morals and try to do something about the things that are wrong in this world. We need to be aware of the consequences of our actions and even everyday life choices like our diet can have big consequences, as they can help to maintain the status quo or work against it. As the effects of climate change become more and more clear, it also becomes blatant that we need a change. Through our consumption, we can promote this change on a daily basis, so please use this chance.

Something that I cannot bear to hear any longer, is people claiming that “nothing matters and that things are going down hill anyway” justifying stagnancy in the process but if you maintain that view, nothing is going to change. Accordingly, being inactive because it allegedly doesn’t make a difference is not an option and I would like to ask people with this kind of mindset to do some research and rethink their ethics because that mentality does not lead us anywhere. *clears throat* looking at you centrists and conservatives

Veganism by itself is not going to save the world but it is a simple adjustment to one’s every day life that most people can use to promote a change, at some point hopefully a systemic change. As stated earlier, veganism does not replace other forms of action and should be regarded as an addition to them. At the same time, it should not contribute to the exploitation of humans either, as it is unfortunately the case with trend fruits like avocados but with palm oil too. Please be wary of your consumption and consider a vegan diet that does not rely on the exploitation of animals or humans.

As always thank you for reading and until next time.

-sovlpvnk

Sources:

Adams, Carol J. The Sexual Politics of Meat. A Feminist Vegetarian Theory, In: The Continuum International Publishing Group Inc, 1990, p.47-246.

Albert Schweitzer Stiftung. ‘Milchkühe.’ In: albertschweitzerstiftung, URL: https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/milchkuehe/2, Accessed on August 10, 2020.

ASPCA. ‘Animals on Factory Farms.’ In: aspca.org, URL: https://www.aspca.org/animal-cruelty/farm-animal-welfare/animals-factory-farms, Accessed on August 10, 2020.

Butler, Stephanie. ‘Beans and Greens. The History of Vegetarianism.’ In: history.com, Published on August 22, 2018, URL: https://www.history.com/news/beans-and-greens-the-history-of-vegetarianism, Accessed on August 10, 2020.

PETA. ‘Pig Transport and Slaughter.’ In: peta.org, URL: https://www.peta.org/issues/animals-used-for-food/factory-farming/pigs/pig-transport-slaughter/, Accessed on August 10, 2020.

Physicians Committee. ‘Health Concerns About Dairy.’ In: pcrm.org, URL: https://www.pcrm.org/good-nutrition/nutrition-information/health-concerns-about-dairy, Accessed on August 10, 2020.

Prestige Animal Hospital. ‘Why Cats and Cow’s Milk Don’t Mix.’ In: prestigeanimalhospital, URL: https://www.prestigeanimalhospital.com/services/cats/blog/why-cats-and-cows-milk-dont-mix, Accessed on August 10, 2020.

Proveg. ‘Massentierhaltung von Legehennen in der Eierproduktion.’ In: proveg.com, URL: https://proveg.com/de/5-pros/tiere/massentierhaltung-legehennen/, Accessed on August 10, 2020.

RND. ‘Das Elend der Tönnies-Arbeiter: Krank zur Arbeit und 200 Stunden für knapp 1200 Euro Netto-Lohn.’ In: rnd.de, URL: https://www.rnd.de/wirtschaft/tonnies-arbeitsbedingungen-von-werkvertragsarbeitern-200-stunden-fur-1200-euro-NEQENI2JN7YQGPYVAX243ETUSI.html, Accessed on August 10, 2020.

Taylor, Sunaura. Beasts of Burden: Disability and Animal Liberation, New York, The New Press, 2017.

The Humane Society of the United States. ‘Cagefree vs. battery-cage eggs. Comparison of animal welfare in both methods.’ In: humanesociety.org, URL: https://www.humanesociety.org/resources/cage-free-vs-battery-cage-eggs, Accessed on August 10, 2020.

University of Veterinary Medicine, Vienna. ‘Early separation of cow and calf has long-term effects on social behavior.’ In: sciencedaily.org, publised on April 28, 2015, URL: https://www.sciencedaily.com/releases/2015/04/150428081801.htm, Accessed on August 10, 2020.

Verbraucherzentrale. ‘Ferkelkastration ohne Betäubung. Unsicherheit beim Einkauf bleibt.’ In: verbraucherzentrale, published on April 17, 2020, URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/ferkelkastration-ohne-betaeubung-unsicherheit-beim-einkauf-bleibt-32028, Accessed on August 10, 2020.

Ziady, Hanna. ‘The giant meatpacking company at the heart of Germany’s new coronavirus hotspot.’ In: cnn.com, published on June 27,2020, URL: https://edition.cnn.com/2020/06/22/business/meat-plant-germany-coronavirus-outbreak/index.html, Accessed on August 10, 2020.

Zimmer, Katarina. ‘Deforestation is leading to more infectious diseases in humans.’ In: nationalgeographic.com, published on November 22, 2019, URL: https://www.nationalgeographic.com/science/2019/11/deforestation-leading-to-more-infectious-diseases-in-humans/, Accessed on August 10, 2020.

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Game Review #1: Ghost of Tsushima – Das letzte Meisterwerk auf der PS4?

Mehr als sechs Jahre nach seinem letzten Release brachte Sonys Studio SuckerPunch am 17. Juli mit “Ghost of Tsushima” sein neuestes Spiel heraus. Das Studio hinter der ebenfalls Playstation-exklusiven InFamous-Serie veröffentlichte somit ein weiteres 3rd Person Open World Game, um die aktuelle Konsolengeneration mit Stil zu verabschieden, zumindest laut den meisten Reviews.

Ich war ehrlich gesagt gehypet auf dieses Spiel seit das Studio kurz nach der Veröffentlichung von “InFamous. Second Son” 2014 ankündigte, dass es an einem Samurai-Spiel arbeitet. Es dauerte etwas, insbesondere durch das verzögerte Release wegen Corona, aber um ehrlich zu sein, würde ich das Spiel nicht so hoch preisen, wie es die meisten tun. In dieser Review erfahrt ihr mehr.

Ist “Ghost of Tsushima” das bessere “Assassin’s Creed” mit Japan-Setting? Ein kleiner Spoiler: Ich denke nicht, aber es ist trotzdem ein spaßiges Spiel.

Hierbei handelt es sich um einen cinematic Trailer, aber dennoch fängt er gut die Atmosphäre des Spiels ein. “Ghost of Tsushima” ist ein atmosphärisches Game in einer wunderschönen Spielwelt.

Der Geist eines Samurai

“Ghost of Tsushima” spielt auf der namensgebenden Insel im 13. Jahrhundert. Die Insel wird von den Mongolen angegriffen und die ansässigen Samurai hoffen, sie in einer Schlacht auf offenem Feld zu besiegen. Das Spiel beginnt mit dieser Schlacht, in der bis auf Jin alle Samurai getötet werden. Jins Onkel, Fürst Shimura, wird dabei gefangen genommen. Das ist das Ende von Jins Karriere als Samurai und führt ihn in seiner Verzweiflung dazu, zum Geist von Tsushima zu werden und mit hinterlistigen Mitteln gegen die Mongolen vorzugehen. Er ist bereit, mit allen Mitteln sein Volk zu beschützen.

Zu Beginn ist Jin noch ein Samurai, doch er entwickelt sich mehr und mehr zu etwas, das man als Ninja bezeichnen würde. Da sein Onkel, der gleichzeitig sein Adoptivvater war, ihm vom Kindesalter an Ehre eingebläut hat, fällt es Jin zunächst schwer, heimliche Taktiken anzuwenden, welche sein Onkel als ehrlos einstufen würde. Dieser interne Kampf zwischen den Erwartungen an Jin als Samurai und seinem Willen, das Volk um jeden Preis zu beschützen, zieht sich durch das gesamte Spiel. Es schafft eine interessante Dynamik und bietet eine gutes Szenario für Jins Entwicklung als Charakter, zumindest in der Theorie.

Die meiste Zeit kann man entscheiden, ob man säbelrasselnd mit gezogenem Schwert gegen Feinde vorgeht oder einen unauffälligen Ansatz vornimmt. Allerdings nutzt das Spiel nicht wirklich sein volles Potential, wenn es um diese beiden Optionen geht. Warum das so ist, erfahrt ihr nachdem ich das Level- und Fähigkeiten-System erklärt habe.

Werde zum Samurai oder Geist

Im ersten Drittel des Spiels hat man noch kein nennenswertes Arsenal, um heimlich vorzugehen. Um dieses zu erweitern, muss man die eigene Legende vergrößern, sprich aufleveln, um Erfahrungspunkte zu sammeln und in Fähigkeitenbäume zu stecken.

Einer davon verbessert die Kampffähigkeiten als Samurai, sowie die Fähigkeiten zum Entdecken der Umgebung. Zudem gibt es einen Baum für Kampfhaltungen, der interessant gestaltet ist. Indem ihr Mongolen-Anführer beobachtet und tötet, erhaltet ihr Haltungspunkte und könnt zusätzlich zur anfangs gegebenen Haltung drei weitere freischalten. Diese kontern jeweils einen Gegner-Archetypen aus. Indem ihr also darein inverstiert, verbessert ihre eure Optionen im Nahkampf drastisch. Der dritte und letzte Baum umfasst Stealth und Fernkampf. Dadurch erweitert ihr euer Arsenal und erhaltet zusätzliche Möglichkeiten, eure Gegner ungesehen auszuschalten.

Auf den ersten Blick mag das toll wirken, da es verschiedenste Fähigkeiten zum Freischalten gibt und normalerweise würde ich dem zustimmen, da ein solches System sehr motivierend sein kann. Außerdem wirkt es dadurch so, als könne man sich aussuchen, ob man Samurai oder Ninja werden möchte. Allerdings hat man nicht wirklich solche Optionen.

Wie bereits angesprochen, kann man meist entscheiden, wie man spielen möchte, doch oftmals gibt es Missionen, die einen offensiven, kampflastigen Ansatz oder das heimliche Vorgehen vorschreiben. Anfangs kann es dadurch sein, dass man öfter stirbt, da die Kämpfe gerade zu Beginn etwas kompliziert scheinen können. Heimliches Vorgehen ist zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schwer, da man kaum Optionen dazu hat und somit oftmals dennoch kämpfen muss. Ich fand das etwas nervig, da ich im ersten Teil des Spiels gefühlt die halbe Zeit gezwungen wurde, auf eine bestimmte Art und Weise vorzugehen und ich eben nicht die Möglichkeit hatte, wie gewollt als Ninja zu spielen. Das zog sich durch einen guten Teil des Spiels.

Später im Spiel kann man öfter entscheiden, wie man vorgehen möchte, allerdings wird auch zunehmend klarer, dass diese Entscheidung keine Rolle spielt. Ja, Jin tut sich mit diesem Übergang schwer, doch später wird immer klarer, dass das keine wirklichen Auswirkungen auf die Story hat, beziehungsweise nur in gezwungenen Maßen. Eure “Entscheidungen” spielen also keine Rolle.

Anfangs seid ihr hauptsächlich ein Samurai mit gelegentlichen Schleichereien. Später könnt ihr freier entscheiden, doch gegen Ende wird euch wieder eine bestimmte Vorgehensweise vorgeschrieben. Effektiv habt ihr also keine Wahl, sondern levelt alle Skill Trees vollständig aus, da ihr andernfalls große Probleme und Frustration entwickeln werdet. Ob ihr euch entscheidet, Samurai oder Ninja zu sein, spielt also keine Rolle.

Bild von Yatheesh Gowda auf Pixabay

Der Weg des Schwertes

Was mich an diesem Spiel am meisten frustrierte, war das Kampfsystem. Ursprünglich dachte ich mir, ich müsse mich lediglich daran gewöhnen, doch in den letzten beiden Missionen kehrten all meine ursprünglichen Probleme mit diesem System zurück, weshalb ich begann, die Design-Entscheidungen zu hinterfragen.

Es gibt ein loses Lock-On-System in Kämpfen, das meiner Meinung nach nur mäßig funktioniert. Die Kämpfe verlangen euch gutes Timing zum Blocken und Kontern von Angriffen und Präzision bei euren Angriffen ab. Ihr müsst wissen, wann ihr zuschlagen müsst und dürft keine unnötigen Attacken riskieren. An sich ist das ein schönes Konzept, doch oftmals funktionierte es für mich überhaupt nicht.

Wenn ein Kampf beginnt, seid ihr automatisch auf einen Gegner fokussiert und es kann schwer sein, auf andere zu zielen. In meinem Playthrough funktioniere das gefühlt die halbe Zeit nicht, weshalb das halb vorhandene Zielsystem mich oftmals davon abhielt, wie vom Spiel gedacht, präzise vorzugehen. Ein großer Teil der Kämpe ist Crowd Control. Dazu schaltet ihr verschiedene Werkzeuge frei, wie Kunai, Bomben und Rauchbomben. Das gibt dem Kampfsystem mehr Tiefe und schafft verschiedene Optionen, um Kämpfe anzugehen. Allerdings können trotzdem Kämpfe gegen große Gegnergruppen hektisch werden. In der vorletzten Mission stach das für mich negativ hervor, da das “Visiersystem”, wenn man es so nennen kann und die Kamera hier meine größten Feinde waren.

Zusätzlich gab es bei Duellen, Kämpen Mann gegen Mann, oftmals frustrierende Momente. So landete ich oftmals keine Treffer mit Angriffen, die hätten treffen sollen, da Jin sich in die falsche Richtung bewegte. Auch zum Ende des Spiels hin kam es öfters dazu, weshalb es umso frustrierender war, da ich das Kampfsystem zu diesem Zeitpunkt durchdrungen hatte. Im letzten Bosskampf bewegte Jin sich ein mal in die komplett falsche Richtung und wurde sofort getötet. Ich verstehe nicht, warum diese Mechanik so aufgezogen wurde und es fühlt sich so an, als hätte man dadurch versucht, das Spiel künstlich schwerer zu machen, was in diesem Kontext aber einfach nur frustrierend war.

Ein weiteres Beispiels stammt ebenfalls aus den letzten Missionen. Man muss gleichzeitig einen Boss und mehrere andere Gegner bekämpfen, doch der gefährlichste von allen ist die Kamera, die sich teils so verstellt, dass man nicht mehr die Gegner sieht, sondern nur Jin. In diesem Szenario war das ein Todesurteil und einfach nur frustrierend, da ich das gleiche Problem oftmals zu Beginn des Spiels hatte.

Finde deinen Ninja-Weg

Mit zunehmend stillem und geisterhaftem Vorgehen lassen sich Kämpfe gut vermeiden, was einer der Gründe war, weshalb ich solche Taktiken bevorzugte.

Ich mochte den Steatlh-Aspekt mehr als das Kampfsystem, doch im Vergleich mit anderen Stealth-Spielen fühlte sich das System eher schwach an. Man kann sich beugen, um weniger leicht entdeckt zu werden und hat den obligatorischen “Adler-Sinn” oder “Detektiv-Modus”, der das Erschließen der Umgebungen und Schleich-Abschnitte deutlich leichter macht. Abgesehen davon kann man eine gute Menge an Werkzeugen sammeln, die bei diesem Vorgehen helfen können, wie Bögen, ein Blasrohr und verschiedene Munitionssorten für diese Waffen. Für Ablenkungen und um Attentatsketten vorzubereiten, stehen euch werfbare Windspiele zur Verfügung, die jeweils einzelne Gegner anlocken. Mit Feuerwerkskörpern könnt ihr zum gleichen Zweck Gruppen von Gegnern in der näheren Umgebung anlocken. Ansonsten ist es euch möglich, euch im hohen Gras, in Zelten oder auf Dächern zu verstecken, aber das war es auch schon.

“Ghost of Tsushima” erfindet das Rad definitiv nicht neut, doch es hat ein spaßiges Stealth-System. Ich mochte insbesondere die Rolle von Tieren. Hunde können euch wittern und Wachen auf euch aufmerksam machen. Das ist nichts Neues, aber dennoch eine bewährte Mechanik, die das Spiel um eine taktische Kompenente ergänzt. Zudem gibt es Adler, die euch selbst, wenn ihr versteckt seid, aus der Höhe erspähen können. Diese sind quasi eine Umkehrung der Adler in neueren “Assassins’s Creed”-Titeln und der Drone in “Watch Dogs II”. Anstatt die Umgebung aus der Luft auszuspähen, müsst ihr sicher stellen, dass ihr nicht entdeckt werdet. Leider kommt diese Mechanik etwas zu kurz und wird kaum angewandt.

Das Schleich-System macht Spaß und ist solide, doch es fühlt sich im Vergleich mit anderen etwas flach und fade an. Das in “AC Origins” gefiel mir besser, obwohl es auch vergleichsweise simpel gehalten ist.

Dies war die erste Präsentation von längerem Gameplay. Darin seht ihr bereits das Kampf- und Stealthsystem und erhaltet einen ersten Eindruck zur starken Atmosphäre des Spiels.

Die Geschichte von Jin Sakai

Da ihr jetzt einen kleinen Eindruck vom Gameplay habt,werde ich erklären, wie die Story ihr Potentiel verschenkt. Die Prämisse eines gefallenen Samurai, der zum Nijna wird, hat viel Potential und bietet insbesondere bei einem Videospiel viele Möglichkeiten. Allerdings nutzt das Spiel diese nicht wirklich. Haupstächlich wird versucht, die Badass-Energie, die diese Prämisse mit sich bringt, zu nutzen, wobei das Potenzial für eine tolle Story außen vor bleibt.

Bereits in den InFamous-Spielen führten SuckerPunch ein Moral-System ein. Eine verfeinerte Version davon hätte perfekt zu diesem Spiel gepasst, wird aber nicht genutzt. In meinem ersten Playthrough dachte ich, dass ein solches System vorhanden sei, da es an mehreren Stellen so scheint, als gebe es eine Wahl. Man kann in einigen Nebenmissionen kleinere Entscheidungen treffen, was ebenfalls auf ein Moral-System hindeutet. Allerdings kommt die einzige eigentliche Entscheidung erst zum Ende. Für mich fühlt sich das wie eine vertane Chance an, da das Spiel oftmals Moral und Ehre thematisiert. Es wäre also nur logisch gewesen, dies auch ins Gameplay einzubinden. Dass das nicht dermaßen umgesetzt wurde, macht die Geschichte um Jin umso farbloser und irrelevanter. Es spielt keine Rolle, wie man das Spiel spielt, obwohl Jins interner Kampf wegen seiner Methoden ein großer Aspekt der Geschichte des Spiels ist.

Die Geschichte fühlt sich halbgar an, als hätte man sie nicht richtig durchdacht. Daher ist das Spiel ehre eine Gameplay-Erfahrung als eine story-basierte Erfahrung und gegen Ende war ich ehrlich gesagt etwas gelangweilt und enttäuscht, weil sie nicht ihr Potenziel entfalten konnte. Ich kann die Geschehnisse nicht einmal nacherzählen, da sie sich einfach zu irrelevant und vorhersehbar anfühlten.

Die Nebencharaktere hingegen, sind interessant und gut-entwickelt, was man nicht unbedingt von Jin behaupten kann. Das Spiel nimmt sich die Zeit, um sie einzuführen und liebzugewinnen, was in ihren Questlines zu einigen interessanten Twists führt. Dadurch werden die Spieler*innen schön eingebunden. Allerdings ist der Rest der Nebenmissionen weniger interessant. Viele davon fühlen sich lediglich nach Arbeit an und ich konnte mir ehrlich gesagt nicht antun, alle im Laufe der Haupstory zu spielen, da sie oft auf dem gleichen Prinzip basierten und langweilig waren.

Mein Lieblingsaspekt des Spiels sind ehrlich gesagt die Geschichten der Nebencharaktere und mongolische Lager. Erstere geben den Charakteren mehr Tiefe und haben interessante Strukturen. Bei letzteren kann man frei entscheiden, wie man vorgeht. Entweder, man schleicht sich ein und erfüllt die Aufgaben oder man geht mit gezücktem Schwert durch die Eingangstür und tötet à la Kill Bill alles, das sich bewegt. Ab einem bestimmten Punkt hatte ich wiederum das Gefühl, alles im Spiel gesehen zu haben und entschied mich daher, die Story zu Ende zu spielen, um das Ganze abzuschließen. Danach fühlte sich alles noch irrelevanter an. “Ghost of Tushima” konnte mich einfach nicht langfristig packen, was nicht zuletzt der banalen Story geschuldet ist.

Das sind einige der bemerksenwerteren Umgebungen im Spiel

The Star of Tsushima

Da ich bisher eher kritische Töne angeschlagen habe, möchte ich jetzt positiv hervorheben, was mir am besten gefiel: die Spielwelt von Tsushima. Das Spiel hat eine starke Atmosphäre und schöne Graphik. Das HUD ist relativ minimalistisch gehalten und es gibt keine Mini-Map. Stattdessen nutzt man den Guiding Wind per Rechtsklick auf dem D-pad. Er führt euch zu dem Ziel, das aktuell auf eurer Karte markiert ist und dieses System funktioniert überraschend gut. Wann immer ihr nicht wisst, wo ihr hin müsst, könnt ihr den Guiding Wind nutzen, um euch zu einem markierten Ziel führen zu lassen und braucht dazu nicht ein mal eine Mini-Map oder einen Kompass.

Generell baut die Spielwelt von “Ghost of Tsushima” viel auf der Umwelt und damit verbundenen Mechaniken auf. Auf eurer Reise könnt ihr goldene Vögel treffen, die euch zu nahe gelegenen interessanten Orten führen können. Zudem gibt es Fuchsbauten unter gelbblättrigen Bäumen. Die Füchse führen euch zu Segen, mit denen ihr eure Stats verbessern könnt. Beim Schreiben von Haikus, kurzen Gedichten, könnt ihr zudem an einigen der schöneren Orte im Spiel die tolle Atmosphäre aufnehmen und über interessante Themen reflektieren. Dafür erhaltet ihr Stirnbänder, die rein ästhetische Zwecke erfüllen. Ähnlich stimmungsvoll sind Bäder in heißen Quellen. Diese erhöhen eure Gesundheit und ihr könnt dabei über Ereignisse der Geschichte nachdenken. Beides sind kleine, aber wunderbar heimliche Momente mit einer großartigen Stimmung.

Eine ähnliche Mechanik, die euch bei der Orientierung hilft und gleichzeitig die Atmosphäre des Spiels stärkt, sind Rauchsäulen. Auf der gesamten Insel verteilt gibt es besetzte Farmen, die ihr durch die Rauchsäulen aus der Entfernung sehen könnt. Das verstärkt die Atmosphäre des Spiels immens, da es das Setting des Games kommuniziert: Tsushima befindet sich im Krieg, im Zuge dessen die Mongolen Höfe und Dörfer niederbrennen. Somit dienen die Säulen nicht nur der Orientierung, sondern ziehen euch zusätzlich in’s Spielgeschehen. Alle genannten Mechaniken tragen hierzu bei und ermöglichen es euch, die Welt von Tsushima fast ohne Icons zu erkunden.

Wenn ihr den Guiding Wind nutzt, erzeugt der Controller den Klang von Wind und bereits beim Opening Screen des Spiels seht und hört ihr, wie der Wind durch hohes Gras fegt. Falls es im Spiel stürmt, könnt ihr es bereits aus der Entfernung vernehmen. Die Ambient Sounds in diesem Spiel sind sehr stark und erzeugen eine umso tiefere Atmosphäre, die euch schlichtweg in ihren Bann zieht. Das alles waren nur einige Beispiele, die dies verdeutlichen. Der Sound und die damit verbundene Atmosphäre sind möglicherweise die größten Stärken des Spiels.

Allerdings sind damit auch einige Probleme verbunden. Stürme sind extrem laut, wirklich EXTREM LAUT. Oftmals fragte ich mich, ob es nur ein weiterer Sturm im Spiel war oder einer im echten Leben. Das attestiert auf einer Seite die starken Ambient Sounds. Auf der anderen Seite deutet es ein Problem an. Die Stimmaufnahmen gehen aufgrund der starken Umgebungslaute leider oft unter. Daher musste ich während meines Playthroughs mehrmals die Audio-Einstellungen überprüfen, um überhaupt die Stimmen der Charaktere hören zu können. Ich spielte die englische Sprachausgabe, was normalerweise kein Problem ist. Hier musste ich jedoch Untertitel verwenden und die Lautstärke aufdrehen, um überhaupt akkustisch alles verstehen zu können. Ich denke, wenn man die japanische Vertonung nutzt, ist das Spiel umso atmosphärischer, allerdings weiß ich bei dieser Version noch nicht, wie das Verhältnis zwischen den Stimmen und Sound Effekten ist.

Letzte Gedanken und Bewertung

Bei “Ghost of Tushima” handelt es sich um ein langerwartetes Spiel mit einem interessanten Setting. Die Entwickler waren sich dessen durchaus bewusst und nutzten dieses Setting. Dabei zählten sie auf die grundlegende Coolness von Samurai und Ninja. Allerdings geht diese Rechnung meiner nach nicht komplett auf.

Jin Sakei ist ein wenig interessanter Charakter und ich interessierte mich nicht wirklich für ihn und seine Geschichte. Der Rest der Hauptcharaktere war interessant und gab dem Spiel mehr Tiefe, konnte für mich aber nicht die Probleme mit der Story und dem Protagonisten wett machen. Ich fand die Geschichte ehrlich gesagt etwas stumpf und langweilig, weshalb ich ab einem bestimmten Punkt entschied, sie einfach in einem Rutsch durchzuspielen, da ich das Gefühl hatte, bereits alles Wesentliche gesehen zu haben und ich irrte mich nicht.

Obwohl der Fokus auf Katanas liegt, ist das Kampfsystem ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite macht es Spaß und fühlt sich stylish an, auf der anderen Seite waren die Kamera und das nur halbgare Visiersystem meine größten Feinde im Spiel, obwohl ich das Kampfystem irgendwann in dessen Mitte gemeistert hatte. Daher wirkten diese Aspekte ein wenig aufgezwungen, als hätte man dadurch versucht, den Schwierigkeitsgrad künstlich anzuheben, was mich gegen Ende stark aufregte.

“Ghost of Tsushima” ist kein schlechtes Spiel, doch bei weitem nicht perfekt. Für einen Exklusiv-Titel fand ich es schlichtweg auf jeder Ebene etwas schwach, da bis auf die Atmosphäre alles im Spiel in anderen Titeln bereits besser umgesetzt wurde. Das mag harsche Kritik sein, aber sie kommt von jemandem, der versuchte, das Spiel zu mögen. Leider konnte ich es nicht so sehr genießen, wie erhofft, aber das ändert nichts daran, dass ich die Aspekte, die ich mochte wirklich sehr genoss.

Die Atmosphäre ist großartig und Tsushima sieht wunderschön und pittoresque aus. Man kann jederzeit den Photomodus öffnen und sieht stets etwas schönes. Das Fortbewegungs-System, das die Umgebung selbst zur Orientierung nutzt, funktioniert erstaunlich gut und trägt zur Atmosphäre bei. Das macht “Ghost of Tsushima” zu einer intensiven Erfahrung, selbst wenn die Geschichte vergleichsweise fade ist.

Wie sehr ihr das Spiel genießen werdet, hängt von euren Erwartungen ab. Wenn ihr eine Erfahrung sucht, kann ich es euch empfehlen, da die Optik und der gesamte Ton wunderschön sind. Außerdem kann das Gameplay durchaus Spaß machen, jedoch auch frustrierend sein.

Ich kann euch das Spiel jedoch nicht wirklich empfehlen, wenn ihr euch nach einer guten, durchdachten Story sehnt. Wenn ihr aber immer schon einen Ninja oder Samurai spielen wolltet, könnte es genau die richtige Erfahrung für euch sein. Allerdings denke ich, dass man nicht mit zu hohen Erwartungen an das Spiel herangehen sollte. Selbst mit geringen Erwartungen fand ich es etwas enttäuschend. Ich konnte das Spiel genießen, obwohl ich einige Probleme damit hatte, weshalb es mich etwas an “Watch Dogs II” erinnerte, welches mir ehrlich gesagt aber etwas besser gefiel.

Alles in allem gebe ich dem Spiel 80%. Ich denke, es ist eine gute Erfahrung, doch von einem Exklusiv-Titel erwarte ich mehr, insbesondere wenn klar ist, dass viel Arbeit dahinter steckt. “Ghost of Tsushima” macht durchaus Spaß, doch oftmals fühlen sich Dinge aufgezwungen und schlechter als in anderen Werken umgesetzt an. Daher ist das Spiel für mich keines der besten Spiele der aktuellen Generation, aber dennoch ein spaßiges.

Was ist gut?

  • kurze Ladezeiten
  • schöne Graphik
  • geniale Ambience Sounds und starke Atmosphäre
  • interessantes Setting und Prämisse
  • das Gameplay zu meistern macht Spaß und fühlt sich stylisch an
  • es gibt kleine, aber dennoch stark emotionale Momente, welche nicht einmal stark zu Story beitragen und trotzdem echt stark sind

Was ist weniger gut?

  • schwache Geschichte mit blassem Protagonisten und Antagonisten
  • Nebenmissionen fühlen sich oft nach Arbeit an
  • frustrierende Kamera und nerviges “Lock-on”-System, wenn man es so nennen kann
  • das Gameplay wird relativ schnell fade, wenn man alles gesehen hat
  • Das Spiel gibt vor, ein Moralsystem zu haben, allerdings sind die “Entscheidungen” irrelevant

Damit sind wir am Ende meiner ersten Gamereview angelangt. Wie immer vielen Spaß für’s Lesen. Habt ihr das Spiel gespielt und wie gefiel es euch? Schreibt es gerne in die Kommentare oder auf Twitter unter @sovlpvnkblog. Bitte fühlt euch nicht durch diese Review angegriffen. Wie ich sagte, mochte ich das Spiel, doch es konnte mich einfach nicht so sehr begeistern. Wenn ihr nicht meine Meinung teilt, ist das komplett ok, da jeder Mensch seine eigene Meinung haben kann. Auch das macht Gaming und Medien im Allgemeinen so interssant.

Mein nächster Post wird wieder etwas politischer sein, da ich darin über die moralischen Aspekte von Vegetarismus und Veganismus sprechen werde. Hoffentlich bis dahin.

-sovlpvnk.

Nächstes Mal bei sovlpvnk: For the Future #3: Veganismus vs. Vegetarisimus

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Game Review #1: Ghost of Tsushima – The Last PS4 Masterpiece?

More than six years after the release of their last game, Sony studio SuckerPunch released their latest game, named Ghost of Tsushima on 17th July 2020. With this game, the studio which was also behind the playstation exclusive InFamous series, releases another 3rd person open world title to see off the current generation of consoles in style. That is, according to most reviews.

I was honestly hyped about this game since way back when the studio announced they were working on a samurai title some time after the release of InFamous: Second Son in 2014. It took us some time to get there, especially with the postponed release due to covid-19 and to be honest, I would not praise Ghost of Tsushima like most people do but you will learn more about this in this review.

Is Ghost of Tsushima the better Assassin’s Creed set in Japan? Minor spoiler: I don’t think so but it is an enjoyable game nonetheless.

This is a cinematic trailer but it captures the game’s atmosphere nicely. Ghost of Tsushima is a really atmospheric game set in a nice world.

The Spirit of a Samurai

Ghost of Tsushima is set on the japanese island Tsushima in the 13th century. The isle is under siege by the mongols and the local samurai hope to defeat them in a head on battle. The game opens with this battle, in which most of the samurai are killed and protagonist Jin Sakai’s uncle, Lord Shimura, is captured. This essentially marks the end of Jin’s career as a samurai and sends him on a path towards becoming the Ghost of Tsushima, adopting a more stealthy approach in order to fight the invaders and protect his people by all means necessary.

Jin starts off as a samurai and turns more and more into what you would consider a ninja. Since his uncle, who was also his adoptive father, drilled honor into him from a young age, Jin really struggles to adopt stealth tactics, which his uncle would consider ‘dishonourable’. This internal struggle between doing what is expected of him as an honourable samurai and wanting to protect his people is prevalent throughout the entire game. This makes for an interesting dynamic and character development of Jin from a samurai to Ninja in terms of the story and the gameplay – that is in theory.

Most of the time, you can decide whether you want to go in swords slashing and bombs blazing or whether you want to pick a more stealthy approach. However, the game does not really use its potential when it comes to these two options. Why is that so? To answer this, we have to talk about the leveling and skill system first.

Becoming a Samurai or A Ghost

During the first third or so of the game, you do not really have stealth options and you need to ‘grow your legend’ (level up) to gather experience points and invest them into three skill trees.

One improves your fighting abilities as a samurai and helps you to explore your environments. Then there is the Stance Tree, which is quite engaging. By examining or killing mongol leaders, you can gain stance points and unlock three additional combat stances that are hard-counters to one enemy archetype of the game respectively. By investing into this, you drastically increase your options in melee combat. The third and final tree involves stealth and long-range tactics, offering several options to take out your enemies without being seen.

At first glance, this may seem great, since there are various skills to unlock and normally, I would agree because this kind of skill system is really motivating and keeps you playing in order to obtain the best skills and builds possible. Additionally, it seems like you can decide whether or not you want to be a samurai or ninja, since you have all these different options. However, in reality this is not the case.

Like I said earlier, most of the time, you can decide how you want to play but oftentimes, you do not have this choice and you either have to go in and slaughter all enemies (or get slaughtered by them because it takes some time to get used to the fighting system) or you HAVE to be silent and remain unseen. In the beginning, it is really difficult to take the stealth approach because you simply lack options and often you have to fight. I found this to be really annoying because about half of the time I was forced to approach things in a scripted way that was not really up to me and I really wanted to be a ninja instead of a samurai. However, that was not really possible for a considerable amount of the game.

Later in the game, you get to choose how you want to do things more frequently but at that point, it becomes more and more clear that this choice does not matter, really.  Yes, initially Jin struggles with this transition but later on in the game, it becomes more and more obvious that the choices about your play style do not really affect the story and if so, in a forced way. The game makes you feel like you are in charge but in reality, your ‘choices’ do not really matter.

At the beginning, you are locked into being a samurai with the occasional stealth bits. Then you get to choose more freely but towards the end, you are again locked into certain play styles. Accordingly, you do not really have a choice and just max out every skill tree because otherwise, you are going to fail on your missions and things are going to be frustrating, really frustrating because of the combat system. Effectively, there is not really a choice and you are just going to be both, a ninja and samurai and your ‘choices’ on the way are irrelevant.

Picture by Yatheesh Gowda on Pixabay

The Way of the Sword

What frustrated me most about this game, was the fighting system. At the beginning, I thought I just had to get used to it but in the final two missions, my original qualms with this game reappeared and made me question the design decisions.

There is some sort of loose lock-on system in combat but in my opinion it does not really work too well. The combat in Ghost of Tsushima requires good timing for blocking and countering as well as precise attacks. You need to know when to strike and you should not do over-commit to attacks. This is a nice concept overall but quite frequently, it did not work for me at all.

If a fight starts, you are automatically locked onto an opponent and it can be quite difficult to aim at another opponent. In my playthrough, this did not work half of the time, so the (half-) present lock-on often prevented me from fighting in a focused way as you are supposed to do in this game. A big part of the combat is crowd control. For that reason, you can unlock various tools, such as kunai, bombs and smoke bombs. This adds some depth to the combat by offering you several possibilities to approach fights. However, combat against great groups of enemies can still get really hectic. In the penultimate mission of the game, this really stuck out to me in a negative way because the ‘semi-lock-on system’ and the camera were my greatest enemies in that mission.

Additionally, there were lots of times when I fought one-on-one duels in which I missed hits that should have hit because Jin just moved in the wrong direction and that even happened in the end game when I was aware of the distance needed for a strike, so I knew how the fighting system works at that point. In fact, in the final boss battle, he suddenly moved in the wrong direction and turned his back to the enemy, which got him killed. I honestly do not understand why the system was handled this way and it feels a bit like it was done in order to make things a bit more difficult, which feels a little forced to be honest.

Another example that illustrates this is another one of the final missions. You have to fight a boss and several other opponents at the same time but the greatest and deadliest of them all is the camera which at times does not even show the opponents but only Jin, in turn sentencing you to death in this scenario. At that point, I was quite frustrated, especially because I had had the same problem early on in the game and it became apparent that it was probably the game mechanics.

Finding your Ninja Way

As Jin takes a more silent and ghostly approach, you get to avoid combat, which was one of the reasons why I employed this kind of tactics.

I enjoyed the stealth part of the game more than the combat but in comparison with other stealth titles, it felt a bit lack luster to be frank. You can crouch and have the obligatory ‘eagle eye /detective vision’ that allows you to scout the areas and your opponents and makes stealth sections a lot easier. Apart from that, you gather a good amount of tools that help you in this approach, such as bows, a blowgun and different kinds of ammunition for these weapons that help you to kill enemies silently from a distance. For distractions and to set up chain-assassinations, you have wind chimes that attract one opponent at a time and firecrackers to attract several enemies in the close vicinity. You can hide in tall grass and in tents or on roofs but that is it really.

Ghost of Tsushima does not reinvent stealth by any means but it has a good stealth system with some nice touches. Something that I enjoyed about this system was the inclusion of animals. There are dogs, which can sniff you out and alert guards. This is nothing new but a nice touch. Apart from that, the mongols use eagles that can even find you even if you are hidden in grass. However, this is not used nearly enough, which sucks because this is a nice inversion of eagles in contemporary Assassin’s Creed games or the drone in Watch Dogs II. Instead of scouting the area with a flying companion, your opponents scout it for you and they are able to find you even if you’re hidden.

Overall, the stealth system is nice and fun but it feels a bit bland and boring after a certain amount of time because it lacks in depth and feels a bit underdeveloped in comparison with some other games like AC Origins. Keep in mind, the latter did not have a great stealth system either but to me, having replayed it just a couple months ago, it felt better than in Ghost of Tsushima.

This was the first proper presentation of gameplay and it gives you a nice overview of the game. You already catch some hints of the strog atmopshere and of the stealth and combat systems.

The Tale of Jin Sakai

Since you should have an impression of the gameplay by now, I am now going to explain why I think that the story sacrifices lots of its potential. The premise of a Samurai becoming a ninja has lots of potential and in a video game, it offers various options. However, the game does not really make use of this. It mainly tries to harness the badass energy that this premise brings with it but does not really use the potential that this provides for a great story.

Already in the InFamous series, SuckerPunch introduced a moral system and a more refined version of this would have been a perfect fit for this game. During my first playthrough, I thought that there was one in this, because on several occasions, it seems like there might be a choice. You can make some minor choices in side missions, which also hint at this. However, the only real choice comes at the very end of the game. To me, this felt very underwhelming, especially because the theme of moral and honor is a big part of the game. Accordingly, linking these concepts with the gameplay would have been the obvious choice for this game but the developers did not do so. This makes the story and Jin’s character all the more forgettable, since it really does not matter at all how you play through the game, despite Jin’s struggle with stealth tactics and honour being a big aspect of this game’s story.

The story feels undercooked, like it has not been thought through fully. For that reason, this game was more of a gameplay experience than a story-based experience and towards the end, I was honestly a bit bored and disappointed by the story because it did not use its potential. Thus, it felt quite underwhelming to me. I cannot even retell the story because it just felt too insignificant and predictable.

Despite all of that, the side characters are interesting and well-developed, more so than Jin. The game takes its time to introduce you to them and you can grow attached to these characters, which also leads to some interesting plot twists in their respective side missions. This is a nice way to get the player emotionally involved. However, the rest of the side missions feels like labour and I could not be bothered to play through all of them during my first playthrough of the main story because they mostly felt irrelevant and worked based on the same principle most of the time.

My favourite part of the game are honestly the side characters’s quest lines and optional enemy bases. The former add more depth to the characters and they have interesting structures. In the latter, you finally get to decide what to do. Either, you sneak in and fulfill the tasks or you walk in through the front door and go Kill Bill on everything that moves. Then again, at a certain point, I felt like I had seen everything in the game, so I decided to finish the campaign and get things over with. Everything after that felt even less substantial. – The Ghost of Tsushima just did not capture me in the long-run.

The Star of Tsushima

These are some of the more notable environments you can find on the island.

Since I have pointed out the aspects about this game that I found underwhelming, I am now going to talk about what I liked best about it: Tsushima itself. The game has a strong atmosphere and nice graphics. There is no mini-map but you use the guiding wind by clicking right on the D-pad. It leads you to the goal that is currently marked on your map and this system works surprisingly well. Whenever you don’t know where to go, you just use the guiding winds if the goal is marked and they will lead you there.

Ghost of Tsushima makes you consider the environment by use of this and other environmental mechanics. On your journey, you can encounter golden birds that lead you to nearby places of interest. Additionally, you can find fox dens under yellow-leafed trees and by following the foxes, you can find charms to improve your stats. Similarly, while writing haikus (short poems) you can reflect on topics and soak up the beauty and atmosphere of this game and obtain headbands for aesthetic purposes. The same goes for baths in hot springs where you think about recent events and increase your maximum health. These are some small wholesome moments with a great ambience.

A similar mechanic that helps your orientation and contributes to the atmosphere at the same time, are smoke pillars. Throughout Tsushima, there are lots of occupied farms and you can spot them from a distance because of the dark smoke rising up into the sky. Not only does this get you involved but it also communicates the setting of the game: it is set in a war and the mongols attack Tsushima, burning farms and villages in the process. Your current goal is also highlighted by smoke, however in white, which makes it stand out and integrate into the world nicely at the same time. All of these environmental mechanics help you to discover the world without annoying icons and they add to the atmosphere.

When you use the guiding winds, the controller dissipates a sound of wind, at the opening screen of the game you see and hear wind blowing through pampas grass and when there are storms in the game, you can already hear them from a distance. The ambient sounds in this game are really prominent and create a great atmosphere that just sucks you in. These are just a few examples but they hint at the tone of this game. This is potentially its biggest strength.

Then again, there is a minor complaint: thunder storms are ridiculously loud and with that I mean actually ridiculous. Oftentimes, I was wondering if it was just another storm in the game or a real storm. This proves how great the ambient sounds are but it hints at the negative side of this. The voice tracks are oftentimes drowned out by the ambience and music and I had to adapt the sound settings constantly in order to understand the characters’s voices. I played the English version and had to use sub titles in order to understand what was being said because the voice tracks were really silent at times. I guess if you play the game with the Japanese dub, it is going to be all the more atmospheric but I don’t know about the relation of voice tracks and sound effects in that version at this point.

Final Thoughts and Evaluation

Ghost of Tsushima is a long-awaited game with an interesting setting. The developers were aware of this and tried to make use of the setting and of the inherent badassness of samurai and ninja. However, I do not think that they really pulled it off.

Jin Sakai is a rather forgettable character and I did not really care about him or his story. The rest of the main cast was interesting and added more depth to the game but this did not save it for me. I think the story is just dull and boring, hence at some point, I just decided to finish it off because I felt like I was not going to see anything new and I was not wrong.

Despite being centred around katanas, the fighting system is a double-edged sword. On one hand, it is enjoyable and stylish, on the other hand, the camera and the only half-present lock-on system were my greatest enemies in this game, despite having mastered the combat system somewhere in the mid-section. Accordingly, to me it felt like these things were an attempt to artificially increase the difficulty in the last bit of the game, making it annoying and rather unenjoyable.

Ghost of Tsushima is not a bad game but it it nowhere near perfect. For an exclusive title, it just felt underwhelming on almost every level, since everything has been done by other games in a better way. This may seem like some harsh criticism but it comes from someone who really wanted to like this game. Unfortunately, I did not enjoy it too much but I thoroughly enjoyed the bits that I liked.

The atmosphere is great and Tsushima looks beautiful and picturesque. You can literally open the photo mode at any time and it is going to look good. The traversal system using the environment as a means of orientation works nicely and contributes to the atmosphere, making Ghost of Tsushima an intense experience even if the story is rather forgettable in comparison. Apart from that, there is the Kurosawa mode, turning the screen black and white and increasing the atmosphere even more. Whenever you want, you can switch that mode on or off, which will make you feel like you are in an old samurai flick or you play the game in the normal mode and enjoy the beautiful environments.

How much you are going to enjoy this game, depends on what you are looking for in a video game. If you are looking for an experience, I can recommend it, since the visuals and overall tone of this game are beautiful. Additionally, the gameplay can be fun, yet frustrating at times.

I cannot really recommend it if you want to experience a great, captivating story but if you’ve always wanted to play as a samurai or ninja, this game might be the gameplay experience you always wanted. However, I think you should not come at it with high expectations. I did not do so either because the gameplay presentations already felt a bit underwhelming to me. Accordingly, I could enjoy the game despite having some glaring issues with it. In this respect, it reminded me a little of Watch Dogs II but I honestly preferred the latter.

All things considered, I give it an 80 %. I think it is a good experience but I expect more from an exclusive title, especially if it is blatant that lots of work went in there. Ghost of Tsushima is fun but oftentimes, things feel forced and underwhelming in comparison with other games of the last years, so to me it is none of the best games of the current generation but an enjoyable one, nonetheless.

What’s Good?

  • short loading screens
  • Nice graphics
  • Great ambience sounds and atmosphere
  • Nice setting and premise
  • Mastering the gameplay is fun and feels stylish
  • there are some small, emotional moments that do not even contribute to the plot but just feel great

What’s not so good?

  • Forgettable story, protagonist and antagonist
  • Side missions often feel like labour
  • Frustrating camera and ‘lock-on system’
  • The gameplay becomes stale quite fast once you’ve seen everything
  • The game pretends to have some kind of moral system but in reality, your decisions do not matter at all, making everything feel irrelevant

This marks the end of my first gaming review. As always thank you for reading. Have you already played the game and if so, how did you like it? Feel free to tell me here or on Twitter (@sovlpvnkblog). Please do not feel offended by this review if it does not reflect your opinion. Like I said, I liked this game but it really did not blow me away. If you do not share my opinion, that’s fair enough because everyone is entitled to their own opinion. That makes gaming and media as a whole so interesting.

My next post is going to be a political one again, as I am going to talk about the moral aspects of vegetarianism and veganism. Hopefully until then.

-sovlpvnk

Next time on sovlpvnk: For the Future #3: Veganism VS. Vegetarianism

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